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Basel schlägt Dublin - und der Guinness-Hahn verstummt

Ein Champions-League-Abend im Januar, 79.500 Fans im ausverkauften Aviva Stadium, und am Ende herrschte eisiges Schweigen über Dublin. Die Old Boys Basel entführten mit einem abgeklärten 2:0-Auswärtssieg einen Schatz, der goldener glänzt als jedes Kleeblatt auf der grünen Insel. Für die Rovers war es ein Abend der verpassten Chancen, für Basel einer der kühlen Effizienz - und für die Zuschauer ein Lehrstück, wie man mit acht Torschüssen zwei Tore erzielt und danach das Spiel einfach einfriert.

Die Rovers begannen mutig, fast übermütig. Schon nach zehn Minuten feuerte Thomas McGee den ersten Warnschuss ab, der Basler Keeper Charlie O’Brien (später durch Kevin Beer ersetzt) musste sich strecken. "Da dachte ich, das wird heute ein langer Abend", grinste O’Brien nach dem Spiel. Es wurde tatsächlich ein langer Abend - allerdings nicht für ihn, sondern für Dublins Stürmer, die das Tor trafen wie ein Dartspieler mit Augenbinde.

Fernando Bujia, der unermüdliche Linksaußen der Rovers, prüfte O’Brien gleich viermal zwischen der 21. und 39. Minute. Immer wieder rauschte der Ball knapp vorbei oder landete in den sicheren Händen des Basler Schlussmanns. Dann, wie aus dem Nichts, der Schlag in die irische Magengrube: In der 23. Minute kombinierte sich Basel durch die Mitte, Dimas Miguel legte quer, und Olivier Duchesne setzte das Leder trocken ins lange Eck - 0:1. "Wir haben sie kurz eingeschläfert und dann zugestochen", sagte Duchesne mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Bescheidenheit und Chuzpe pendelte.

Dublin rannte, Basel stand. 47,5 Prozent Ballbesitz für die Rovers - also fast Gleichstand -, aber man hatte das Gefühl, sie hätten auch 70 Prozent haben können, ohne dass es jemandem im Gästeblock Angst gemacht hätte. Trainer Paul Abramowich schrie sich an der Seitenlinie die Seele aus dem Leib: "Langer Ball! Langer Ball!", hallte es über den Platz. Seine Mannschaft befolgte das offenbar wörtlich - 70 Meter-Diagonalpässe segelten in die baslerische Abendluft, aber selten in die Nähe eines Mitspielers.

Nach der Pause blieb Dublin das aktivere Team. 11 Torschüsse standen am Ende zu Buche, aber die Statistik hat eben keine Torlinie. In der 56. Minute zischte Daniel Kinsellas Versuch nur Zentimeter über die Latte, und selbst der Himmel über Dublin stöhnte leise auf. Dann, in der 70. Minute, kam die kalte Dusche: Duchesne, diesmal als Vorbereiter, bediente Hugo Moutinho - 0:2. Ein Angriff, ein Treffer, und die Basler Bank feierte als hätte man gerade den Cup gewonnen.

"Wir spielen kein schönes Spiel, wir spielen ein kluges", erklärte André Marsmann, der Basler Coach, mit einem Zwinkern. Tatsächlich war seine Elf taktisch makellos: ausbalanciert, aggressiv, aber nie überhastet. Nur eine gelbe Karte (Michael Wahbi, 53.) zeugte davon, dass man es auch anders gekonnt hätte.

Abramowich dagegen versuchte in der Schlussphase alles: In der 87. Minute brachte er Oliver Kenny und Pedro Makukula, in der 89. noch Jacob Irwin. Ein Stürmer für einen Verteidiger, ein verzweifelter Versuch, das Schicksal zu überlisten. Doch der Ball wollte an diesem Abend einfach nicht rein. "Vielleicht hätten wir das Tor größer malen sollen", murmelte McGee hinterher, halb im Scherz, halb im Frust.

Die Basler wechselten in der Nachspielzeit noch einmal durch, gönnten O’Brien seinen Applaus und schickten sogar den Ersatzkeeper Beer aufs Feld - ein Luxus, den man sich beim Stand von 2:0 leisten kann.

Als Schiedsrichter Lorenzo Petrovic abpfiff, blieben die Rovers minutenlang auf dem Rasen liegen, als könnten sie es nicht fassen. 0:2 im Hinspiel - eine schwere Hypothek vor der Reise ans Rheinknie. Doch Abramowich zeigte sich kämpferisch: "Wir haben heute nicht verloren, wir haben nur die ersten 90 Minuten gespielt. In Basel wird’s anders laufen."

Man möchte ihm glauben, aber Basel hat in dieser Form etwas von einer Schweizer Uhr: präzise, unerbittlich und völlig unbeeindruckt vom Lärm ringsum. Dublin dagegen muss hoffen, dass im Rückspiel nicht wieder nur der Guinness-Hahn trifft.

Vielleicht ist das Schönste an diesem Abend, dass Fußball immer wieder Geschichten schreibt, in denen Leidenschaft gegen Kontrolle kämpft. In Dublin gewann die Kontrolle. Und die Rovers? Sie spielten, als hätten sie vergessen, dass Ballbesitz allein noch kein Tor ist - aber immerhin eine gute Ausrede.

11.10.643987 11:05
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