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Barrow - Es war ein Abend, an dem 60.620 Zuschauer im Holker Street Stadium aufstanden, als ein Mann den Unterschied machte: Arnau Mascarenhas, Barrows quirliger Rechtsaußen, erzielte beide Treffer beim souveränen 2:0 gegen die Margate Reds. Zwei Tore, zwei Mal dieselbe Kombination, zwei Mal der pure Jubel. Oder, wie Trainer Ingo Königs später grinste: "Wenn Mascarenhas einmal zielt, sollte man besser nicht im Weg stehen." Die Partie begann, wie man sie von einem Team erwartet, das sich "offensiv" auf der Tafel notiert, aber "geduldig" im Herzen trägt. Barrow ließ den Ball laufen, 53 Prozent Ballbesitz, 23 Torschüsse - das sind keine Zahlen, das ist eine Belagerung. Margate dagegen? Ein einziger Schuss aufs Tor. Und selbst der war mehr höfliche Anmeldung als ernsthafte Bedrohung. Schon nach wenigen Minuten deutete sich an, dass Torwart Henry Thuringer bei den Gästen einen langen Abend erleben würde. In der 4. Minute prüfte Thomas Hennessy den Keeper mit einem satten Schuss, in der 12. zog Cesar Vázquez ab - und man ahnte: Das wird nicht gut ausgehen für Margate. Dann kam Minute 17. Ari Lampi, der rechte Mittelfeldmann, zog mit einer scheinbar beiläufigen Bewegung zwei Gegenspieler an sich und legte quer. Mascarenhas nahm den Ball mit der Präzision eines Uhrmachers und schlenzte ihn ins lange Eck. 1:0. Kein Tor, das man schreien musste - eines, das man genießen wollte. Fünfzehn Minuten später, fast identische Szene. Wieder Lampi, wieder Mascarenhas, wieder Ball im Netz. 2:0 in der 32. Minute, und Margates Abwehr stand da, als hätte jemand die Pausentaste gedrückt. "Wir haben es versucht, aber manchmal ist der Gegner einfach besser organisiert - und schneller im Kopf", sagte Margate-Trainer Ata Lameck nach dem Spiel mit einem bemerkenswerten Gleichmut. Danach war Barrow endgültig Herr im eigenen Haus. Hennessy ballerte weiter, als wolle er den Ball in den Nordatlantik befördern. Insgesamt sechs Schüsse von ihm, alle gefährlich, keiner drin. Doch das störte niemanden. Auf der Tribüne scherzte ein Fan: "Wenn der Thomas heute trifft, dann wohl erst im nächsten Spiel." Kurz nach der Pause musste Barrow allerdings den ersten Dämpfer hinnehmen: Cesar Vázquez verletzte sich in der 48. Minute und humpelte vom Platz. "Er hat einen Schlag abbekommen, nichts Dramatisches", erklärte Trainer Königs später. Benjamin McGowan übernahm - und fügte sich mit jugendlichem Elan ein. Die Margate Reds reagierten zur Halbzeit mit einem Dreifachwechsel, als wolle Lameck per Würfelspiel das Schicksal herausfordern. Lewis Onnington, Owen Beaulieu und Erik Lydersen kamen rein - frische Beine, frische Ideen, aber kein frischer Mut. Ihre einzige echte Torchance kam in der 80. Minute, als Antonio Quaresma aus der zweiten Reihe abzog. Barrow-Torwart George Beecroft musste das erste Mal überhaupt eingreifen - und tat es mit einer Hand, als wolle er sagen: "Schön, dass ihr auch mal vorbeischaut." In der Schlussphase verlegte sich Barrow aufs Verwalten, ohne den Spaß am Spiel zu verlieren. Mascarenhas, weiter unermüdlich, tanzte in der 89. Minute noch einmal durch den Strafraum, schoss - und traf fast zum dritten Mal. "Ich hab’s gemerkt, er wollte den Hattrick", lachte Lampi später. "Aber ich hab gesagt: Zwei reichen, sonst denkt noch jemand, wir hätten’s abgesprochen." Statistisch war das Spiel eine Einbahnstraße: 23:1 Torschüsse, 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 53 Prozent Ballbesitz. Wenn Fußball ein Kartenspiel wäre, hätte Margate gar keine Karten in der Hand gehabt. Trainer Königs zeigte sich nach Abpfiff gelassen, fast philosophisch: "Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten - offensiv bleiben, aber clever abschließen. Und Arnau war heute einfach in seinem Element." Sein Gegenüber Lameck nickte höflich. "Barrow hat uns gezeigt, wo wir stehen. Und das ist momentan hinter ihnen. Deutlich." So endete ein Abend, der sportlich klar war, aber atmosphärisch groß. Die Fans sangen, das Flutlicht glitzerte, und irgendwo im Kabinengang hörte man Mascarenhas sagen: "Zwei Tore sind schön, aber der Applaus war lauter." Ein Spiel, das keine Fragen offenließ - außer vielleicht diese: Wie soll man gegen eine Mannschaft bestehen, die sogar beim Ballhalten aussieht, als tanze sie Samba? 10.04.643987 04:43 |
Sprücheklopfer
Nevio Scala ist ein phantastischer Trainer und er hat eine tolle Mannschaft. Dortmund wird ganz sicher Weltmeister!
Giovanni Trappatoni