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Blues retten sich spät - Naots Last-Minute-Kunstwerk gegen Sheffield

Ein lauer Januarabend, Flutlicht, 28.078 Zuschauer und ein Spiel, das so wechselhaft war wie das englische Wetter: Die Manchester Blues trennten sich am dritten Spieltag der 1. Liga England mit 2:2 vom FC Sheffield - ein Ergebnis, das beiden Teams schmeckt wie lauwarme Teesuppe.

Sheffield erwischte den besseren Start. Kaum hatte der Stadionsprecher die Nationalhymne verdaut, da zappelte der Ball schon im Netz. In der 5. Minute zirkelte Samuel Lithgow, 31 Jahre jung und offenbar noch mit Koffein im Blut, den Ball an Keeper Knud Gruber vorbei. Vorlage kam von Morgan Staunton, der im Mittelfeld so viel Platz hatte, dass er kurzzeitig überlegte, ein Picknick zu veranstalten. "Wir wollten früh zeigen, dass wir da sind", grinste Trainer Erich Speithvenne später - und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Vielleicht etwas zu früh, danach haben wir aufgehört, da zu sein."

Doch Manchester antwortete. In der 18. Minute nahm sich der 18-jährige Sean Lester ein Herz, nachdem Jacinto Domingos ihn perfekt in Szene gesetzt hatte. Der Youngster drosch das Leder kompromisslos ins rechte Eck - sein erstes Saisontor, sein erstes großes Hallo an die Fans. "Ich hab einfach nicht nachgedacht", sagte Lester nach dem Spiel. "Vielleicht war das mein Glück."

Die Blues schienen nun Oberwasser zu bekommen, doch Sheffield blieb eiskalt. In der 33. Minute revanchierte sich Staunton für seine Vorlage und traf selbst - wieder nach einem wachen Angriff über die linke Seite, eingeleitet von Connor Carmody. 1:2, und plötzlich herrschte im Etihad (oder was davon übrig war) betretenes Schweigen. Nur Coach Daniel Kontsch gestikulierte wild an der Seitenlinie, als wolle er die Raumaufteilung mit Morsezeichen neu erfinden.

Zur Pause zeigte die Statistik leichte Vorteile für Manchester: 51,6 Prozent Ballbesitz, 15:8 Torschüsse am Ende - doch auf der Anzeigetafel stand es eben 1:2. "Wir haben uns in Schönheit fast totgespielt", murmelte Kontsch später. "Aber wenigstens war’s schön."

Die zweite Halbzeit begann mit viel Druck der Hausherren - und viel Geduld von Sheffield. Der Gast zog sich clever zurück, verteidigte kompakt und verließ sich auf gelegentliche Konter. Der junge Lester versuchte es immer wieder, in der 55., 59. und 69. Minute prüfte er Ellis Mayhew, der zwischen den Pfosten von Sheffield einen Sahnetag erwischte. Irgendwann fragte man sich, ob der Mann vielleicht Saugnäpfe an den Handschuhen hat.

Als Leo Forsythe in der 79. Minute Gelb sah, schien das nur eine Randnotiz - doch es symbolisierte, was sich auf dem Platz abspielte: Sheffield kämpfte, Manchester drückte. Die Blues variierten ihr Kurzpassspiel, versuchten es über die Flügel, über die Mitte, über Jamie Andersons linke Laune - doch das Tor wollte nicht fallen.

Bis zur 91. Minute. Da kam Ophir Naot, der Israeli im Mittelfeld, und traf mit einem präzisen Schuss aus 18 Metern. Wieder war Domingos der Passgeber. Der Jubel kannte keine Grenzen, und Naot rannte direkt in die Arme seines Trainers. "Ich habe ihm nur gesagt: Wenn du schon so spät triffst, dann wenigstens schön", lachte Kontsch.

Das 2:2 fühlte sich für Manchester wie eine Befreiung an, für Sheffield dagegen wie ein kleiner Diebstahl. "Wir hätten die Punkte verdient gehabt", knurrte Staunton nach dem Spiel. "Aber wenn man bis zur letzten Sekunde verteidigt, muss man auch damit leben, dass sie irgendwann trifft."

Am Ende blieb es beim gerechten Remis. Statistisch hatten die Blues etwas mehr vom Spiel, mehr Ballbesitz, mehr Schüsse, mehr Nerven. Sheffields solide Balance und frühe Effizienz verhinderten jedoch die Heimparty.

Vielleicht war das Fazit von Kommentatorin Jess Morgan am treffendsten: "Manchester spielte, Sheffield traf - und am Ende teilten sie sich die Erkenntnis, dass Fußball manchmal einfach nicht fair ist."

In der Kabine der Blues wurde dennoch gelacht. "Ein Punkt ist besser als keiner", sagte Lester, während er sich die Stutzen auszog. "Und wer weiß - vielleicht ist das der Anfang von etwas Großem."

Oder, wie Coach Kontsch es mit britischem Understatement formulierte: "Wir wollten zeigen, dass wir kämpfen können. Leider mussten wir erst zurückliegen, um das auch zu tun."

Ein 2:2, das nach mehr schmeckt - und nach einer Saison, in der Manchester vielleicht öfter spät, aber immerhin rechtzeitig aufwacht.

22.02.643987 08:19
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Wenn mein Vater da gewesen wäre, hätte sich mein Leben vollkommen anders entwickelt. Viel zielgerichteter. Dann wäre meine Mutter zu Hause gewesen. Ich hätte vernünftig für die Schule gearbeitet, einen normalen Beruf erlernt und wäre nicht in den Fußball abgedriftet.
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