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Blues retten sich nach frühem Schock: 2:2 im Manchester-Derby

Manchester - 35.857 Zuschauer im rundum ausverkauften City Ground sahen ein Derby, das alle Klischees des englischen Fußballs bediente: frühe Tore, kernige Zweikämpfe und Emotionen irgendwo zwischen Verzweiflung und Ekstase. Am Ende stand ein 2:2 zwischen den Manchester Blues und den Manchester Devils - ein Ergebnis, das beide Seiten gleichermaßen glücklich und unzufrieden machte.

Die Devils kamen mit offenem Visier. Trainer Ronnie Ekström hatte seine Mannschaft auf Angriff gebürstet, und das zeigte Wirkung: Schon in der 16. Minute traf Mika Kuqi nach Vorarbeit von Alfie Perlman zur Führung. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt. Der Ball war nass, der Torwart überrascht - perfekt", grinste Kuqi später in die Kameras.

Nur fünf Minuten später legte Agafon Swetlow nach, wieder nach Zuspiel von Perlman. Die Blues wirkten konsterniert, ihre Defensive eher wie ein offenes Scheunentor. Trainer Daniel Kontsch gestikulierte wild an der Seitenlinie, während der Stadionsprecher noch das zweite Tor durchsagte - und genau das schien die Initialzündung zu sein.

Denn kaum hatten die Devils das Feiern beendet, schlug Jamie Anderson zurück. In der 22. Minute verwertete der 31-Jährige eine butterweiche Flanke von Bradley Thuringer - 1:2. "Ich wollte einfach nicht, dass die Devils hier einen Spaziergang machen. Das ist unser Haus", sagte Anderson später mit einem vielsagenden Grinsen.

Die Blues übernahmen nun das Kommando. Mit 52 Prozent Ballbesitz und Kurzpassspiel vom Feinsten drückten sie auf den Ausgleich. In der 38. Minute war es dann wieder Anderson, diesmal nach Vorlage von Jaroslav Drulak, der das Stadion explodieren ließ. 2:2 - und was für ein Treffer! Ein Schlenzer aus 18 Metern, so präzise, dass selbst der gegnerische Keeper Jose Enrique Benito nur hinterherschauen konnte.

"Da wusste ich, das wird heute kein Spiel für schwache Nerven", meinte Blues-Coach Kontsch nach dem Spiel. Er lag damit goldrichtig. Denn nach der wilden ersten halben Stunde wurde das Derby zunehmend taktischer - und ruppiger. Xavier Nani sah in der 12. Minute Gelb, Danijel Jarakovic folgte in der 37. - beides eher symptomatisch für den leidenschaftlichen Schlagabtausch.

In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild kaum. Die Devils blieben offensiv, schossen insgesamt elfmal aufs Tor, während die Blues auf neun kamen. Ekström brachte frische Kräfte: Peyroteo, Haase und Bozsik - ein klares Zeichen. Doch die Blues hielten clever dagegen, ließen den Ball laufen, setzten auf Flügelspiel und warteten auf Lücken, die aber nicht mehr kamen.

Einmal, in der 72. Minute, lag das 3:2 in der Luft, als Anderson seinen dritten Treffer auf dem Fuß hatte, aber Benito rettete glänzend. "Ich hab kurz gedacht, ich sei Superman", lachte der Keeper später - wohl wissend, dass sein Reflex das Unentschieden rettete.

Auch die Schlussphase blieb dramatisch: Thuringer prüfte Benito noch einmal (83.), während auf der Gegenseite Asen Christow in der 85. Minute die Latte traf. Der Ballbesitz kippte leicht zugunsten der Blues, doch ein Tor fiel nicht mehr.

Nach Abpfiff um 22:20 Uhr war die Stimmung zwiegespalten. Im Fanblock der Blues wurde gefeiert, als hätte man gewonnen - immerhin war ein 0:2 aufgeholt. Bei den Devils dagegen überwog Frust. "Zwei Tore auswärts, das muss eigentlich reichen. Aber wir haben die Kontrolle verloren", knurrte Ekström und verschwand mit gesenktem Kopf in den Kabinengang.

Statistisch war es ein Duell auf Augenhöhe: 52,8 Prozent Ballbesitz für die Blues, 47,2 für die Devils, Tacklingquote fast ausgeglichen (48 zu 52 Prozent). Doch Emotionen lassen sich schwer in Zahlen pressen - und davon hatte dieses Derby reichlich.

Blues-Kapitän Anderson, der Mann des Abends, brachte es auf den Punkt: "Das war kein Spiel für Feingeister. Aber genau deswegen lieben wir Fußball in Manchester."

Ein Satz, der nachhallt. Denn wenn dieses 2:2 eines gezeigt hat, dann das: In dieser Stadt gibt es keine Sieger, nur zwei Mannschaften, die sich gegenseitig an ihre Grenzen treiben - und ein Publikum, das sich wünscht, das Spiel möge einfach nie enden.

Und während die Flutlichter langsam erloschen, hörte man irgendwo auf der Tribüne einen Fan murmeln: "Zwei Tore Rückstand? Kein Problem - das ist halt Manchester." Ein Satz, der in dieser Nacht wohl niemandem widersprochen hätte.

14.06.643993 02:18
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