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Barcelona stolpert, Valencia tanzt: 1:2 im Camp del Sol

Es war ein Abend, an dem 32.179 Zuschauer im Camp del Sol Zeuge wurden, wie der SC Barcelona seine eigene Offensive erfand - und Valencia CF sie kurzerhand übernahm. Nach 90 intensiven Minuten stand es 1:2 (1:2), ein Resultat, das Barcelonas Trainer Thomas Göstl zu einem langen, tiefen Seufzer veranlasste. "Wir haben viel gespielt, aber zu wenig getroffen", sagte er und rieb sich dabei die Schläfen, als wolle er den Ballbesitz (49 Prozent) aus dem Kopf massieren.

Dabei hatte alles so verheißungsvoll begonnen. In der 27. Minute schien die Jugend die Bühne zu übernehmen: Der 18-jährige Nestor Camara zog aus der zweiten Reihe ab, nachdem Alfonso Rodrigo ihm den Ball maßgerecht in den Lauf gelegt hatte. Der Schuss - trocken, flach, präzise - schlug neben dem linken Pfosten ein. Das Stadion bebte, und Camara grinste später: "Ich dachte, ich träume. Dann hab ich gesehen, dass der Ball wirklich drin war."

Doch die Euphorie währte genau 60 Sekunden. Valencia antwortete wie ein beleidigter Feinschmecker, dem man das Dessert weggenommen hatte. Bojan Denic, quirliger Linksaußen, verwandelte in der 28. Minute nach Vorlage von Ruben de Galvez zum 1:1. Ein Angriff wie aus dem Lehrbuch: zwei Pässe, ein Sprint, ein Schuss - Effizienz in Reinform. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur verteidigen können", meinte Denic später grinsend, während er sich die Schuhe putzte, "auch wenn der Platz heute nicht gerade ein Tanzparkett war."

Und dann kam Minute 33. Valencia, nun mit dem Duft des Erfolgs in der Nase, legte nach. Wieder Denic, diesmal als Vorbereiter, steckte auf Stürmer Rutger Haswell durch. Der 27-Jährige, bullig wie ein Stier, ließ den Ball über den Spann rutschen - 1:2. Haswell breitete die Arme aus, als hätte er gerade die Gravitation besiegt. "Ich habe einfach draufgehalten", sagte er später mit einem Schulterzucken. Es klang fast entschuldigend.

Barcelona drückte, rannte, kombinierte. 15 Torschüsse, aber nur einer fand den Weg ins Netz. Der junge Antonio Perez (17) versuchte es gleich viermal, Joaquin Ramiro schoss sich förmlich die Schuhe heiß, doch Valencias Keeper Javi Moreno hatte einen dieser Abende, an denen Torhüter scheinbar alles fangen - auch Gedanken. "Ich hab irgendwann aufgehört, mitzuzählen", lachte Moreno nach dem Spiel. "Ich glaube, ich habe sogar einen Fliegenball aus dem Flutlicht gefischt."

Die zweite Halbzeit glich dann einem Geduldsspiel. Barcelona spielte weiter offensiv, aber Valencia kontrollierte das Geschehen mit bemerkenswerter Gelassenheit. Nur einmal, in der 56. Minute, kam es noch zu einem Raunen, als Alfonso Rodrigo per Distanzschuss fast den Ausgleich erzielte. Doch wieder flog Moreno - und verhinderte das 2:2 mit den Fingerspitzen.

Trainer Sascha Schmidt von Valencia stand derweil an der Seitenlinie und sah seinem Team beim Erwachsenwerden zu. "Wir wollten ruhig bleiben", erklärte er nach dem Abpfiff. "Barcelona rennt, wir denken - das war der Unterschied." Ein kleiner Seitenhieb, den Göstl mit einem gequälten Lachen quittierte. "Er hat gewonnen, also darf er das sagen. Aber wenn wir so weiterspielen, gewinnen wir solche Spiele bald wieder."

Gelbe Karten gab’s auch: Barcelonas Linksverteidiger Helgi Geirsson sah in der 55. Minute Gelb, weil er den Ball nach einem Pfiff noch einmal zärtlich trat - allerdings in die falsche Richtung. Bei Valencia traf es kurz vor Schluss Ruben de Galvez (89.), der offenbar glaubte, man könne mit einer Grätsche auf Zeit spielen.

Taktisch war’s ein spannendes Schachspiel: Beide Teams offensiv ausgerichtet, Barcelona mit Kurzpassspiel und aktivem Pressing, Valencia dagegen ruhiger, mit sicherem Abschlussverhalten. Und genau das machte den Unterschied - Valencia schoss weniger (9 Torschüsse), aber eben zielgerichteter.

Als der Schlusspfiff ertönte, fiel eine Stille über das Stadion, die nur von einem enttäuschten Raunen unterbrochen wurde. Ein Junge auf der Tribüne, vielleicht zehn Jahre alt, rief: "Aber wir waren doch besser!" Sein Vater antwortete trocken: "Ja, aber Valencia hat gewonnen."

Vielleicht ist das die Kurzfassung dieses Spiels: besser gespielt, aber verloren. Der SC Barcelona hat gezeigt, dass er Talent hat - und Valencia, dass Erfahrung manchmal reicht.

Am Ende verließen beide Trainer das Feld mit sehr unterschiedlichen Schritten: Göstl mit hängenden Schultern, Schmidt mit einem Lächeln, das andeutete, dass er diesen Abend nicht so schnell vergessen würde.

Und so ging ein Abend zu Ende, an dem Barcelona den Ball liebte, aber Valencia das Tor.

03.05.643987 07:20
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Ich freue mich, meine ehemaligen Spieler später irgendwo auf der Welt wiederzutreffen. Oder in der Schweiz.
Köbi Kuhn, Nationaltrainer Schweiz
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