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Ein Tor reicht manchmal, um 20.000 Zuschauer gleichzeitig zum Schweigen zu bringen - und genau das gelang den Waterford Reds am Freitagabend im UPMC Nowlan Park. Mit einem frühen Treffer von Frederic Baillon in der 22. Minute sicherte sich das Team von Trainer Costa Brava einen nüchternen, aber verdienten 1:0-Auswärtssieg bei Kilkenny United. Die Partie des 16. Spieltags der 1. Liga Irland begann, als hätte jemand die Reds an den Strom angeschlossen. Schon nach wenigen Sekunden prüfte Innenverteidiger Alexander Hardin mit einem kernigen Distanzschuss die Aufmerksamkeit von Kilkennys Torwart James Cascarino. Keine Minute später war es Jake Long, der aus spitzem Winkel draufhielt - das Leder zischte nur haarscharf am langen Pfosten vorbei. Kilkenny wirkte in dieser Anfangsphase wie ein Autofahrer, der den Rückwärtsgang sucht, während die Ampel längst grün zeigt. Erst nach zehn Minuten fanden sie langsam ins Spiel: Logan Carey, der auffälligste Mann in der Offensive, zwang Waterfords jungen Keeper Archie Miller mit einem strammen Rechtsschuss zur ersten Parade. Doch Waterford blieb gefährlicher - und effizienter. In der 22. Minute dann der Moment des Abends: Alfie Kelly, quirlig wie ein Teenager auf Koffein, setzte sich auf der linken Seite durch, flankte präzise auf den zweiten Pfosten, wo Frederic Baillon lauerte. Der Franzose nahm den Ball volley und drosch ihn unhaltbar ins Netz - 0:1. Trainer Costa Brava jubelte mit einem dezenten Fauststoß in die Luft, als hätte er gerade einen besonders guten Espresso serviert bekommen. "Wir wussten, dass Kilkenny Lücken auf den Flügeln hat. Das haben wir eiskalt genutzt", grinste Brava später in die Mikrofone. Kilkenny reagierte mit Wut im Bauch, aber ohne Fortune im Fuß. Alfie Stokes versuchte es wenig später aus 20 Metern - drüber. Noch schlimmer: Lewis Irwin vergab kurz nach der Pause freistehend vor Miller und drosch den Ball so weit über das Tor, dass man kurz überlegte, ob er vielleicht Rugby spielen wollte. "Ich wollte den Ball sauber treffen, aber er ist mir leicht versprungen", entschuldigte sich Irwin - und grinste dabei so, als wüsste er selbst, dass das nicht ganz stimmte. Die Statistik sprach am Ende eine klare Sprache: 16 Torschüsse der Waterford Reds standen nur sieben von Kilkenny gegenüber. Auch beim Ballbesitz hatte das Gästeteam mit 54 Prozent leicht die Nase vorn. Besonders auffällig war die Präsenz von Jake Long, der gefühlt alle fünf Minuten aus der Distanz abzog - fünf Torschüsse gingen allein auf sein Konto. Kilkenny-Coach - der Name blieb wie so oft das bestgehütete Geheimnis des Vereins - gestikulierte wild an der Seitenlinie und brüllte "Mehr Mut!", doch seine Spieler schienen eher an die Wettervorhersage für morgen zu denken. Nach dem Spiel meinte er lakonisch: "Wir haben gut gearbeitet, aber das Tor war halt auf der falschen Seite." Die Reds dagegen verteidigten ihr knappes Ergebnis mit der Gelassenheit einer Mannschaft, die genau weiß, dass sie den Gegner im Griff hat. Ihre Taktik blieb über 90 Minuten konstant ausgewogen - kein wildes Pressing, kein übertriebenes Risiko, aber eine bemerkenswerte physische Präsenz. "Wir wollten das Spiel kontrollieren, nicht dominieren", erklärte Torschütze Baillon und grinste verschmitzt. "Und manchmal reicht ein Tor, um alle glücklich zu machen - außer natürlich die 20.000 hier." In der Schlussphase warfen die Hausherren alles nach vorne. Carey prüfte in der 81. Minute noch einmal den starken Archie Miller, der den Ball spektakulär aus dem Winkel fischte - der Moment, in dem die Fans endgültig ahnten, dass es heute nichts mehr wird. Als Schiedsrichter Nolan in der 94. Minute abpfiff, jubelten die rund 300 mitgereisten Waterford-Fans, während Kilkenny-Spieler mit gesenkten Köpfen vom Platz trotteten. "Wir hatten heute einfach nicht das Glück auf unserer Seite", murmelte Carey beim Verlassen des Rasens. Neben ihm klopfte Cascarino dem jungen Stürmer auf die Schulter und sagte trocken: "Kopf hoch, Junge. Nächste Woche treffen wir vielleicht sogar das Tor." Ein Spiel, das kein Spektakel war, aber all jene erfreute, die auf taktische Disziplin und präzise Chancenverwertung stehen. Waterford Reds nehmen drei Punkte mit nach Hause, Kilkenny United bleibt derweil auf der Suche nach der offensiven Erleuchtung. Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen seufzte: "Früher hatten wir wenigstens Pech. Heute fehlt uns schon das." 11.07.643987 18:24 |
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