Cardiff Sports
+++ Sportzeitung für Wales +++

Blues tanzen, Trotters stolpern - Holyhead siegt 2:0

Es war einer dieser Abende, an denen man im Stadion spürt, dass die Heimmannschaft einfach nicht verlieren wird. 35.896 Zuschauer sangen sich im Holyhead-Stadion schon vor dem Anpfiff warm, während Trainer Jürgen Steinmetz mit verschränkten Armen an der Seitenlinie stand und wirkte, als würde er einen Plan haben - und diesmal hatte er ihn wirklich.

Die Holyhead Blues spielten von Beginn an, als hätten sie heimlich beschlossen, das Tor der Buckley Trotters nicht nur zu treffen, sondern gleich zu belagern. Schon in der ersten Minute prüfte Tzipi Itzhaki den Gästetorwart Owen Lorring. Vier Minuten später donnerte Sean Grantham den Ball nur knapp über die Latte, und in der siebten Minute versuchte es Tobias Werner aus der zweiten Reihe. Buckleys Abwehr wirkte zu diesem Zeitpunkt wie ein Kartenhaus im walisischen Wind.

Nach 17 Minuten fiel dann das logische 1:0: Itzhaki, der quirlige Rechtsaußen mit der Energie eines Duracell-Hasen, vollendete eine Vorlage von Ferenc Kabat trocken ins rechte Eck. "Ich hab einfach draufgehalten, weil Ferenc mir gesagt hat, ich soll’s endlich tun", grinste Itzhaki später. Trainer Steinmetz nickte zufrieden: "So haben wir es im Training geübt - also einmal. Offenbar hat’s gereicht."

Die Gäste aus Buckley fanden kaum statt. Gerade vier Torschüsse brachten sie zustande, von denen die meisten so harmlos waren, dass Torhüter Damian Maniche vermutlich mehr nachgedacht als geschwitzt hat. In der 31. Minute kam Lewis Bostwick zwar einmal gefährlich durch, aber Maniche fischte den Ball seelenruhig aus der Luft, als würde er eine Einkaufstüte entgegennehmen.

Vor der Pause kassierte Max Combe eine Gelbe Karte, und Yanik Schindler von den Trotters machte es ihm in der 20. Minute gleich. "Das war kein Foul, das war Zuneigung", meinte Schindler nach dem Spiel süffisant. Der Schiedsrichter sah das anders.

Zur Halbzeit reagierte Steinmetz und brachte Ryan Caviness für Kabat - eine Umstellung, die frischen Wind brachte. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff fiel das 2:0: Ramon Vaz, der junge zentrale Mittelfeldmann, zog nach einem Eckball von Lucas Simpson aus 20 Metern ab. Das Leder flog wie auf Schienen ins Netz. "Ich dachte erst, Lucas hätte geflankt, aber dann war der Ball plötzlich bei mir. Da blieb nur schießen", erklärte Vaz, der dabei so bescheiden grinste, als wäre das alles Zufall gewesen.

Danach spielten die Blues die Partie mit 55 Prozent Ballbesitz souverän herunter. Buckley mühte sich, kam aber weder ins Tempo noch in den Strafraum. Der eingewechselte Lucas Simpson hatte in der 57. Minute sogar selbst noch einen Schuss - offenbar wollte er beweisen, dass Innenverteidiger auch Spaß am Offensivspiel finden können.

Spätestens in der 86. Minute war das Spiel endgültig entschieden, als Buckleys Innenverteidiger Logan Leachman nach einem rustikalen Einsteigen gegen Noah Barbier die Rote Karte sah. Trainer Steinmetz kommentierte trocken: "Wenn man schon spät kommt, sollte man wenigstens Blumen mitbringen."

Die letzten Minuten gehörten dann wieder den Blues. Caviness und Barbier prüften den Torhüter noch einmal, und Vaz holte sich in der 88. Minute vorsorglich Gelb ab - vermutlich, um nicht aufzufallen, wenn die anderen Karten sammelten.

Am Ende stand ein hochverdientes 2:0 für die Holyhead Blues, die mit 13 Torschüssen, mehr Ballbesitz und deutlich mehr Spielfreude überzeugten. Die Fans feierten ihre Mannschaft, als wäre die Meisterschaft schon entschieden.

Trainer Steinmetz fasste das Spiel später in seiner ganz eigenen Art zusammen: "Wir wollten zeigen, dass wir Fußball spielen können - und nicht nur den Ball suchen. Heute hat das geklappt." Buckleys Kapitän Dylan Ward sah das ähnlich, nur aus anderer Perspektive: "Die Blues waren einfach besser. Wir haben mehr Schatten gesehen als Ball."

So endete ein Abend, an dem Holyhead zeigte, wie man mit Leidenschaft, Witz und einem Schuss Ironie Fußball spielt. Die Trotters dagegen traten die Heimreise an mit der Erkenntnis, dass man ohne Zielwasser schwer trifft - und dass 90 Minuten in Holyhead ziemlich lang werden können.

Kurz gesagt: Die Blues tanzten, die Trotters stolperten - und das Publikum ging beschwingt nach Hause.

28.03.643987 04:47
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Was soll man schon erwarten? Der hat früher immer Dynamo Ost-Berlin zum Titel gepfiffen.
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