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Blancos Madrid tanzt Real Oviedo aus - 3:0 und ein Abend voller Ironie

Manchmal erzählt der Fußball einfache Geschichten: Ein Favorit spielt souverän, der Außenseiter müht sich redlich - und am Ende steht ein Ergebnis, das so klar ist, dass man fast Mitleid bekommt. Fast. Beim 3:0 von Blancos Madrid gegen Real Oviedo war genau das der Fall: 45.634 Zuschauer im Estadio Nuevo Blanco sahen eine Partie, die zwar keinen Fußballgott heraufbeschwor, aber immerhin zeigte, wie man mit 45 Prozent Ballbesitz das Maximum herausholt.

Schon nach wenigen Minuten war klar, dass Oviedo zwar mehr vom Ball, aber wenig vom Spiel hatte. Die Gäste ließen den Ball laufen, als wäre das Ziel ein Schönheitspreis, während Blancos Madrid mit chirurgischer Präzision auf den Moment lauerte. In der 23. Minute war es dann so weit: Stanko Sulejmani, der rechte Wirbelwind der Blancos, verwertete eine butterweiche Flanke von Riley Giles - 1:0. Trainer Reto Klopfenstein ballte an der Seitenlinie die Faust und murmelte, halb zu sich selbst: "Wenn wir schon Pressing nur im Rückstand spielen, dann wenigstens effizient."

Oviedo versuchte es danach mit kontrolliertem Aufbau, doch was bringt 54 Prozent Ballbesitz, wenn man kaum durchkommt? Marc Blanchett prüfte Keeper Marco Fernandes zweimal (4., 38.), aber der 35-jährige Schlussmann reagierte wie ein Mann, der schon alles gesehen hat. "Ich hab’ den Ball schon gerochen, bevor er geschossen hat", grinste Fernandes nach dem Spiel.

Noch vor der Pause kassierte Blancos allerdings zwei Gelbe Karten - Bruno Chalana (27.) und Riley Giles (36.) zeigten, dass man auch ohne Brutalität ein Zeichen setzen kann. Oviedo-Coach Florian Meier kommentierte trocken: "Wir wollten sie laufen lassen, sie wollten uns laufen lassen. Sie haben gewonnen."

Nach dem Seitenwechsel blieb das Spielbild ähnlich: Oviedo durfte kombinieren, Madrid konterte - und zwar mit chirurgischer Präzision. Logan Edgecomb, der agile Rechtsaußen, hätte in der 62. Minute schon treffen können, zögerte aber eine Sekunde zu lange. "Ich dachte, ich sei im Training", sagte er später lachend. Doch 17 Minuten später machte er es besser: Nach Vorarbeit von Marian Petrow schlenzte er den Ball unhaltbar ins lange Eck - 2:0 (79.).

Kaum hatten die Fans ihre Stimmen wiedergefunden, klingelte es erneut. Nur eine Minute später (80.) - diesmal war es Mittelstürmer David Langlois, der nach feinem Zuspiel von Maurice Hinz eiskalt vollendete. Ein Doppelschlag wie aus dem Lehrbuch, und Oviedo stand plötzlich da wie ein Schüler, der das falsche Kapitel gelernt hatte.

"Das war der Moment, in dem wir aufgehört haben, an den Ausgleich zu glauben", gab Oviedos 17-jähriger Mittelfeldspieler Xavi Barreda später offen zu. Immerhin holte er sich in der 73. Minute seine erste Gelbe Karte im Profifußball - ein Souvenir, das man nicht vergisst.

Trainer Klopfenstein nutzte die komfortable Führung, um zu rotieren: In der 83. Minute brachte er den 18-jährigen Ezequiel Enrico für Hinz und Ferenc Feldmann für den gelbbelasteten Giles. Feldmann sah sich gleich in die Notizblöcke der Schiedsrichter eintragen - Gelb in der 84. Minute. "Ich wollte nur Hallo sagen", meinte er später schmunzelnd.

Statistisch gesehen war das Spiel fast paradox: 13 Torschüsse für Blancos, 4 für Oviedo; mehr Ballbesitz für die Gäste, aber null Ertrag. Madrid spielte offensiv, aber kontrolliert, Oviedo balanciert, aber harmlos. Das Ergebnis: 3:0, glatt wie frisch gebügelte Trikots.

Im Kabinengang sagte Torschütze Sulejmani mit einem Augenzwinkern: "Wir spielen offensiv, aber wir wissen auch, wann man Kaffee trinken muss." Sein Trainer ergänzte: "Das war kein Zauber, nur Timing. Und vielleicht ein bisschen Glück - aber das gehört ja zum guten Stil."

Am Ende blieb den Fans nur, sich zufrieden in die Madrider Nacht zu verabschieden. Real Oviedo nahm seine 54 Prozent Ballbesitz mit nach Hause - ein statistischer Trostpreis.

Oder wie ein älterer Fan auf der Tribüne sagte, während er sich den Schal umlegte: "Ballbesitz ist schön, Tore sind besser." Und schöner kann man dieses Spiel wohl kaum zusammenfassen.

24.12.643990 06:37
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Man darf das Spiel doch nicht so schlecht reden wie es wirklich war.
Olaf Thon
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