// Startseite
| US Sports |
| +++ Sportzeitung für USA +++ |
|
|
|
San Jose, 17. Januar 2026 - Manchmal braucht es nicht viele Tore, um ein Stadion beben zu lassen. 50.868 Zuschauer im "Blue Dome" erlebten am Samstagabend ein Spiel, das weniger durch seine Trefferzahl, dafür aber durch pure Dominanz der Heimmannschaft in Erinnerung bleiben wird. Die San Jose Blues besiegten die Atlanta Gorillas mit 1:0 - und ehrlich gesagt, das Ergebnis schmeichelt den Gästen. Von Beginn an trommelten die Blues gegen das Tor der Gorillas. Schon in der ersten Minute prüfte Aaron Hoskins den jungen Keeper Brandon Lithgow, der mit einer Flugparade klarmachte, dass er nicht zum Sightseeing nach Kalifornien gekommen war. In der Folge rollte Angriff um Angriff auf das Tor der Gäste. "Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen", gestand Verteidiger Robin Dietz später mit einem Grinsen. Die Statistik übernahm das Zählen: 20 Torschüsse für San Jose, ganze zwei für Atlanta - und das war wohlwollend gerundet. Die Gorillas wirkten dabei weniger wie eine furchteinflößende Primatenhorde, sondern eher wie eine verunsicherte Jugendgruppe auf Klassenfahrt. Trainerin Anja Meister, die noch an der Seitenlinie versuchte, ihre Jungs mit energischen Gesten wachzurütteln, musste nach dem Spiel zugeben: "Wir haben uns zu sehr auf das Verteidigen konzentriert - und das leider nicht besonders gut." Die erste Halbzeit endete torlos, doch die Blues zeigten schon da, wer Herr im Haus war. Arturo Vidal, gerade einmal 17 Jahre jung, zog im Mittelfeld die Fäden mit einer Selbstverständlichkeit, die man sonst nur von alten Hasen kennt. "Ich hatte einfach Spaß", sagte er später mit einem schüchternen Lächeln, "und dann habe ich Sergi gesehen…" - der Rest war Geschichte. Denn kurz nach der Pause, in der 49. Minute, spielten die Blues ihren schönsten Angriff des Abends. Vidal schickte mit einem feinen Pass den erfahrenen Sergi Espinosa auf der rechten Seite, der sich ein Herz fasste und den Ball aus spitzem Winkel wuchtig in den langen Winkel drosch. 1:0! Lithgow flog, der Ball flog besser. Die Menge tobte. Espinosa riss die Arme hoch, Vidal sprang ihm auf den Rücken - und Trainer Daniel Schneider grinste nur breit: "So war das im Training geplant. Nur dass es da nie funktioniert hat." Danach hätten die Blues locker erhöhen können. James Prentiss vergab gleich drei Großchancen - und musste dann in der 66. Minute verletzt vom Platz. "Ich wollte den Ball eigentlich reinflanken, aber mein Bein hatte andere Pläne", witzelte er später auf Krücken. Für ihn kam Samuel McLeod, der sich nahtlos einfügte und kurz vor Schluss sogar fast das 2:0 markierte. Die Gorillas dagegen fanden kaum statt. Ihr Angriffsversuch in der 78. Minute - ein Kopfball von Innenverteidiger Leon Wiltshire - blieb ihr einzig nennenswerter Abschluss nach der Pause. "Wir hatten den Ball zu selten, um ihn zu verlieren", kommentierte Mittelfeldmann Wilhelm Krämer trocken, nachdem er in der 61. Minute eingewechselt worden war. Auch taktisch war der Unterschied so deutlich wie die Sonne über San Jose: 60 Prozent Ballbesitz für die Blues, die mit sicherem Kurzpassspiel und aggressivem Pressing das Geschehen bestimmten. Atlanta hielt dagegen mit langen Bällen ins Nichts - oder wie Trainerin Meister es formulierte: "Wir wollten mutig sein. Das war wohl etwas zu mutig." In der Schlussphase wechselte Schneider noch den 18-jährigen Dylan Carter ein, um Zeit von der Uhr zu nehmen. Der Youngster bekam prompt Szenenapplaus, als er in der 91. Minute einen Konter der Gorillas mit einem resoluten Tackling beendete. Schneider klatschte an der Seitenlinie und rief: "So macht man das, Junge!" Als Schiedsrichter Tyler Morgan nach 94 Minuten abpfiff, war die Erleichterung groß. Die Blues feiern ihren dritten Sieg in Folge, bleiben oben dran - und Espinosa wurde mit seinem goldenen Treffer zum Mann des Abends. "Ein Tor ist ein Tor", meinte er bescheiden, "aber ich hätte auch gerne noch ein zweites gemacht. Nur, um sicherzugehen." Vielleicht klappt das ja beim nächsten Mal. Für heute aber gilt: Die Blues haben getan, was sie tun mussten. Und die Gorillas? Die müssen wohl erst wieder lernen, wie man brüllt. Schlusswort: Wenn 20 Schüsse nur ein Tor bringen, ist das entweder Pech - oder poetische Gerechtigkeit. In San Jose war es beides. 03.08.643987 14:21 |
Sprücheklopfer
Weisweiler und Happel sind tot, Hitzfeld ist bei den Bayern. RWO hat den besten Trainer, den man kriegen kann.
Aleksandar Ristic zur Trainerdiskussion in Oberhausen.