Football Today
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Bloomfield zerlegt Oxford - Nottingham Foresters feiern 5:2-Gala

Manche Spiele beginnen mit einem Paukenschlag, andere gleich mit einem Feuerwerk. Das Duell zwischen den Nottingham Foresters und Oxford City am 16. Spieltag der 2. Liga England gehörte eindeutig zur zweiten Kategorie. 12.500 Zuschauer im City Ground bekamen eine Show geliefert, die irgendwo zwischen Fußballmärchen und Chaoskomödie pendelte - Hauptdarsteller: Lucas Bloomfield, 29 Jahre alt, Linksaußen, und an diesem Abend offenbar in einem Paralleluniversum unterwegs.

Gerade mal sieben Minuten waren gespielt, da rauschte Bloomfield nach Pass von Innenverteidiger Rafael Alvaro in den Strafraum, schaute kurz zum Torhüter - und netzte eiskalt ein. Trainer Leon Löwe, sonst eher der stoische Typ, sprang erstmals in dieser Saison von der Bank. "Ich hab ihn heute Morgen gefragt, ob er ausgeschlafen sei", grinste Löwe später, "er meinte: ’Noch nicht ganz, aber Oxford wird mich schon wecken.’"

Wecken ließ sich allerdings auch Oxford: Nur zwei Minuten später köpfte ausgerechnet Innenverteidiger Alejandro Beto nach einer Ecke den Ausgleich - natürlich mit der Wucht eines Mannes, der sonst lieber Bälle weggrätscht als sie ins Netz befördert. Foresters-Keeper Riley Adams konnte da nur staunen.

Doch der Torrausch war noch lange nicht vorbei. In der 16. Minute ließ Bloomfield erneut seine Gegenspieler stehen, diesmal nach einer Vorlage von Rechtsverteidiger Alexander Duncan. 2:1. Die Fans jubelten noch, als Oxford schon wieder antwortete - Fabio Meireles vollendete nach Pass von Rhys Connolly in der 19. Minute zum 2:2. Fünf Tore in nicht einmal zwanzig Minuten - wer zu spät eingeschaltet hatte, durfte sich ärgern.

Aber dann kam die Bloomfield-Show in voller Länge. Noch vor der Pause (39.) machte er seinen Hattrick perfekt, nach feiner Vorarbeit von Nevio Varela. Drei Tore in einer Halbzeit - und jedes schöner als das vorige. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", sagte Foresters-Stürmer Paulo Rielo nach dem Spiel, "ich dachte, der Ball hat heute einen Magneten auf Bloomfields Schuhen."

Zur Pause führte Nottingham 3:2, obwohl der Ballbesitz klar bei Oxford lag (57 zu 43 Prozent). "Wir hatten den Ball, sie hatten die Tore", knurrte Gäste-Coach David Klockzien später. "Das ist wohl die moderne Kunst des Minimalismus."

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Foresters den Effort - wie es so schön im Taktikbuch heißt - von "Standard" auf "Stark". Und das merkte man. In der 54. Minute schoss Bloomfield sein viertes Tor des Abends. Man hatte fast den Eindruck, er würde sich selbst auf dem Platz applaudieren. Löwe indes blieb gelassen: "Ich hab ihm gesagt: Wenn du noch eins machst, darfst du nächste Woche mal das Aufwärmen ausfallen lassen."

Oxford versuchte es weiter mit gepflegtem Ballbesitz, aber ohne das nötige Glück. Der 17-jährige Robert Graysmark, Oxfords jugendlicher Hoffnungsträger, kam zwar zu mehreren Abschlüssen, doch Foresters-Keeper Adams hatte plötzlich Spiderman-Hände. Und als Lewis Gady, eigentlich linker Verteidiger und sonst eher als Spaßbremse bekannt, in der 74. Minute aus 20 Metern das 5:2 erzielte, war das Spiel endgültig entschieden.

Dazwischen sorgte Oxfords Rhys Connolly noch für die einzige Gelbe Karte der Partie, als er Bloomfield etwas zu deutlich zu verstehen gab, dass vier Tore an einem Abend unhöflich seien. "Ich wollte ihm nur gratulieren", scherzte Connolly nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern.

Die letzten Minuten nutzte Löwe, um durchzuwechseln - Theo Graves kam für Duncan, später wurde auch Varela durch Bostwick ersetzt. Oxford-Coach Klockzien stand derweil mit verschränkten Armen an der Linie, als wolle er das Spiel hypnotisch zurückdrehen. Doch selbst mit 57 Prozent Ballbesitz, acht Torschüssen und jeder Menge guter Absichten blieb seinen Jungs nur die Erkenntnis: Effektivität schlägt Ästhetik.

Nach dem Schlusspfiff feierten die Fans Bloomfield wie einen Rockstar. Der Stürmer selbst nahm’s bescheiden: "Ich hatte einfach das Gefühl, dass heute alles klickt. Vielleicht sollte ich öfter Spaghetti zum Frühstück essen."

Trainer Löwe fasste den Abend trocken zusammen: "Wir haben nicht schön gespielt, aber schön getroffen." Oxford-Coach Klockzien entgegnete: "Manchmal ist Fußball eben kein Gedicht, sondern ein Pop-Song - und heute hatten sie den Refrain."

Ein Satz, der vermutlich noch ein paar Tage in Nottingham nachhallen wird - so wie die fünf Tore, die sich in die Vereinschronik brennen dürften. Und während die Foresters jubeln, sucht Oxford City wahrscheinlich noch immer nach der Antwort auf die einfachste aller Fragen: Wie stoppt man einen Bloomfield in Bestform?

Antwort: Gar nicht. Nicht an diesem Abend.

19.11.643990 14:17
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