Haaretz Sports
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Blues lassen die Sonne über Tel Aviv strahlen - 2:0 gegen Herzliya

Tel Aviv erlebte an diesem Februarabend Fußball mit mediterranem Nachdruck: 40.000 Zuschauer sahen im Bloomfield-Stadion, wie die Tel Aviv Blues die Herzliya Yellows mit 2:0 (2:0) besiegten - und das, obwohl die Gäste in Gelb durchaus mitreden wollten. Doch am Ende sprach das Spiel eine klare Sprache: die der Effizienz.

Schon in der 8. Minute bebte die Tribüne. Alfie Lansbury, der quirligste Engländer seit es Fish & Chips gibt, nahm einen Pass von Innenverteidiger Adrian Bruhn auf, tänzelte am Strafraumrand, schaute kurz, grinste breit - und drosch das Leder ins rechte Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Lansbury später lachend. "Aber der Ball hatte wohl andere Pläne."

Herzliya versuchte zu antworten, doch ihre Angriffe wirkten wie ein verspäteter Bus: immer in Bewegung, aber nie pünktlich am Ziel. Bruno Albinana prüfte in Minute 14 den Blues-Keeper Leandro de Freitas, der mit einer Flugeinlage antwortete, die selbst ein Zirkusdirektor mit Applaus bedacht hätte.

Und kaum hatten sich die Yellows sortiert, klingelte es erneut: 17. Minute, Alfonso Viqueira, der routinierte Rechtsaußen, hämmerte nach Vorarbeit von Christiano Henrique den Ball unter die Latte. 2:0 - und das Stadion sang. Trainer der Blues, der besonnene David Cohen (so nennen ihn die Fans, auch wenn er offiziell selten Interviews gibt), rief nur trocken: "Ich hab’s euch gesagt: heute machen wir’s früh klar."

Von da an kontrollierte Tel Aviv das Geschehen mit stoischer Ruhe. Das Ballbesitzverhältnis (50,2 zu 49,8 Prozent) liest sich ausgeglichen, doch in Wahrheit bestimmten die Blues das Spieltempo, als hielten sie eine Fernbedienung in der Hand. 14 Torschüsse für die Hausherren, nur 9 für Herzliya - und dazwischen viel Gelb, wenig Glanz.

Trainer Kula Shaker von den Yellows, sonst ein Mann mit Humor, war nach dem Spiel sichtlich genervt: "Unsere Taktik war gut - bis der Ball rollte." Seine Mannschaft hatte sich zu Beginn aggressiv und über die Flügel eingestellt, doch die Blues ließen sich davon kaum beeindrucken. "Wir wussten, dass sie über außen kommen. Also machten wir innen dicht und außen zu - so einfach ist das", grinste Blues-Verteidiger Bruhn, dem man die Freude über seinen Assist deutlich anmerkte.

In der zweiten Halbzeit passierte das, was Fußballfans den "Verwaltungsmodus" nennen. Tel Aviv spielte abgeklärt, Herzliya wechselte gleich dreimal zur Pause - Torwart Joao Antunez musste für den jungen Rafael Tal Platz machen, und vorne kam Pauel Cure für Bruno Albinana. Der brachte frischen Wind, aber keine Tore. Zweimal (66. und 91. Minute) prüfte er de Freitas, doch der Blues-Keeper war an diesem Abend schlicht unbezwingbar.

Gelbe Karten gab es trotzdem: Yaniv Naphtali (40.) für ein rustikales Einsteigen, Christiano Henrique (73.) nach einem zu ehrgeizigen Tackling, und später Matan Ohayon (89.), der wohl einfach nicht ohne Souvenir nach Hause wollte.

"Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren", meinte Herzliyas Kapitän Tiago Antonio nach dem Schlusspfiff. "Danach fehlte uns der Glaube - und ein bisschen Glück." Auf der anderen Seite klopfte sich Viqueira den Rasen von den Stutzen und grinste: "Wenn du früh triffst, kannst du dir sogar erlauben, in Ruhe schön zu spielen. Und das haben wir heute getan."

Die Blues wirkten in jeder Phase reifer. Ihr Passspiel - kurz, präzise, geduldig - ließ die Yellows laufen, bis deren Beine schwer wurden. Pressing? Fehlanzeige. Tel Aviv brauchte es nicht. Sie warteten, Herzliya kam, und der Ball blieb blau.

Am Ende applaudierte das Publikum stehend. Nicht, weil es ein Feuerwerk aus Toren gesehen hatte, sondern weil die Blues Fußball mit Verstand zeigten. "Das war kein Spektakel, aber solide Hausmannskost", murmelte ein älterer Fan auf der Tribüne. "Und ehrlich gesagt - ich mag’s so lieber."

Zwei frühe Treffer, souveräne Kontrolle, ein Publikum in Feierlaune - Tel Aviv bleibt damit oben auf Kurs. Herzliya dagegen muss sich fragen, ob starker Wille allein reicht, wenn Präzision fehlt. Trainer Shaker versprach immerhin: "Wir kommen zurück. Vielleicht nicht morgen, aber bald. Und dann bringen wir auch die Sonne mit - diesmal in Gelb."

Ein Abend, der zeigte: Fußball kann manchmal ganz einfach sein. Zwei Tore, ein bisschen Ironie - und 40.000 glückliche Blues-Herzen unter dem Nachthimmel von Tel Aviv.

02.04.643990 03:48
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Aleksandar Ristic
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