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Wenn 38.588 Zuschauer im Estadio Monumental nicht wissen, ob sie gerade ein Fußballspiel oder ein Feuerwerk sehen, dann hat BSC Barcelona wieder zugeschlagen. Mit 4:2 fegten die Katalanen von der ecuadorianischen Küste am 23. Spieltag der 1. Liga Ecuador über Expreso Cuenca hinweg - zumindest in der ersten Halbzeit. Danach wurde es kurz dramatisch, dann wieder spektakulär. Trainer Andi Eier hatte seine Jungs von Beginn an auf Angriff über die Flügel eingestellt. "Wings, wings, wings - das ist unser Motto", lachte er später, "wir haben ja schließlich auch keine Flügelspieler aus Spaß gekauft." Und tatsächlich: Schon nach zwölf Minuten flatterte der Ball das erste Mal ins Netz. Der 20-jährige Antonio Barreda traf nach Vorarbeit von Andres de Silva, der so jugendlich frisch wirkte, dass man sich fragte, ob er überhaupt schon einen Bart rasieren muss. Cuencas Coach Dierk Nordi stand da noch ruhig an der Seitenlinie. "Wir wussten, dass sie früh Druck machen", sagte er später, "aber nicht, dass sie so früh treffen." Es sollte noch schlimmer kommen. Barcelona spielte weiter wie aufgezogen, legte über links, rechts und durch die Mitte Torschüsse im Minutentakt hin. Insgesamt 27 Mal feuerten sie auf Cuencas Keeper Antip Samsonow - ein Name, der klingt wie ein russischer Fels, aber an diesem Abend eher wie ein durchlässiger Sandstrand wirkte. In der 25. Minute dann das 2:0: Thomas Hinz, der linke Flügelraketenspieler, zog von außen in die Mitte, bekam von Barreda den Ball und drosch ihn in die Maschen. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Hinz später in der Mixed Zone. "Trainer Eier hat gesagt, wer zögert, verliert - und ich wollte heute nicht verlieren." Spätestens beim 3:0 in der 42. Minute schwappte der Jubel durchs Stadion. Nelio Albentosa, der 30-jährige Rechtsaußen, verwandelte eine butterweiche Hereingabe von - na klar - Antonio Barreda zum Pausenstand. Cuenca wirkte in dieser Phase wie ein Expresszug ohne Schienen, Barcelona dagegen wie ein Jet auf dem Rollfeld. Zur Pause notierte die Statistik: 46 Prozent Ballbesitz für Barcelona, aber 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe und 27 Torschüsse - eine Mischung aus Chaos und Killerinstinkt. Trainer Eier kommentierte trocken: "Ballbesitz ist was für Philosophen. Wir sind eher Pragmatiker mit Torhunger." Nach dem Seitenwechsel zeigte Cuenca plötzlich, dass sie auch Fußball spielen können. Fabian Wirtz, der flinke Linksaußen, verkürzte in der 54. Minute nach schöner Vorarbeit von Filipe da Costa auf 3:1. Nur vier Minuten später legte derselbe Wirtz noch einmal nach - diesmal nach Pass von Jaime Forque. Plötzlich stand es 3:2, und auf der Bank von Barcelona wurde es unruhig. "Ich dachte kurz, wir kriegen jetzt die Quittung für unsere Show", gab Andi Eier später zu. "Aber dann hat Leighton Baines beschlossen, dass Linksverteidiger auch mal Spaß haben dürfen." In der 87. Minute startete Baines, eigentlich für das Grobe zuständig, einen Ausflug nach vorne, bekam den Ball vom eingewechselten Juanito Nene - und zimmerte ihn aus 20 Metern zum 4:2-Endstand unter die Latte. Das Stadion bebte, Cuenca seufzte, und selbst Wirtz konnte sein Lächeln nicht verbergen. "Wenn du so ein Tor kassierst, kannst du nur klatschen", meinte er fair. Statistisch gesehen hatte Expreso Cuenca mit 54 Prozent Ballbesitz sogar etwas mehr vom Spiel, aber was nützte es? Sie brachten nur sieben Abschlüsse zustande. Barcelona dagegen schien jeden Angriff auf den Torwart zu zwingen - und wenn sie nicht trafen, dann war es wenigstens spektakulär. Nach Schlusspfiff klopfte Andi Eier seinem Team auf die Schultern und rief: "So spielt man Flügel-Fußball!" Dierk Nordi hingegen stapfte in die Kabine und murmelte: "Wir hätten wohl auch fliegen sollen." Fazit: Barcelona siegt, weil sie mutiger, direkter und schlicht gefährlicher waren. Cuenca zeigte Moral, aber keine Mittel. Und wer an diesem Abend im Stadion war, der wird noch lange wissen, wie sich ein Offensivfestival anfühlt - samt leichter Schwindelanfälle vom ständigen Hin und Her. Oder, wie ein Zuschauer beim Verlassen der Tribüne sagte: "Das war kein Spiel, das war ein Tornado mit Flügeln." 21.06.2026 22:01 |
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Ein Wort gab das andere - wir hatten uns nichts zu sagen.
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