Anpfiff
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Blau-Weiß Linz fegt Kohfidisch mit 5:1 vom Platz - und das nach Rückstand

Es war eine dieser Nächte, in denen man sich fragt, ob der Fußballgott nicht vielleicht selbst ein Linzer ist. 9000 Zuschauer strömten am Dienstagabend ins Donauparkstadion, um das Viertelfinal-Hinspiel des Liga-Pokals zwischen Blau-Weiß Linz und Kohfidisch zu sehen - und sie bekamen ein kleines Spektakel serviert: Ein 5:1, das sich erst nach einer kleinen Schrecksekunde so richtig entfaltete.

Denn zunächst sah es gar nicht nach einem Linzer Jubelabend aus. Nach gerade einmal 16 Minuten zappelte der Ball im Netz der Heimelf - und das ausgerechnet nach einem Vorstoß des 19-jährigen Linksverteidigers Pol Lomban. Mit jugendlicher Unbekümmertheit zog er einfach mal ab, nachdem sein Teamkollege Helmut Fischer von rechts flankte. "Ich hab gar nicht geglaubt, dass der reingeht", grinste Lomban später. Der Jubelblock aus Kohfidisch tobte - kurz.

Blau-Weiß Linz schien der Gegentreffer eher zu kitzeln als zu ärgern. Marwin Moser, der mit 34 Jahren eigentlich schon als Routinier durchgeht, beschloss, dass es nun genug sei. In der 35. Minute zirkelte er nach feinem Zuspiel von Jurek Kaluzny den Ball aus 20 Metern ins rechte Eck - ein Tor, das so sauber war, dass man fast applaudieren musste, obwohl man neutraler Beobachter war. "Na ja, den wollte ich so", sagte Moser später mit einem Augenzwinkern, "manchmal fliegt er ja auch Richtung Parkplatz."

Zur Pause stand es also 1:1 - und Kohfidisch durfte kurz hoffen. Doch nach Wiederanpfiff ging’s Schlag auf Schlag. Nur eine Minute nach Beginn der zweiten Hälfte traf Otto Jacob, der 31-jährige Mittelfeldmotor, nach Vorlage von Moser zum 2:1. Kaum hatten sich die Gäste davon erholt, erhöhte Jörg Seidel in der 48. Minute auf 3:1 - diesmal nach Vorarbeit von Robin Weller. Zwei Minuten später legte Seidel gleich noch einen drauf, eiskalt nach Pass von Heinz Will. Vier Tore in 15 Minuten Spielzeit - Kohfidisch wusste kaum, wie ihm geschah.

Trainer Micha Roost stand derweil an der Seitenlinie wie ein Mann, der gerade seinen Lottozettel verloren hat. "Wir wollten eigentlich kompakt stehen", murmelte er später, "aber Linz hat das Tempo einfach gnadenlos hochgehalten."

Die Gastgeber kontrollierten fortan Ball und Gegner. 53 Prozent Ballbesitz, 21 Torschüsse - die Statistik spricht eine klare Sprache. Kohfidisch kam immerhin auf vier Abschlüsse, von denen zwei wenigstens den Weg auf das Tor fanden. Doch Blau-Weiß Linz spielte wie aus einem Guss. Jeder Angriff schien gefährlich, jeder Pass saß.

In der 80. Minute setzte Tomislav Mikic den Schlusspunkt. Nach einem feinen Steckpass von Otto Jacob wuchtete er das Leder zum 5:1-Endstand in die Maschen. Die Linzer Fans sangen, die Ersatzspieler klatschten - und Kohfidisch schaute betreten zu Boden.

"Das war eine Lehrstunde", gab Kohfidischs Mittelfeldmann Nevio Moritz offen zu. "Wir haben uns in der zweiten Halbzeit einfach überrennen lassen." Sein Gegenspieler Jörg Seidel, Doppeltorschütze des Abends, grinste breit: "Wenn’s läuft, läuft’s. Heute hätten wir wahrscheinlich auch mit verbundenen Augen getroffen."

Blau-Weiß-Coach (dessen Name auf dem Spielbericht seltsam fehlte) blieb trotz des Kantersiegs erstaunlich nüchtern: "Ich hab zur Pause gesagt: Jungs, bleibt ruhig, spielt euer Spiel. Dass sie dann gleich dreimal treffen, war nicht unbedingt Teil des Plans - aber ich beschwer mich nicht."

Kohfidischs Trainer Roost dagegen suchte Trost in Ironie: "Wir wollten Linz weh tun - jetzt tun eher wir uns weh. Aber gut, es gibt ja noch ein Rückspiel."

Das Publikum verabschiedete die Mannschaften mit warmem Applaus. Der Sieg war deutlich, aber auch verdient. Linz hatte mehr Ideen, mehr Übersicht, mehr Zielstrebigkeit. Selbst die Tackling-Quote sprach für sie: 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe gegen 43 Prozent bei Kohfidisch.

Nach Abpfiff blieb Moser noch kurz auf dem Rasen stehen und blickte Richtung Tribüne. "So ein Abend", sagte er, "dafür spielt man Fußball." Und ja - an diesem Abend stimmte das in jeder Hinsicht.

Fazit: Blau-Weiß Linz hat sich mit diesem 5:1 eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel geschaffen. Kohfidisch braucht im eigenen Stadion ein kleines Fußballwunder. Oder ein sehr, sehr großes.

Und wer weiß - vielleicht hat der Fußballgott ja beim nächsten Mal einen anderen Lieblingsverein.

04.01.643991 20:52
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