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Barrow verzweifelt - Ewood Rovers mauern sich zum 0:0 der Extraklasse

Es gibt Fußballspiele, die brennen sich ins Gedächtnis, weil sie voller Tore, Tempo und Dramatik sind. Und dann gibt es Spiele wie das gestrige zwischen den Ewood Rovers und Barrow AFC - ein 0:0, das so hart erkämpft war, dass selbst der Rasen danach eine Therapie nötig hatte. 40.552 Zuschauer im Ewood Park erlebten 90 Minuten, in denen Barrow 17 Mal auf das Tor schoss und Ewood genau einmal. Das sagt eigentlich alles.

Von der ersten Minute an war klar, wer hier den Ton angibt. Barrow drückte, kombinierte, flankte - und traf … das Außennetz. Schon in der 3. Minute prüfte Wolfgang Poulin den Rovers-Keeper Logan Bernard mit einem satten Schuss, der allerdings mehr Staub als Gefahr produzierte. "Ich dachte, der Ball geht rein, bis ich gemerkt hab, dass er gar nicht auf das Tor, sondern auf den Bierstand zielt", witzelte Barrow-Trainer Ingo Königs nach der Partie - halb lachend, halb verzweifelt.

Ewood hingegen hatte offenbar beschlossen, dass Verteidigung auch eine Kunstform ist. Trainer Stephan Trajes ließ seine Elf tief stehen, mit einer taktischen Ausrichtung, die man nur als "Beton in Reinform" bezeichnen kann. "Wir wollten kompakt stehen", erklärte Trajes später, "und das haben wir geschafft. Vielleicht ein bisschen zu kompakt nach vorne." Ein bisschen ist gut - der einzige Torschuss der Rovers kam in der 74. Minute, als der 17-jährige Joao Miguel plötzlich Platz hatte, mutig abzog und Barrows Torwart George Beecroft zu einer Glanzparade zwang. Das Publikum tobte, denn es war der erste Ballkontakt in der gegnerischen Hälfte seit gefühlten 45 Minuten.

Barrow ließ sich davon nicht beirren. McGowan, Poulin, Djalo - sie alle feuerten aus allen Lagen. 17 Abschlüsse, aber kein Treffer. Mal rettete Bernard, mal die Latte, mal ein verzweifelter Verteidigerbein. In der 61. Minute flog ein Schuss von Nelio Djalo nur Zentimeter über die Querlatte. "Ich hab gar nicht hingeschaut", gestand Ewoods Kapitän Samuel Dunne hinterher. "Ich hab nur gebetet - und es hat geklappt."

Das Spiel hatte seine komischen Momente. In der 45. Minute kam es zu einer kuriosen Doppel-Auswechslung bei den Rovers: Torwart Bernard wurde ausgewechselt, und im gleichen Atemzug kam ein anderer Torwart, der 18-jährige Andrew Lester. Ob aus taktischen Gründen oder wegen eines verirrten Schuhs - man weiß es nicht. "Ich dachte, wir wechseln einfach mal durch, vielleicht bringt’s ja Glück", grinste Trajes später.

Barrow hingegen wechselte spät, aber mit jugendlicher Frische - gleich drei Teenager kamen in den letzten Minuten. "Da haben wir alles auf Offensive gestellt", so Königs, "Pressing auf Anschlag, volles Risiko." Und tatsächlich: In der 91. Minute donnerte der eingewechselte George Monroe noch einen Ball aufs Tor - Bernard, wieder zwischen den Pfosten, lenkte ihn irgendwie über die Latte. Danach war Schluss, und das Publikum jubelte, als hätte man gerade die Meisterschaft gewonnen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 56,6 Prozent Ballbesitz für Barrow, 17 zu 1 Torschüsse, 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe - aber eben kein Tor. "Das ist Fußball", seufzte Königs, "manchmal schießt du 17 Mal und triffst nicht, manchmal schießt du einmal und gewinnst. Heute haben wir das Schießen geübt."

Ewood-Coach Trajes dagegen genoss den Punkt wie ein Sieg. "Wir haben gezeigt, dass man auch ohne Ballbesitz erfolgreich sein kann", sagte er mit einem Augenzwinkern. "Und dass man mit einem Schuss aufs Tor ein Stadion glücklich machen kann."

Die Fans der Rovers feierten ihre Mannschaft, als hätte sie gerade Real Madrid besiegt. Vielleicht, weil sie wussten: Solche Spiele sind selten - und irgendwie auch schön, wenn man sie überlebt hat.

Am Ende stand ein 0:0, das in keiner Highlightshow dieser Welt auftauchen wird, aber in die Geschichtsbücher der Effizienz eingeht. Barrow nahm einen Punkt mit, Ewood zwei Stunden Stolz - und wir Zuschauer? Wir nahmen die Erkenntnis mit, dass Fußball manchmal nicht schön sein muss, um großartig zu sein.

Oder wie ein Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Ich hab noch nie so laut bei einem 0:0 geschrien." Und das ist wohl das größte Kompliment, das man diesem Abend machen kann.

15.10.643990 21:01
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