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Bonlanden dreht das Spiel: 3:2-Sieg nach turbulenter Aufholjagd gegen Pullach

Es war ein Freitagabend, wie ihn die Landesliga liebt: Flutlicht, frierende Finger, Bratwurstgeruch in der Luft - und ein Spiel, das an Spannung kaum zu überbieten war. Der SV Bonlanden besiegte den SV Pullach nach 90 intensiven Minuten mit 3:2, nachdem die Gäste zur Pause noch mit 1:0 geführt hatten. 1761 Zuschauer sahen, wie aus einem nervösen Beginn ein mitreißendes Spektakel wurde.

Die ersten Minuten gehörten den Gastgebern, die mit offenem Visier antraten - ganz im Sinne ihrer offensiven Grundausrichtung. Schon in der 3. Minute prüfte Leon Adam den Pullacher Keeper Nael Aguas mit einem satten Schuss, der das Tornetz allerdings nur von außen streichelte. "Ich dachte, der ist drin", grinste Adam später, "aber der Ball hatte wohl andere Pläne."

Pullach dagegen spielte abwartend, lauerte auf Fehler - und bekam sie. In der 29. Minute war es Simon Walter, der einen feinen Pass von Peter Funk eiskalt ins rechte Eck setzte. 0:1 - und Bonlanden schaute sich kurz ratlos an. Trainer Martin Seidel (dessen Gesicht nach dem Spiel mindestens so rot war wie das Trikot seines Teams) kommentierte später trocken: "Wir wollten offensiv spielen, nicht offenherzig verteidigen."

Bis zur Pause blieb Pullach die cleverere Mannschaft. Die Gäste standen kompakt, ließen kaum Räume, und Bonlanden biss sich an der gut organisierten Abwehr die Zähne aus. Einziger Makel: Die Gelbe Karte für Innenverteidiger Philip Ritter kurz vor der Pause, nach einem rustikalen Einsteigen, das man wohlwollend als "robust" bezeichnen konnte.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild völlig. Bonlanden kam mit Schwung aus der Kabine, als hätte jemand den Pausentee mit Espresso gestreckt. In der 54. Minute belohnte sich die Heimelf endlich: Oscar Zimmer traf nach schöner Vorarbeit von Galaktion Basinas zum 1:1. Das Stadion tobte, und auch Trainer Seidel brüllte so laut, dass selbst die Ersatzbank kurz zusammenzuckte.

Doch die Freude währte nur Sekunden. Im direkten Gegenzug (55.) stellte Peter Funk für Pullach wieder auf 1:2 - ebenfalls nach feinem Zuspiel von Otto Maier. Bonlandens Torwart Ben Fiedler war machtlos, und Funk jubelte mit ausgestreckten Armen vor der Gästekurve. "Wir dachten, das war der Genickschlag", gab später Bonlandens Kapitän Rafael Heine zu.

Aber Bonlanden wäre nicht Bonlanden, wenn sie nicht das Chaos lieben würden. In der 68. Minute schwächte sich Pullach selbst: Heinrich Freund sah nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte. "Er wollte wohl die Heideluft etwas früher genießen", spottete ein Zuschauer auf der Tribüne. Von da an spielte nur noch Bonlanden.

Der Ausgleich fiel in der 74. Minute: Leon Adam, diesmal wirklich erfolgreich, traf nach Vorarbeit von Matthias Schuster zum 2:2. Ein Tor, das er mit einem Jubelschrei feierte, der vermutlich noch im Nachbardorf zu hören war. "Ich hatte drei Chancen, die nicht drin waren - da musste der vierte halt rein", sagte Adam hinterher und grinste breit.

Der finale Akt dieses kleinen Fußballdramas kam in der 81. Minute. Der 18-jährige Bernd Siebert, eben erst eingewechselt, flankte butterweich auf den erfahrenen Rafael Heine, der den Ball per Kopf in die Maschen setzte - 3:2. Der Jubel? Grenzenlos. Der Trainer? Außer sich. Der Stadionsprecher? Heiser.

Pullach versuchte in Unterzahl noch einmal alles, aber Bonlanden hatte jetzt Feuer gefangen. Sie hielten den Ball, spielten clever und ließen sich auch von einer letzten Gelben Karte gegen Pullachs Thomas Dietrich in der 77. Minute nicht mehr aus der Ruhe bringen. Am Ende standen 15 Bonlander Torschüsse gegen 10 aus Pullach, ein fast ausgeglichenes Ballbesitzverhältnis (50,9 zu 49,1 Prozent) - und ein Spiel, das wohl noch länger Gesprächsstoff bieten wird.

"Das war Kampf, Chaos und Kino in einem", fasste Bonlandens Trainer Seidel das Geschehen zusammen. Pullachs Coach Rudi Kramer (der vermutlich einen langen Heimweg hatte) zeigte sich fair: "Bonlanden hat in der zweiten Halbzeit alles reingeworfen. Da kannst du nur gratulieren."

Und irgendwo zwischen Bierstand und Parkplatz hörte man einen Fan sagen: "So Spiele machen süchtig - aber mein Herz macht das nicht ewig mit." Vielleicht spricht er für viele.

Ein Fazit in einem Satz: Bonlanden wankt, fällt, steht wieder auf - und gewinnt. Landesliga-Drama in Reinform.

03.05.643987 13:21
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