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Blitzstart und Zittern bis zum Schluss - Holyhead Blues bezwingen SV Fuhlenbrock 2:1

Die 43.500 Zuschauer im ausverkauften Holyhead-Stadion hatten kaum Platz genommen, da durfte schon gejubelt werden. Ganze vier Minuten waren gespielt, als Noah Barbier, der flinke Linksaußen der Blues, den Ball aus halbrechter Position unhaltbar in den Winkel drosch - und Trainer Jürgen Steinmetz später trocken anmerkte: "Wir wollten früh Druck machen. Dass Noah gleich zweimal trifft, war dann die Kür."

Denn Barbier hatte noch nicht genug. Nur vier Minuten nach seinem ersten Streich lauerte er wieder dort, wo es weh tut, und verwandelte eine Hereingabe von Tzipi Itzhaki eiskalt zum 2:0. Acht Minuten, zwei Tore - und SV Fuhlenbrock wirkte, als sei es gerade erst aus dem Mannschaftsbus gestiegen.

Trainer Mike Lowrey, sichtlich bemüht, die Fassung zu wahren, rief lautstark von der Seitenlinie: "Leute, das ist kein Freundschaftsspiel!" Doch seine Abwehr zeigte sich in dieser Phase alles andere als freundschaftlich - eher gastfreundlich.

Erst nach einer knappen halben Stunde erwachten die Gäste. Wilhelm Behrens, eigentlich rechter Verteidiger, schaltete sich beherzt in den Angriff ein, bekam den Ball von Nuno Fernandes und jagte ihn zum 2:1-Anschluss in die Maschen (26.). Das war der Weckruf, den Fuhlenbrock gebraucht hatte.

"Wenn dein Außenverteidiger das Toreschießen übernimmt, weißt du, dass es Zeit ist, aufzuwachen", sagte Lowrey später mit einem bitteren Lächeln. Und tatsächlich: fortan war die Partie offener, die Blues verloren etwas an Kontrolle, doch ohne ernsthaft ins Wanken zu geraten.

Bis zur Halbzeit blieb es beim 2:1, und Steinmetz nutzte die Pause, um seine Mannen auf Bodenhaftung einzuschwören. "Ich habe ihnen gesagt, sie sollen nicht glauben, das läuft von allein. Und dann haben sie mich angesehen, als hätte ich gerade das Wetter vorgelesen", schmunzelte der Coach.

Fuhlenbrock kam mit drei frischen Kräften aus der Kabine - Lowrey wechselte gleich dreifach: Hable, Roades und Forsythe machten Platz für Di Stefano, Kuqi und den jungen Michael Anicic. Der Plan: mehr Tempo über die Außen, mehr Aggressivität im Zentrum. Doch kaum war der Ball wieder im Spiel, da humpelte der gerade eingewechselte Hable nach einem Zusammenprall vom Platz - ein bitterer Abend für den 29-Jährigen.

In der zweiten Halbzeit blieb es ein Spiel der verpassten Chancen. Holyhead hatte insgesamt zwölf Abschlüsse, Fuhlenbrock nur sechs. Doch beide Keeper - Rafael Arino für die Blues, Garritt Van Antwerp für die Gäste - hielten ihre Teams mit Glanzparaden im Spiel. Besonders Arino sorgte in der 87. Minute mit einer akrobatischen Flugeinlage gegen Nelio Bosingwas Kopfball für stehende Ovationen.

"Da hab ich einfach gehofft, dass der Ball mich trifft", grinste der Torwart später, während Barbier ihm freundschaftlich auf die Schulter klopfte.

In der Schlussphase wurde es noch einmal ruppig. Tzipi Itzhaki holte sich in der 82. Minute Gelb ab - wohl auch, um zu verhindern, dass sein Gegenspieler Arias durchbricht. "Ich hab das taktisch gelöst", meinte er später augenzwinkernd, "Jürgen nennt das manchmal eine gelbe Gehirnzelle."

Die Blues verwalteten den knappen Vorsprung mit 57 Prozent Ballbesitz und einer ordentlichen Zweikampfquote von 54 Prozent. Fuhlenbrock versuchte es mit langen Bällen, blieb aber letztlich harmlos. Der letzte Versuch, ein Fernschuss von John Roades in der Nachspielzeit, landete in den Armen von Arino - und kurz darauf im Jubelmeer der Gastgeber.

Trainer Steinmetz zeigte sich nach dem Abpfiff zufrieden, aber nicht euphorisch: "Wir haben gut begonnen, dann zu sehr verwaltet. Aber am Ende zählt, dass wir die Punkte haben."
Lowrey hingegen suchte die positiven Aspekte: "Wir haben nach dem Horrorstart Charakter gezeigt. Wenn wir so weitermachen - und vielleicht früher aufwachen - gewinnen wir das Rückspiel."

Die Fans der Blues sangen noch lange nach Schlusspfiff, während Barbier, der Mann des Abends, auf seiner Ehrenrunde verschmitzt grinste. "Zwei Tore sind schön, aber ich hätte gern das dritte gemacht - nur, um’s gemütlich zu haben."

Ein Spiel, das alles hatte: frühe Tore, zittrige Nerven, hitzige Zweikämpfe - und das Gefühl, dass Fußball manchmal vor allem eines ist: ein sehr unberechenbarer Zeitvertreib.

Und wenn man Trainer Steinmetz glauben darf, war das noch nicht das Ende. "Wir können schöner spielen", sagte er - und verschwand mit einem Zwinkern in den Katakomben.

14.05.643987 16:26
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