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Blues tanzen Cavaliers schwindelig - 3:0-Gala in San Jose

Wenn 51.039 Zuschauer an einem kalten Januarabend ins Stadion der San Jose Blues pilgern, dann erwarten sie Spektakel - und genau das bekamen sie. Die Blues spielten am 20. Spieltag der 1. Liga USA die Cleveland Cavaliers mit 3:0 an die Wand. Drei Tore, 26 Torschüsse, 55 Prozent Ballbesitz - Zahlen, die klingen wie eine Statistik aus einem Computerspiel, aber sie spiegeln die Realität eines Abends wider, an dem die Blues schlicht alles richtig machten.

Schon nach sechs Minuten bebte das Stadion. Ivan Jablonsky, der flinke Rechtsaußen, nahm eine butterweiche Flanke von Esteban Melendez direkt - zack, 1:0. "Ich habe nur gehofft, dass er den Ball überhaupt sieht, so stark war das Flutlicht in seinen Augen", grinste Melendez später. Jablonsky lachte und konterte: "Ich sehe auch im Dunkeln glänzend aus."

Cleveland hatte darauf keine Antwort. Ihr Trainer Alex Rosin schrie sich an der Seitenlinie heiser, während seine Defensive wirkte, als habe sie gerade erst den Bus gefunden. San Jose-Coach Daniel Schneider dagegen stand ruhig da, die Hände in den Taschen, und schien zu denken: "Lass sie doch laufen." Seine Mannschaft spielte mit einer offensiven Ausrichtung, aggressiv im Pressing, ballsicher im Aufbau - genau so, wie man es in den Lehrbüchern beschreibt.

In der 35. Minute folgte das zweite Kapitel der Blues-Dominanz. Innenverteidiger Janne Hietanen, eben noch wegen eines etwas rustikalen Einsteigens mit Gelb verwarnt, schlich sich beim Eckball nach vorne. Taylor Donovan zirkelte die Hereingabe, Hietanen stieg hoch, Kopfball, Tor. 2:0. "Ich wollte eigentlich gar nicht mit nach vorn", behauptete Hietanen später mit einem breiten Grinsen. "Aber Donovan hat mich angeschaut, und da wusste ich: Das wird gefährlich - für Cleveland."

Nach dem Seitenwechsel versuchten die Cavaliers, mit zwei Wechseln - unter anderem im Tor - das Spiel zu beruhigen. Doch selbst Urban Winther, der neue Schlussmann, konnte den Schaden nicht mehr großartig begrenzen. San Jose kombinierte, Cleveland konterte selten und unpräzise. Die Gäste kamen auf magere drei Torschüsse - ein Wert, der sinnbildlich für ihren Abend stand.

In der 94. Minute setzte Callum Marshal den Schlusspunkt. Wieder war Donovan der Vorlagengeber, diesmal mit einem Pass so präzise, dass man meinen konnte, er hätte eine Fernsteuerung im Fuß. Marshal nahm den Ball zentral vor dem Strafraum an, schaute kurz, schlenzte - 3:0. "Ich wollte eigentlich auf Zeit spielen", witzelte er nach Abpfiff, "aber der Ball war so schön da, da konnte ich einfach nicht widerstehen."

Cleveland-Coach Rosin war nach dem Spiel sichtlich bedient: "Wir waren heute einfach nicht da. Ich glaube, wir haben mehr Staub als Ballkontakt gehabt." Immerhin, Humor hatte er noch. Sein Gegenüber Schneider hingegen strahlte: "Das war eine Mannschaftsleistung, wie man sie sich als Trainer wünscht. Leidenschaft, Disziplin, Spielfreude - und endlich treffen wir auch mal das Tor."

Was die Zahlen nicht verraten, aber jeder im Stadion spürte: San Jose hatte an diesem Abend schlicht mehr Lust auf Fußball. Jeder Ballgewinn wurde gefeiert, jeder Pass klatschte präzise auf den Fuß des Mitspielers. Und wenn Cleveland mal über die Mittellinie kam, stand Hietanen oder der junge Edward Marley sofort im Weg. Es war ein Klassenunterschied - nicht in Euro, sondern in Ideen.

Nach dem Schlusspfiff feierten die Fans ihre Helden minutenlang. Taylor Wyler, der unermüdliche Mittelstürmer, lief noch mit einem Eimer Wasser über den Platz und kippte ihn spaßeshalber über den eigenen Torhüter Bradley Gagnon. "Er hatte ja sonst nichts zu tun", rief Wyler lachend. Gagnon nickte trocken: "Drei Schüsse, drei Fänge - das war fast zu wenig fürs Aufwärmen."

Vielleicht war dies das Statement-Spiel der Saison für San Jose. Eine Demonstration, dass sie nicht nur schön, sondern auch gnadenlos effektiv spielen können. Und während die Cavaliers ratlos in die Nacht von Kalifornien davonschlichen, tanzten die Blues mit ihren Fans den wohlverdienten Siegestanz.

Ein Fußballabend, der zeigte: Wenn Musik im Namen steckt, dann eben auch im Spiel.

10.10.643987 20:13
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Ich bin davon überzeugt, dass wir die, die nicht davon überzeugt sind, davon überzeugen werden.
Christian Ziege zur Skepsis vieler deutscher Fußballfans und -experten hinsichtlich des Abschneidens der DFB-Auswahl bei der WM 2002
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