Anpfiff
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Bochum siegt im Torfestival von Pirmasens - und das schon zur Halbzeit

Ein Freitagabendspiel, Flutlicht, 3.159 Zuschauer, die ihre heißen Würstchen kaum festhalten konnten - und fünf Tore allein in den ersten 45 Minuten. FK Pirmasens und Blau Weiß Bochum lieferten am 16. Spieltag der Regionalliga B ein Spektakel, das so schnell keiner vergessen wird. Am Ende stand ein 2:3 aus Sicht der Gastgeber, und die erste Halbzeit war so wild, dass man sich in der Pause fragte, ob die zweite überhaupt noch nötig sei.

Schon nach sechs Minuten zappelte der Ball im Netz von Günther Fritsch. Bochums Fabian Brand hatte nach einem blitzsauberen Zuspiel von Gianfranco Benedetti keine Mühe, den Ball aus kurzer Distanz über die Linie zu drücken. "Ich hab einfach nur draufgehalten", grinste Brand später, "und gehofft, dass der Ball nicht wieder vom Pfosten wegspringt. Heute hatte ich Glück."

Doch Pirmasens antwortete postwendend: Zwei Minuten später war es Alex Coviello, der nach einem präzisen Pass von Rechtsverteidiger Ulf Eriksen den Ausgleich markierte. Ein Tor, wie es sich Trainerin Gudrun Schweitzer wohl erträumt hatte. "So hatten wir das im Training geübt - nur dass Ulf sonst rechts vorbeizielt", sagte sie mit einem Augenzwinkern.

Aber Bochum blieb eiskalt. In der 17. Minute war es Benedetti selbst, der nach einer Vorlage von Ralph Ritter das 2:1 erzielte. Und weil das offenbar noch nicht genug war, legte Goran Pivaljevic kurz vor der Pause (45.) das 3:2 für die Gäste nach - nach einem klugen Pass von Herold Blood. Dazwischen hatte Müjdat Öztürk in der 39. Minute noch für Pirmasens getroffen. Ein Schuss, der so präzise in den Winkel flog, dass selbst die Gästefans kurz vergessen mussten, auf welcher Tribünenseite sie standen.

"Das war ein Tor, das man nicht jeden Tag sieht", sagte Pirmasens-Spielmacher Archie MacAlister nach dem Spiel. "Aber leider zählen schöne Tore nicht doppelt." Und so ging es mit 2:3 in die Kabinen - und das blieb auch der Endstand, obwohl in der zweiten Hälfte noch reichlich Betrieb war.

Die Statistik zeigt ein Spiel auf Augenhöhe: Pirmasens hatte 50,5 Prozent Ballbesitz, Bochum 49,5. Die Gäste aber gaben mit 13 Torschüssen etwas mehr Gas als die Hausherren (10). Trainerin Schweitzer versuchte in der Pause, ihr Team noch einmal aufzumuntern: "Ich sagte den Jungs, dass sie ruhig weiter so wild spielen sollen - nur vielleicht ein bisschen erfolgreicher." Das half allerdings nur bedingt. Zwar drängte Pirmasens nach vorne, doch die Bochumer Abwehr um Maximilian Steiner und Joel Neville stand stabil wie ein Betonmischer.

Bochums Keeper Connor Irwin, ansonsten ein stiller Geselle, wurde nach dem Spiel zur Plaudertasche: "Ich hab in der zweiten Hälfte kaum was gesehen. Die Flutlichter standen so, dass ich permanent geblendet war - vielleicht war das mein Glück."

In der Schlussphase wurde es noch einmal ruppig. Ulf Eriksen sah in der 46. Minute Gelb, Noah Riedel in der Nachspielzeit ebenfalls. "Ich wollte doch nur den Ball treffen", verteidigte sich Eriksen, "aber der Ball war halt schneller weg als gedacht."

Taktisch war es ein interessantes Duell: Pirmasens begann offensiv, spielte kurze Pässe und suchte den Weg durch die Mitte, während Bochum im ausgewogenen Stil agierte - mit sicherem Passspiel und ohne wildes Pressing. Es war also kein Zufall, dass die Gäste ihre Chancen effizienter nutzten.

Nach dem Schlusspfiff applaudierten die Fans trotzdem. Die Pirmasenser Anhänger, weil ihre Mannschaft trotz Rückstand nicht aufgab. Die Bochumer, weil sie für drei Punkte eine halbe Stunde Sturm und Drang überstehen mussten.

"Das war kein Spiel für schwache Nerven", sagte Bochums Trainer - der sich bescheiden hinter seinem Teamnamen versteckte - und fügte hinzu: "Wir wollten gar nicht so früh so viel schießen. Aber wenn’s läuft, dann läuft’s."

Die zweite Halbzeit brachte keine Tore mehr, aber jede Menge Schweiß. Pirmasens kämpfte, rannte, fluchte - und scheiterte immer wieder. In der 90. Minute versuchte es noch einmal Öztürk, doch der Ball landete in den Armen von Irwin.

Am Ende stand ein 2:3, das sich wie ein 4:4 anfühlte. Pirmasens hatte alles gegeben, Bochum das Nötige getan. Und irgendwo zwischen den Bierständen und der Stadionuhr seufzte ein älterer Fan: "Wenn wir immer so spielen, hol ich mir eine Dauerkarte - aber nur mit Herztabletten."

Ein Spiel, das zeigte: Regionalliga kann Tempo, Tore und Theater - manchmal alles in einer Halbzeit.

11.07.643987 17:47
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Dann lebe ich in Oslo, spiele immer noch Fußball und bin immer noch so langsam.
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