Football Today
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Barrow dreht das Spiel: Späte Wucht trifft defensive Vorsicht

Ein kalter Januarabend in Barrow, 54.029 Zuschauer, Flutlicht, Atemwolken über dem Rasen - und zwei Teams, die unterschiedlicher kaum hätten auftreten können. Auf der einen Seite Barrow AFC, von Trainer Ingo Königs mit offensiver Marschroute und viel Mut ausgestattet. Auf der anderen Boreham Wood, das Team von Sven Schliffke, tief stehend, diszipliniert, aber am Ende chancenlos gegen die späte Wucht der Hausherren. Das Ergebnis: 2:1, und das nach 0:1-Pausenrückstand.

Das Spiel begann, wie es Trainer Königs wohl am Reißbrett geplant hatte: Attacke! Schon in der sechsten Minute drosch der 18‑jährige Linksverteidiger Joel Hardin den Ball aus 25 Metern Richtung Tribüne C - man munkelt, der Ball sei dort erst zur Halbzeit wiedergefunden worden. "Ich wollte zeigen, dass wir von Anfang an da sind", grinste Hardin nach dem Spiel, "aber vielleicht war das zu sehr da oben."

Doch während Barrow stürmte, lauerte Boreham Wood. Und in der 30. Minute stach die altbekannte Regel: Wer vorne die Chancen liegen lässt, wird hinten bestraft. Ellis Roades setzte sich auf links durch, flankte scharf nach innen, und Ioan Andone, der 33‑jährige Mittelfeldstratege, schob eiskalt zum 0:1 ein. Boreham Wood jubelte, Barrow rang nach Luft - und Trainer Königs warf seine Mütze auf den Boden. "Ich wusste, dass sie über die Flügel kommen würden. Nur meine Jungs offenbar nicht", sagte er später trocken.

Kurz darauf musste Boreham Wood wechseln: Innenverteidiger Carlos Izquierdo verletzte sich nach einem unglücklichen Zweikampf und wurde von Yves Haupt ersetzt. Das änderte nichts an der Spielweise - Schliffke blieb seiner defensiven Linie treu. "Wir wollten das 1:0 in die Pause bringen - das ist uns ja sogar gelungen", erklärte er hinterher, während er sich den Mantelkragen gegen den Wind hochzog.

Nach der Pause stand Barrow weiter unter Strom. Wolfgang Poulin, der erst 21 Jahre junge Rechtsaußen, prüfte den Keeper mehrfach, während Thomas Hennessy im Zentrum ackerte, als wolle er den Rasen umpflügen. Doch die Erlösung kam erst nach einem Doppelwechsel in der 59. Minute: Adam Lankford ersetzte den blassen Vincent Silfredo, Owen Gage kam für Hennessy. Frisches Blut, frischer Schwung - und zehn Minuten später zappelte der Ball im Netz.

In der 70. Minute kombinierte sich Barrow in den Strafraum, Lankford legte quer, Poulin zog ab - 1:1! Der Jubel war eine Mischung aus Erleichterung und Befreiungsschrei. "Ich hab gar nicht gesehen, wie der reinging", lachte Poulin nach dem Spiel, "ich hab nur gehört, wie die Tribüne explodiert ist."

Boreham Wood wirkte geschockt, verlor die Ordnung, und Barrow roch Blut. Zehn Minuten später war es dann so weit: Poulin, jetzt endgültig im Rausch, flankte butterweich auf den zweiten Pfosten, wo Benjamin McGowan artistisch den Fuß hinhielt - 2:1, das Stadion bebte. Wer behauptet, man könne in Barrow keine Stimmung machen, war wohl noch nie an einem Samstagabend hier.

Die letzten zehn Minuten waren dann ein Muster an kontrolliertem Chaos: Boreham Wood versuchte, das Unmögliche zu erzwingen, schoss in der 85. und 87. Minute zweimal gefährlich aufs Tor, doch George Beecroft hielt, was zu halten war. In der Nachspielzeit durfte er sogar noch unter Applaus das Feld verlassen - Trainer Königs gönnte ihm den Moment und brachte den jungen Finlay Densham für die letzten Sekunden. "Das war kein taktischer Wechsel", erklärte Königs augenzwinkernd, "ich wollte einfach, dass George seinen Applaus bekommt."

Am Ende standen 15 Torschüsse für Barrow, 12 für Boreham Wood, 47 Prozent Ballbesitz für die Gastgeber - Zahlen, die das Spiel nur ansatzweise widerspiegeln. Es war ein Kampf, ein Geduldsspiel, ein Beweis, dass Fußball auch ohne Tiki‑Taka spannend sein kann.

Sven Schliffke wirkte nach dem Abpfiff gefasst, fast philosophisch: "Wenn man so tief steht, sieht man den Himmel selten. Heute haben wir ihn kurz gesehen - beim 1:0 - und dann kam der Regen."

Barrow dagegen feierte ausgelassen. Kapitän Taylor Musgrave, der kurz vor Schluss noch Gelb sah, strahlte: "Wir haben nie aufgehört, an uns zu glauben. Und manchmal hilft’s, wenn der Trainer einfach ’Drauf jetzt!’ ruft."

Ein Abend, an dem der Mut belohnt wurde und die Defensive am Ende zu vorsichtig war. Barrow AFC gewinnt 2:1 gegen Boreham Wood - und ganz Barrow weiß wieder, warum man Fußball liebt: Weil ein Spiel erst vorbei ist, wenn der Schlusspfiff kommt.

Oder, wie Trainer Königs es formulierte, während er in der Mixed Zone eine Teetasse hochhielt: "Manchmal schmeckt der Sieg erst richtig, wenn er spät aufgebrüht wird."

12.10.643987 11:55
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Paul Breitner nach 30 Minuten in einem Europacupspiel beim Stand von 3:0 gegen die Bayern:
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