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Blues tanzen in Oswestry - Holyhead gewinnt 4:2 dank Offensivfeuerwerk

Ein kalter Februarabend, 25.776 Zuschauer, Flutlicht, Nebel über dem Rasen - und eine Partie, die anfangs nach einem entspannten Montagsspiel roch, sich dann aber in ein blaues Feuerwerk verwandelte: Oswestry United unterlag am 32. Spieltag der 1. Liga Wales den Holyhead Blues mit 2:4 (1:1).

Dabei fing alles gar nicht so übel an für die Gastgeber. Zwar wirkte die Abwehr um den erfahrenen David Morrison zu Beginn etwas schläfrig, doch als Max Combe in der 31. Minute nach einer Ecke von Henry Madigan völlig frei einköpfte - Oswestry-Keeper Steffen Bergdolmo winkte noch höflich hinterher -, wachte United endlich auf. Nur eine Minute später glich Liam Ashton aus, nach feinem Zuspiel von Freddie Gady. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Ashton später, "und gehofft, dass der Ball nicht den Linienrichter trifft." Tat er nicht - 1:1, das Stadion tobte.

Doch wer dachte, Oswestry würde den Schwung mitnehmen, irrte. Holyhead spielte wie ein Team, das seinen Kaffee intravenös bekommt. Besonders Mathias Daens auf der rechten Seite war kaum zu stoppen: Dribblings, Flanken, Schüsse - neun Versuche insgesamt, als wolle er allein die Statistik sprengen. Trainer Jürgen Steinmetz kommentierte trocken: "Wir haben gesagt: Wenn du heute müde bist, bleib einfach vorne. Hat funktioniert."

Nach der Pause schien sogar kurz ein Wunder möglich. Der 19-jährige Andrew Hennessy, gerade erst von der Jugend hochgezogen, knallte in der 56. Minute nach Vorlage von Adam Millington den Ball unter die Latte - 2:1 für Oswestry. Sein Jubel? Ein unbeholfener Flickflack, der fast in einer Bauchlandung endete. "Ich wollte eigentlich gar nicht springen", erklärte Hennessy später lachend, "aber meine Beine waren anderer Meinung."

Leider hielt die Freude kaum länger als der Applaus. Sechs Minuten später schlug Noah Barbier zurück, nach schönem Pass von Ramon Vaz. 2:2. Danach kippte das Spiel endgültig. Igor Skrtel (71.) und schließlich Mathias Daens (74.) sorgten mit zwei schnellen Treffern für klare Verhältnisse. Beide Male sah die Oswestry-Abwehr eher aus wie eine Gruppe Teilnehmer eines Orientierungskurses ohne Karte.

Während die Blues weiter angriffen, wirkten die Hausherren zunehmend ratlos. Holyhead hatte 55 Prozent Ballbesitz, dazu 21 Torschüsse - Oswestry kam auf neun. Das Tackling-Verhältnis von 54 zu 45 Prozent zugunsten der Gäste erzählte denselben Teil der Geschichte: mehr Wille, mehr Präsenz, mehr Zielstrebigkeit.

Nach dem Abpfiff blieb Trainer Steinmetz erstaunlich gelassen. "Das war kein perfektes Spiel, aber ein ehrliches", sagte er, während er seinen Spielern zunickte. "Vier Tore auswärts - das ist wie ein warmer Tee auf einer kalten Insel." Sein Gegenüber, der Oswestry-Coach (der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen wollte), fasste es kürzer: "Wir haben zu viele Postkarten verschickt, statt Zweikämpfe zu führen."

Zuschauer auf der Tribüne sahen das ähnlich. Ein älterer Fan mit Schal und Thermoskanne brummte: "Wenn du da unten verteidigst, musst du wenigstens so tun, als würdest du’s wollen." Neben ihm ein Junge, vielleicht zehn Jahre alt, der begeistert rief: "Aber Hennessy war cool!" - und das war er wirklich.

In den letzten Minuten versuchten die Hausherren zwar noch, irgendwie Schadensbegrenzung zu betreiben - Alexander Boyle prüfte Keeper Rafael Arino in der 81. Minute mit einem ordentlichen Fernschuss -, doch Holyhead hatte längst auf Verwaltungsmodus geschaltet. Selbst Max Combe, der Torschütze des ersten Treffers, durfte am Ende noch einmal aus 30 Metern abziehen, nur um den Ball mit einem Lächeln über den Fangzaun zu jagen.

Am Ende stand ein 2:4, das deutlicher war, als das Ergebnis klingt. Holyhead blieb eiskalt und abgebrüht, Oswestry kämpfte wacker, aber glücklos.

Vielleicht ist es das, was Jürgen Steinmetz später meinte, als er zwinkernd sagte: "Fußball ist wie ein Sturm über der Irischen See - du kannst ihn nicht aufhalten, du kannst nur hoffen, dass du ein Boot hast."

Oswestry hatte keins.

Und irgendwo in Holyhead werden sie noch lange von diesem Auswärtsspiel erzählen - mit einem Lächeln, das so blau ist wie ihre Trikots.

02.04.643990 06:47
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