Cardiff Sports
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Blues siegen mit Herz und Hektik: 2:1 gegen die Reds

Es war ein nasskalter Abend in Holyhead, doch die 43.500 Zuschauer im vollbesetzten Stadion der Blues hatten keine Zeit, sich aufzuwärmen - dafür sorgten die Spieler beider Teams mit einem wilden, leidenschaftlichen und stellenweise chaotischen Fußballabend. Am Ende jubelten die Holyhead Blues über ein 2:1 gegen die Gresford Reds - ein Ergebnis, das genauso knapp war wie verdient.

Schon die ersten Minuten machten klar: Hier wird kein Sicherheitsfußball gespielt. Beide Teams warfen sich in die Zweikämpfe, als ginge es um den letzten Platz auf der Fähre nach Dublin. In Minute 2 prüfte Reds-Verteidiger James Gayheart den Blues-Keeper Rafael Arino mit einem wuchtigen Kopfball nach einer Ecke. Nur eine Minute später antwortete Noah Barbier auf der anderen Seite - und traf den Zaun hinter dem Tor so präzise, dass ein Balljunge sich duckte, als gälte es sein Leben.

Das Spiel blieb hektisch, die Reds mit mehr Torschüssen - am Ende waren es 16 zu 8 - aber die Blues mit der besseren Effizienz. In der 22. Minute war es Ferenc Kabat, der eine scharfe Hereingabe von Jacinto Almeida volley nahm und unter die Latte drosch. 1:0! "Ich dachte erst, der Ball sei zu hoch", grinste Kabat nach dem Spiel, "aber dann habe ich einfach geguckt, wo die Latte ist - und gezielt."

Die Führung hielt allerdings nicht lange. Acht Minuten später schlug Gresford zurück: Cesc Borreguero, der auffälligste Mann bei den Reds, kombinierte sich mit Rechtsverteidiger Owen Lorring durch die Abwehr und schob eiskalt zum 1:1 ein. Trainer Christian Sonten ballte an der Seitenlinie die Faust, als hätte er gerade einen Lottoschein abgegeben, der zum Millionengewinn führen könnte. "Das war genau unser Stil - mutig nach vorn, mit Risiko", erklärte er später.

Doch die Blues ließen sich nicht aus dem Konzept bringen. Nur vier Minuten nach dem Ausgleich segelte Ramon Vaz’ Pass quer durch den Strafraum, fand Lewis Kinsella - und der junge Linksfuß traf aus zwölf Metern ins lange Eck. 2:1, und diesmal jubelte das Stadion so laut, dass man in der Hafenkneipe nebenan die Gläser klirren hörte.

Danach wurde das Spiel härter - und das nicht zu knapp. In der 11. Minute sah Max Combe Gelb, nach der Pause dann Gelb-Rot (50.). "Er hat halt eine eigene Vorstellung von Fairness", murmelte Blues-Coach Jürgen Steinmetz halb belustigt. Die Reds revanchierten sich mit Gleichstand in der Disziplinarkartei: Julian Valente sah erst Gelb (44.) und dann ebenfalls Gelb-Rot (65.). Zehn gegen zehn - und die Partie wurde zum offenen Schlagabtausch.

Die Reds drückten, schossen aus allen Lagen, teilweise sogar mit Innenverteidigern. Cesc Borreguero tauchte gefühlt in jeder Kameraeinstellung auf, Nelio Viana prüfte Keeper Arino gleich mehrfach - doch der Routinier zwischen den Pfosten blieb cool. "Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich den Ball gesehen habe", witzelte Arino nach Abpfiff. "Aber wenigstens war mir nicht kalt."

Holyhead verteidigte mit Herzblut und gelegentlich mit Glück, während Steinmetz an der Linie wild gestikulierte und seinen Spielern "mehr Ruhe" zurief - was diese offenbar als Einladung verstanden, sofort wieder zu kontern. Noah Barbier hatte in der 82. Minute die große Chance zur Entscheidung, setzte seinen Schuss aber haarscharf neben den Pfosten.

Die Schlussminuten gehörten den Reds, die alles nach vorn warfen. In der 90. Minute köpfte Viana nochmals gefährlich - doch Arino lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte. Danach war Schluss, und die Blues feierten, als hätten sie gerade den Titel geholt.

"So ein Spiel macht alt - oder glücklich", lachte Steinmetz in der Pressekonferenz. "Heute beides." Sein Gegenüber Sonten fasste es nüchterner: "Wir hatten 16 Schüsse, aber nur einer ging rein. Fußball ist manchmal ein grausamer Lehrer."

Statistisch gesehen war das Duell fast ausgeglichen: 51,9 Prozent Ballbesitz für Holyhead, 48,1 für Gresford. Doch die Zahlen erzählen nicht die Emotionen - und die waren an diesem Abend pur. Zwei Teams, die sich nichts schenkten, zwei Trainer, die sich nach dem Schlusspfiff immerhin die Hand gaben, und ein Publikum, das noch minutenlang "Blues! Blues!" skandierte.

Am Ende bleibt festzuhalten: Holyhead gewinnt mit Leidenschaft, Gresford verliert mit Stil - und beide Teams dürften sich am nächsten Morgen gefragt haben, wo eigentlich ihre Stimmbänder geblieben sind.

Oder, wie es der leicht heisere Lewis Kinsella am Spielfeldrand formulierte: "Wenn wir so weitermachen, werden wir entweder Meister oder heiser. Beides wäre okay."

18.06.643987 18:25
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Da sieht man die Kunst der Ärzte. Zu meiner Zeit wäre eine Amputation nötig gewesen.
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