Cardiff Sports
+++ Sportzeitung für Wales +++

Blues tanzen in Caersws - Holyhead siegt 3:1 dank Edwards-Doppelpack

Es war einer dieser Abende in Caersws, an denen der Wind über das Spielfeld wehte, als wolle er selbst eingreifen. 20.000 Zuschauer hatten sich im Stadion eingefunden, viele mit schalblauen Jacken, noch mehr mit der Hoffnung, die "Bluebirds" könnten den Holyhead Blues ein Schnippchen schlagen. Doch am Ende flatterten nur die Trikots der Gäste im Abendlicht - und das mit drei Toren Vorsprung.

Schon nach neun Minuten war die gute Laune der Heimfans merklich gedämpft. Ryan Caviness, der flinke Rechtsaußen der Blues, schlich sich auf der Flanke davon, bekam den Ball von Tzipi Itzhaki serviert und vollendete eiskalt ins lange Eck. 0:1 - und Trainer Jürgen Steinmetz ballte an der Seitenlinie die Faust, als hätte er gerade eine Schachpartie gewonnen. "Genau so haben wir’s im Training besprochen", rief er seinem Co-Trainer zu - eine Aussage, die dieser später lachend bestätigte: "Ja, nur dass Caviness im Training meist danebenhaut."

Die Bluebirds brauchten lange, um die Schockstarre abzuschütteln. Erst kurz vor der Pause gelang ihnen der Ausgleich: Taylor Chamberlain verwandelte in der 39. Minute eine feine Vorarbeit von Cameron Greaves - ein wuchtiger Schuss unter die Latte, der Keeper Maniche keine Chance ließ. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Chamberlain nach dem Spiel, "wenn du zu viel nachdenkst, geht der Ball in die Bäume."

Doch die Freude währte kaum fünf Minuten. Kai Edwards, der Routinier im Sturm der Blues, nutzte einen butterweichen Pass von Henry Madigan, um die Heimmannschaft wieder in Rückstand zu bringen. 1:2 kurz vor der Pause - und während die Fans der Bluebirds noch über den Ausgleich jubelten, stand es schon wieder schief. "Das war so typisch für uns", seufzte ein Fan auf der Tribüne, "immer wenn’s gut läuft, klingelt’s hinten."

In der Kabine muss Steinmetz die richtigen Worte gefunden haben, denn seine Holyhead-Elf kam nach Wiederanpfiff noch entschlossener zurück. Edwards schnürte in der 57. Minute seinen Doppelpack - diesmal nach Vorarbeit von Rechtsverteidiger Jacinto Almeida. Der Ball zappelte im Netz, und Edwards rannte jubelnd zur Eckfahne, als wolle er sie gleich umarmen. "Mit 34 darf man sich über jedes Tor doppelt freuen", sagte er später verschmitzt.

Die Bluebirds stemmten sich zwar gegen die drohende Niederlage - 51,8 Prozent Ballbesitz und acht Torschüsse sprechen für ihren Willen -, doch es blieb beim Versuch. Mason Locklear hatte gleich dreimal die Gelegenheit zum Anschluss (74., 79. und 88. Minute), aber entweder scheiterte er an Maniche oder am eigenen Nervenkostüm. "Ich hab irgendwie das Gefühl, das Tor war heute kleiner", murmelte er nach dem Abpfiff und verschwand in der Kabine.

Holyhead dagegen spielte die Partie clever herunter. Mit 14 Torschüssen, diszipliniertem Passspiel und einer taktisch durchdachten Offensive - "offensiv, aber nicht kopflos", wie Steinmetz es später nannte - ließen sie kaum Zweifel am Sieg. Einziger Wermutstropfen: Caviness verletzte sich kurz vor der Pause und musste durch Ferenc Kabat ersetzt werden. "Er hat wahrscheinlich nur zu viel gejubelt", witzelte der Trainer, bevor er sich dann doch besorgt nach dem Befund erkundigte.

Bei Caersws hingegen herrschte Ernüchterung. Trainerkommentare wurden keine überliefert - was meist kein gutes Zeichen ist. Nur Kapitän Lucas Hunt stellte sich den Kameras: "Wir haben viel investiert, aber Holyhead war einfach abgezockter. Manchmal reicht eben Ballbesitz nicht."

Als Schiedsrichter Jones nach 93 Minuten abpfiff, blickten die 20.000 Zuschauer stumm auf die Anzeigetafel: 1:3 (1:2). Die Blues aus Holyhead hatten gezeigt, warum sie derzeit als Geheimfavorit der Liga gelten.

Und irgendwo auf der Rückfahrt nach Holyhead wird Steinmetz vermutlich leise vor sich hingemurmelt haben: "Ein schöner Abend - bis auf das Wetter und die Verletzung." Für die Bluebirds dagegen bleibt die Erkenntnis, dass Fußball manchmal ein grausam ehrliches Spiel ist: Wer seine Chancen nicht nutzt, hört irgendwann nur noch die anderen singen.

Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen sagte: "Na ja, wenigstens war das Bier kalt."

29.03.643987 20:13
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