Football Today
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Barrow tanzt Southampton aus: ein 6:2 zum Staunen und Schmunzeln

Wer am Samstagabend ins Holker Street Stadium kam, bekam nicht einfach ein Fußballspiel serviert - es war ein rauschendes Fest der Spielfreude, gewürzt mit einer Prise Chaos und einem Hauch britischer Selbstironie. Barrow AFC, der vermeintliche Außenseiter, zerlegte den FC Southampton mit 6:2 (1:0) - und das vor 54.930 Zuschauern, die zeitweise nicht wussten, ob sie lachen oder sich ungläubig die Augen reiben sollten.

Schon die erste halbe Stunde zeigte, dass Barrow an diesem 12. Spieltag der 1. Liga England ganz andere Pläne hatte als ein braves Mitspielen. Freddie Hannigan, der Mittelfeldmotor mit der Ruhe eines Uhrmachers, brachte die Gastgeber in der 22. Minute in Führung - nach feiner Vorarbeit von Thomas Hennessy, der offenbar beschlossen hatte, heute eher Regisseur als Vollstrecker zu sein. "Ich sah Freddie da stehen und dachte: Ach komm, gönn ihm den Moment", grinste Hennessy später in der Mixed Zone.

Southampton versuchte es mit frühem Pressing, aggressiv nach Lehrbuch - nur leider ohne die passende Präzision. Drei gelbe Karten in den ersten 20 Minuten (Broderick, Finnan und später Benett) erzählten ihre eigene Geschichte. Trainer Michael Böning schüttelte an der Seitenlinie so oft den Kopf, dass man fürchtete, er verliere die Mütze. "Wir wollten den Gegner unter Druck setzen", sagte er nach dem Spiel, "aber er hat sich einfach nicht beeindrucken lassen. Oder uns ausgelacht, das kann auch sein."

Nach dem Seitenwechsel schien kurz so etwas wie Spannung aufzuflackern. Jan Ovesen, der flinke Rechtsaußen der Saints, glich in der 47. Minute zum 1:1 aus - auf Vorlage von Gabri Yanez. Da dachten einige der mitgereisten Fans: Jetzt kippt das Spiel! Doch Barrow hatte andere Pläne. Nur drei Minuten später stellte George Monroe auf 2:1, nach butterweichem Pass des erfahrenen Dierickx.

Dann wurde es wild: Zwischen der 58. und 86. Minute fielen fünf weitere Tore, und jedes davon trug die Handschrift von Barrows entfesseltem Offensivtrio. Zunächst traf Gabriel Beecroft noch einmal für Southampton (58., 2:2) - ein kurzer Hoffnungsschimmer, den Benjamin McGowan, Barrows Linksaußen mit dem Temperament eines Straßenkünstlers, sofort wieder auslöschte. In der 65. Minute traf er zum 3:2, nach feinem Zuspiel von Nelio Djalo. Drei Minuten später erhöhte Dierickx selbst auf 4:2, ehe McGowan noch zweimal zuschlug (72. und 86. Minute). Der Mann des Abends also: ein Hattrick und ein Dauerlächeln, das selbst im Flutlicht glänzte.

"Ich wusste gar nicht, dass ich so viel Energie habe", lachte McGowan nach dem Spiel. "Vielleicht lag’s am neuen Frühstücksplan. Oder daran, dass Coach Königs mir gedroht hat, ich müsse morgen die Hütchen tragen, wenn ich nicht treffe." Trainer Ingo Königs nahm’s mit Humor: "Sehen Sie, manchmal hilft Pädagogik mit Augenzwinkern. Und wenn du sechs Tore machst, darfst du auch mal ein bisschen übermütig werden."

Statistisch war Barrow ohnehin das klar bessere Team: 18 Schüsse aufs Tor gegenüber 7 von Southampton, 57 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote von 54 Prozent - das liest sich wie eine Bewerbung für höhere Aufgaben. Dabei spielten die Gastgeber erstaunlich reif, fast abgeklärt. Keine Spur von jugendlichem Leichtsinn, obwohl gleich drei Teenager im Kader standen.

Southampton dagegen wirkte zunehmend ratlos, besonders nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Innenverteidiger Kai Peter in der 72. Minute. "Das war der Moment, in dem die Ordnung komplett weg war", meinte Kapitän Clancy, der Torhüter, später ernüchtert. "Barrow hat uns wie Schachfiguren verschoben - und wir haben uns selbst Schachmatt gesetzt."

Im Stadion klatschten die Fans von Barrow rhythmisch Beifall, während Trainer Königs nach dem Schlusspfiff noch minutenlang die Arme ausbreitete, als wolle er den Abend umarmen. Southampton-Coach Böning hingegen verschwand wortlos im Spielertunnel - sein Blick sagte alles.

Ein Spiel, das zeigt, was Fußball so herrlich unberechenbar macht: Barrow, der kleine Klub mit dem großen Herzen, zerlegt den etablierten Erstligisten mit Witz, Tempo und einem Benjamin McGowan in Galaform.

Oder, wie Stadionsprecher Barry Mullen beim Abpfiff ins Mikrofon rief: "Wenn das keine Liebeserklärung an den Fußball war, dann weiß ich auch nicht!"

Und tatsächlich - an diesem Abend war Barrow nicht nur besser, sondern schlicht schöner anzusehen. Ein Team, das lacht, läuft und trifft. Wer’s gesehen hat, wird noch lange davon erzählen.

14.10.643990 06:43
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