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Blancos siegen trotz Platzverweis - Lanzarote scheitert an Martini-Show

Es war ein Abend, an dem Lanzarote CF alles richtig zu machen schien - und trotzdem alles falsch lief. 42.981 Zuschauer auf der sonnenverwöhnten Insel sahen am 16. Spieltag der 1. Liga Spaniens ein hitziges Duell zwischen Lanzarote CF und Blancos Madrid, das am Ende mit 1:2 endete. Zwei Minuten genügten den Gästen aus der Hauptstadt, um aus einem zähen Kampf einen Auswärtscoup zu machen.

Dabei hatte das Spiel zunächst wenig von einem Spektakel. Die erste Halbzeit war so torlos wie ein Strandspaziergang im Winter: schön anzusehen, aber ohne Höhepunkte. Lanzarote hielt mit 57 Prozent Ballbesitz elegant den Ball in den eigenen Reihen, während Blancos Madrid das tat, was sie immer tun - warten, bis der Gegner müde wird. Trainer Anton Schneider grinste später: "Wir haben uns gesagt: Lasst sie ruhig laufen. Der Ball wird ja nicht schwerer."

Nach der Pause kam Bewegung in die Sache - zunächst im negativen Sinne für die Gäste. Innenverteidiger Sergio Viana grätschte in der 58. Minute so ungestüm, dass selbst der Schiedsrichter kurz zurückwich, bevor er die Rote Karte zückte. "Das war kein Foul, das war Kunst", verteidigte Viana sich später mit einem ironischen Lächeln. Elf gegen zehn - die Bühne war bereitet für Lanzarote.

Doch genau da, wo Lanzarote den Fuß auf das Gaspedal setzen wollte, trat Rolando Martini auf die Bremse - für die Gastgeber. Der italienische Linksaußen der Blancos hatte offenbar keine Lust auf eine Niederlage im Urlaubsparadies. In der 65. Minute traf er nach feinem Doppelpass mit Mittelstürmer Lubomir Penksa zum 0:1. Nur eine Minute später - kaum hatten die Balljungen den zweiten Ball aus dem Netz geholt - wiederholte sich das Schauspiel. Wieder Penksa als Vorbereiter, wieder Martini, wieder Tor.

"Ich dachte, das Replay läuft noch", murmelte Lanzarotes Torwart Xabier Xuarez kopfschüttelnd. Trainer Meister Leverkusen war weniger amüsiert: "Wir haben zwei Minuten lang vergessen, dass man Tore auch verhindern kann."

Doch Lanzarote gab sich nicht geschlagen. Nur vier Minuten nach dem Doppelschlag - in der 70. Minute - brachte James Young sein Team zurück ins Spiel. Nach einem langen Pass von Freddie O’Shea nahm er den Ball elegant mit, drehte sich um den verzweifelten Manuel Rizzi und schob überlegt zum 1:2 ein. Das Stadion bebte, als hätte jemand den Vulkan wiedererweckt.

"Da glaubst du, jetzt kippt das Spiel", seufzte Blancos-Coach Schneider später, "aber dann schießt Lanzarote lieber noch ein paar Pässe, anstatt aufs Tor." Und tatsächlich: Trotz Überzahl und Ballbesitz blieb es bei drei Torschüssen für die Gastgeber - ein Wert, der eher an Handball erinnert als an Fußball.

Blancos Madrid dagegen drosch, flankte und schoss aus allen Lagen - 14 Torschüsse, dazu ein Gelb für den stets ungestümen Martini (73.), ehe der Trainer in der Nachspielzeit gleich dreimal wechselte, um Zeit von der Uhr zu nehmen. Martini, ausgepumpt, trottete vom Feld und grinste: "Zwei Tore, eine Karte - das nenn’ ich Effizienz."

Lanzarote versuchte in der Schlussphase alles, was aussieht wie Angriff, aber keiner ist. Ersatzweise gab’s Gelb für den 17-jährigen Ruben Mantecon, der in der 81. Minute wohl einfach mal zeigen wollte, dass er auch schon hart spielen kann.

"Wir wollten kontern", erklärte Trainer Leverkusen nach dem Spiel, "aber wenn du immer den Ball hast, kannst du schwer kontern." Eine Analyse, so ehrlich wie schmerzhaft.

Am Ende blieb Lanzarote trotz engagierter Vorstellung ohne Punkte. Blancos Madrid dagegen feierten ausgelassen - auch wenn Trainer Schneider auf der Pressekonferenz betonte, man habe "nur das Nötigste getan". Ein Satz, der wohl in Stein gemeißelt werden wird, wenn man sich die Statistik ansieht: weniger Ballbesitz, eine Rote Karte, aber zwei Tore - das reicht manchmal eben.

Und so endete ein Spiel, das eigentlich nie kippen durfte, mit einem ironischen Beigeschmack. Lanzarote spielt brav, Madrid frech - und Fußball belohnt eben selten die Braven.

Oder, wie Rolando Martini es beim Verlassen des Stadions mit einem Augenzwinkern sagte: "Manchmal musst du nur zweimal schießen, damit dich alle lieben."

Ein Schluss, der Lanzarote wehtun dürfte - und Madrid in der Tabelle weiterträgt.

11.07.643987 20:22
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Erich Ribbeck
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