Cardiff Sports
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Bail, der Flügelblitz - Wingmakers fliegen in Aberystwyth zum Sieg

Wenn 34.985 Zuschauer an einem kalten Januarabend ans Meer pilgern, dann erwarten sie Spektakel, Leidenschaft und vielleicht ein bisschen Sand im Schuh. Was sie im Park Avenue Stadion von Aberystwyth am 6. Spieltag der 1. Liga Wales bekamen, war ein Lehrstück darüber, wie man mit weniger Ballbesitz, aber mehr Zielstrebigkeit ein Spiel gewinnt. Die Broughton Wingmakers siegten beim heimstarken Aberystwyth Seasiders mit 2:0 - dank eines Mannes, der offenbar beschlossen hatte, das Spiel im Alleingang zu entscheiden: Louis Bail.

Der 31-jährige Rechtsaußen, sonst eher als quirliger Vorlagengeber bekannt, traf in der 74. und 80. Minute doppelt und schickte damit die Gastgeber in eine Woche voller Fragen. "Wir hatten sie 70 Minuten lang im Griff - und dann kam Bail", seufzte Aberystwyth-Trainer Florian Claßen nach der Partie. "Ich dachte, der spielt rechts außen, aber plötzlich war er überall."

Dabei hatte es für die Heimelf gar nicht schlecht begonnen. Schon nach fünf Minuten prüfte Liam Thuringer den Wingmakers-Keeper Max Dunn mit einem satten Schuss - Dunn parierte, als hätte er den Ball mit Magneten angezogen. Auch Riley Gage (11.) und Callum Combe (16., 23., 40.) sorgten dafür, dass die Gästeabwehr ihr Abwehrspray nicht umsonst mitgebracht hatte. Aberystwyth hatte am Ende 54,6 Prozent Ballbesitz und 12 Torschüsse - genauso viele wie der Gegner. Nur: bei den Wingmakers zählte es eben.

Das Spiel war lange ein Geduldsspiel, in dem Broughtons Coach Tupac Shakur (ja, der Name sorgt immer noch für doppelte Blicke auf der Pressebank) seine Mannschaft geduldig zum Konter antrieb. "Ich hab ihnen gesagt: Lasst sie kommen, und dann - zack - fliegen wir", grinste Shakur nach dem Spiel. Und genau das passierte.

Nach einer Gelben Karte für Rechtsverteidiger Bernt Hammer (68.) schien es kurz, als würde Broughton die Kontrolle verlieren. Doch dann kam Minute 74: Robert Kresic spielte einen Pass so präzise durch die Gasse, dass man meinen konnte, er habe eine Drohne gesteuert. Louis Bail startete, nahm den Ball mit der Sohle mit und schob ihn mit der Ruhe eines Mannes, der schon wusste, dass die Schlagzeile am nächsten Morgen ihm gehören würde - 0:1.

Nur sechs Minuten später dann der Doppelschlag: Nach einem Eckball von links köpfte Innenverteidiger Henry Graysmark den Ball zurück in den Strafraum, und wieder stand Bail goldrichtig. Volley, trocken, humorlos - 0:2. Der Jubel im Gästeblock war so laut, dass ein paar Möwen erschrocken in Richtung Meer flüchteten.

Claßen reagierte mit jungen Wilden: Adams (20), Bail (20, aber nicht verwandt mit dem Doppeltorschützen) und Lineback (19) kamen rein, doch sie fanden kein Mittel. Der Ball lief und lief, aber Dunn im Wingmakers-Tor hielt, als wäre er der Lieblingsschüler von Manuel Neuer und einer Wand aus Beton. In der Nachspielzeit (92., 96.) versuchte Adams es noch zweimal, aber der Ball fand nur die Handschuhe des Keepers.

"Wir haben alles probiert, aber das Tor war heute wie verzaubert", meinte Claßen im Kabinengang, während seine Spieler wortlos die Stutzen auswrangen. "Vielleicht sollten wir beim nächsten Mal einfach weniger den Ball haben."

Auf der anderen Seite feierte Broughton ausgelassen. "Ich wusste, dass wir sie irgendwann kriegen", grinste Doppeltorschütze Bail, noch immer leicht mit Sand im Bart. "Wenn du so lange gegenhältst, musst du die eine Chance nur nehmen. Heute waren’s halt zwei."

Statistisch war das Spiel fast ausgeglichen, aber taktisch lagen Welten dazwischen. Während Aberystwyth defensiv und kontrolliert blieb, spielten die Wingmakers unerschütterlich offensiv - aggressiv, mit starkem Einsatz, und immer bereit, in die Tiefe zu stoßen. Pressing? Nur, wenn’s nötig war. Dafür reichte es, dass Bail und Mouratidis auf den Flügeln wie zwei Düsenjets an den Küstenwinden zogen.

Am Ende blieb den Zuschauern nur der Applaus - und die Erkenntnis, dass Schönheit im Fußball manchmal nichts wert ist, wenn der Gegner einfach effizienter ist. Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wir hatten den Ball, sie hatten Bail. Tja."

Und irgendwo auf der Trainerbank grinste Tupac Shakur zufrieden in die Nacht - vielleicht summte er sogar leise vor sich hin. Denn seine Wingmakers flogen an diesem Abend höher als die Möwen über der Bucht.

18.03.643987 00:13
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Was soll man schon erwarten? Der hat früher immer Dynamo Ost-Berlin zum Titel gepfiffen.
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