Cardiff Sports
+++ Sportzeitung für Wales +++

Blues stürmen Saints vom Platz - 4:2-Spektakel in Wales

Ein lauer Sommerabend in Oswestry, 27.490 Zuschauer und ein Spiel, das kaum jemand so erwartet hatte: Die Holyhead Blues zeigten dem FC New Saints eindrucksvoll, warum man sie im Norden nur noch "die stürmische Brigade" nennt. Am Ende stand ein 4:2-Auswärtssieg, der so verdient war wie der Applaus der mitgereisten Fans - auch wenn Trainer Jürgen Steinmetz danach trocken meinte: "Schön war’s nicht immer, aber effektiv. Und das mag ich fast so gern wie Fish and Chips."

Schon nach drei Minuten war klar, dass die Blues nicht zum Sightseeing gekommen waren. Nicolaas Metternich, der rechte Wirbelwind, donnerte den Ball nach Zuspiel von Igor Skrtel zum 0:1 ins Netz. Die Saints-Verteidigung stand da wie auf einer Einladung zum Frühschoppen. Doch die Antwort kam prompt: In der 10. Minute kombinierte sich Lewis Young nach Pass von Samuel Crichton durch die Mitte und schob trocken ein - 1:1, und das Stadion erwachte.

"Da dachte ich, jetzt kippt das Spiel zu unseren Gunsten", erklärte Heimcoach Mahoni Meloni später. Es war ein Irrtum. Denn nur fünf Minuten später drehte Skrtel selbst auf, zog von rechts in den Strafraum und hämmerte den Ball kompromisslos unter die Latte - 1:2. Der Mann hatte an diesem Abend eindeutig mehr Pfeffer als der Stadion-Imbiss.

Die Blues kontrollierten das Spiel, hatten mehr Ballbesitz (57,6 Prozent) und wirkten in fast jeder Aktion gefährlicher. Henry Long setzte in der 26. Minute das nächste Ausrufezeichen: Nach schöner Vorarbeit von Metternich traf der Mittelfeldmotor zum 1:3. Die Gastgeber schauten sich kurz ratlos an, ehe Ferran Torres in der 29. Minute noch einmal Hoffnung aufkeimen ließ. Nach Vorlage von Young bugsierte der 20-Jährige den Ball über die Linie - 2:3, Halbzeitstand.

"Ich hab den Jungs in der Kabine gesagt: Wir sind noch da", verriet Meloni später. "Leider hat die Mannschaft das offenbar zu wörtlich genommen - sie war einfach nur da." Tatsächlich kam von den Saints nach der Pause zu wenig. Zwar brachte Meloni in der 50. Minute den jungen Adam Anderson und wechselte auch den Torhüter, doch die Musik spielte weiter in Blau.

In der 52. Minute schlug Igor Skrtel erneut zu - sein zweites Tor des Abends, vorbereitet von Henry Madigan. 2:4, und die Saints schauten, als hätten sie gerade erfahren, dass der Bus nach Hause schon weg ist. Danach verwalteten die Blues das Ergebnis souverän, ließen Ball und Gegner laufen und sammelten noch ein paar gelbe Karten für die Statistik: Schlotterbeck (50.), Andrade (70.) und Madigan (88.) durften sich Notizen beim Schiedsrichter abholen.

Die Saints versuchten es mit wütenden Angriffen und acht Torschüssen insgesamt, doch wirklich gefährlich wurde es selten. Ferran Torres kassierte in der Nachspielzeit noch Gelb - vielleicht aus Frust, vielleicht aus Langeweile. Auf der anderen Seite schien Skrtel unermüdlich, rackerte bis zum Schluss und grinste später im Interview: "Zwei Tore sind schön, aber ehrlich gesagt hätte ich gern noch eins gemacht. Ich hatte ja Zeit."

Statistisch war alles klar: 14 Schüsse auf das Tor der Saints, 58 Prozent Ballbesitz und ein Gegner, der sich nie richtig befreien konnte. Die Blues spielten mit Balance und Wucht, während die Saints trotz offensiver Ausrichtung zu oft ins Leere liefen.

Jürgen Steinmetz zeigte sich nach dem Schlusspfiff zufrieden, aber nicht euphorisch: "Wir haben viel richtig gemacht. Nur das frühe Gegentor - das war unnötig wie ein Regenschauer im August." Sein Gegenüber Meloni suchte die Worte: "Wir waren phasenweise gut, aber gut reicht in dieser Liga halt nicht. Vielleicht hätten wir defensiver stehen sollen, aber das ist leichter gesagt, wenn der Ball schon im Netz liegt."

Die Fans der Saints verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus - ein wenig Mitleid, ein bisschen Hoffnung auf den nächsten Spieltag. Und während die Blues jubelnd in die Kabine verschwanden, hörte man aus einer Ecke noch den jungen Mason Satchmore murmeln: "Irgendwann drehen wir das um. Aber vielleicht nicht heute."

Ein Spiel voller Tempo, Emotion und einer Prise britischen Humors - kurzum: Fußball, wie man ihn liebt, wenn man nicht gerade Anhänger des FC New Saints ist.

02.07.2026 22:12
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!
Rudi Völler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager