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Basingstoke Town tanzt Stoke City aus - 4:2 im Torfestival

Es war ein Montagabend, der in Basingstoke wohl noch lange Gesprächsstoff liefern wird. Unter Flutlicht besiegte Basingstoke Town den favorisierten Zweitligisten Stoke City mit 4:2 (3:1) - und das auf eine Art, die selbst den neutralen Beobachter kurz an Zauberei glauben ließ. Trainer Ron Go grinste später in die Kameras: "Ich hab den Jungs nur gesagt, sie sollen Spaß haben. Dass sie so viel Spaß haben würden, hätte ich nicht gedacht."

Schon nach zwei Minuten bebte das kleine Stadion mit seinen 12.500 Zuschauern. Philippe Grenier, der französische Rechtsaußen mit dem eleganten Bart und der Schussgewalt eines Presslufthammers, traf nach Vorlage von Jordi Figo zur frühen Führung. Stoke City, offenbar noch im Bus, wirkte so überrascht, dass selbst Trainer Horst Fiedler minutenlang auf seinem Clipboard herumkritzelte, als wolle er das Tor nachträglich wegzaubern.

Doch Basingstoke hatte Blut geleckt. In der 17. Minute legte Pau Urrutia nach, eiskalt nach Zuspiel von Vladimir Sotirovic. Zwei Chancen, zwei Tore - die Effizienz einer Schweizer Uhr. "Ich dachte, er flankt", lachte Figo später über Urrutias Abschluss, "aber Pau schießt einfach immer. Selbst beim Training, wenn wir Wasserflaschen aufstellen."

Stoke City rappelte sich auf, zeigte offensive Lebenszeichen. Dusko Jovanovic zog die Fäden im Mittelfeld, Louis Kirkwood verkürzte nach 25 Minuten auf 2:1 - ein technisch feiner Treffer nach sehenswerter Kombination. "Da waren wir mal kurz wach", knurrte Fiedler nach dem Spiel, "leider nur kurz."

Denn die Antwort kam prompt: Innenverteidiger Mirel Tataru, sonst eher für rustikale Klärungsaktionen bekannt, köpfte nach einer Ecke von Figo das 3:1 (36.). Dass ein Abwehrmann trifft, passte an diesem Abend ins Bild - in Basingstoke durfte einfach jeder mal. Stoke reagierte mit einer Gelben Karte für Pedro Ruy, der sich vermutlich dachte: Wenn schon nicht am Ball, dann wenigstens am Gegner.

Nach der Pause wechselte Fiedler dreifach - frisches Blut, frische Hoffnung. Der 18-jährige Gabor Feher brachte tatsächlich Schwung, und Marco Travassos gelang in der 75. Minute das 3:2. Kurz schnupperte Stoke am Ausgleich. "Ich hab kurz geglaubt, die drehen uns noch einen rein", gab Torwart Stille Ampte zu, "aber dann hab ich mir gedacht: Nee, nicht heute."

Und tatsächlich: In der Nachspielzeit setzte Sotirovic den Schlusspunkt. Nach Pass von Frideborg Norman jagte er den Ball zum 4:2 unter die Latte - ein Tor wie ein Ausrufezeichen hinter eine leidenschaftliche Vorstellung. Der rechte Mittelfeldspieler riss die Arme hoch, grinste in Richtung Tribüne und rief - laut Lippenlesern - etwas, das wohl nicht druckreif war.

Statistisch war die Partie fast ausgeglichen: 13 Torschüsse auf beiden Seiten, 53 Prozent Ballbesitz für Basingstoke. Doch der Unterschied lag in der Konsequenz. Wo Stoke zögerte, traf Basingstoke - und das mit einer Leichtigkeit, die selbst den Heimtrainer überraschte. "Ich weiß gar nicht, was ich jetzt mit so viel Euphorie anfangen soll", meinte Ron Go und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Vielleicht schreib ich ein Buch: Wie man Stoke vier Tore einschenkt, ohne zu pressen."

Stoke-Coach Fiedler hingegen suchte nach Erklärungen - und fand keine. "Wir haben offensiv gespielt, offensiver kann man kaum spielen. Nur: Wenn du vorn drückst und hinten schläfst, dann wirst du halt ausgetanzt." Seine Spieler nickten betreten, während die Fans von Basingstoke längst auf den Stadionbänken tanzten.

Ein kleiner Dialog nach Abpfiff fasste das Spiel wohl am besten zusammen. "Chef, glauben Sie, wir können das nächste Mal wieder so spielen?", fragte Sotirovic im Vorbeigehen seinen Trainer. Ron Go lachte nur und antwortete: "Wenn du wieder in der 90. triffst, darfst du sogar tanzen."

Das Fazit: Ein mutiger Underdog, der über sich hinauswächst, und ein Favorit, der trotz 13 Abschlüssen von der eigenen Courage überrollt wird. Basingstoke Town ist nach diesem 4:2 endgültig in der 2. Liga angekommen. Stoke City dagegen reist mit hängenden Köpfen nach Hause - und vielleicht dem leisen Verdacht, dass in Basingstoke an diesem Abend einfach Magie im Flutlicht lag.

Oder, wie es Stadionsprecherin Mary Jenkins ins Mikro rief, bevor die Fans in die Nacht entschwanden: "Das war kein Zufall. Das war Basingstoke!"

02.07.643990 11:18
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