Anpfiff
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Bad Dürrenberg ringt Meerholz mit 3:2 nieder - Drama bis zur Nachspielzeit

Bad Dürrenberg - Es war ein Spiel, das man seinen Enkelkindern einst mit einem leicht übertriebenen Glanz in den Augen erzählen wird. 3:2 hieß es am Ende für Bad Dürrenberg gegen den VFR Meerholz. Ein Ergebnis, das so knapp war wie die Schienbeinschoner von Lew Mischakow - und ebenso hart erkämpft.

Vor 5955 Zuschauern im Dürrenberger Stadion begannen die Gastgeber mit einer erstaunlichen Zielstrebigkeit. Trainer Daniel Mahler hatte seiner Elf offenbar eingeimpft, dass Ballbesitz zwar schön, Tore aber schöner sind. Und so stürmte die Mannschaft von Beginn an, als gäbe es einen Bonuspunkt für jeden Torschuss. Schon in der 2. Minute prüfte Anton Andresen den Gästetorwart Vlassis Tsiklitiras - ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte: 17 Schüsse aufs Tor, jeder mit der feinen Mischung aus Hoffnung und Verzweiflung.

Der Lohn kam in der 28. Minute. Lew Mischakow, der alte Fuchs auf dem linken Flügel, traf nach feinem Zuspiel von Thomas Graves zum 1:0. Es war einer dieser Momente, bei denen man das Netz vibrieren hört, bevor man das Jubeln realisiert. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", grinste Mischakow später. "Wenn du in meinem Alter noch so ein Ding triffst, musst du feiern, bevor der Schiri’s dir aberkennt."

Meerholz, das Team des stets gestikulierenden Buddy Schlumpf, war sichtlich bemüht, aber in der ersten Halbzeit oft einen Schritt zu spät. 49,6 Prozent Ballbesitz für Dürrenberg - also fast ausgeglichen - doch die Aktionen der Gäste wirkten, als hätten sie ihre Offensive auf Standby gestellt.

Nach der Pause änderte sich das Bild. Schlumpf hatte wohl in der Kabine den Offensivschalter gesucht und tatsächlich gefunden. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff köpfte Innenverteidiger Matias Enriquez nach einer butterweichen Flanke von Sefer Güven zum 1:1 ein. Bad Dürrenberg schaute sich verdutzt an - und antwortete prompt. Kaum hatte man den Ausgleich verarbeitet, zappelte der Ball wieder im Netz: Urban Larsson stellte in der 50. Minute auf 2:1, nach herrlicher Vorarbeit von Linksverteidiger Duarte Custodio.

"Das war eine einstudierte Aktion", behauptete Trainer Mahler später mit einem Augenzwinkern. "Also… einstudiert insofern, dass Urban einfach immer dahin rennt, wo der Ball zufällig hinkommt."

Doch Meerholz blieb gefährlich. In der 63. Minute schlug Daniel Romero zurück, nachdem Pinchas Ajalon ihn mustergültig bedient hatte - 2:2. In der Gästekurve herrschte kurz Euphorie, auf der Heimtribüne Nervosität. "Da dachte ich schon, wir machen wieder den klassischen Dürrenberg", seufzte ein Fan auf der Haupttribüne, "erst führen, dann zittern."

Aber diesmal kam es anders. In der 82. Minute wurde Duarte Custodio, der zuvor eher als verlässlicher Außenverteidiger in Erscheinung getreten war, zum Helden des Abends. Nach Pass von Thomas Graves zog er aus gut 20 Metern ab - der Ball senkte sich wie in Zeitlupe über den Keeper hinweg ins Eck. 3:2! Die Tribüne bebte, Mahler sprang an der Seitenlinie in die Luft, und Custodio rannte jubelnd Richtung Eckfahne, als wolle er sie umarmen. "Ich hab’s gar nicht gesehen, ehrlich", sagte er später lachend. "Ich hab die Augen zugemacht beim Schuss."

Die Schlussphase wurde dann ein Lehrstück in Sachen Nervenkitzel. Dürrenberg verteidigte mit allem, was Beine hatte. Juri Adamow, der zentrale Mittelfeldmotor, kassierte in der 84. Minute Gelb und in der Nachspielzeit Gelb-Rot - sinnbildlich für die aufopfernde, bisweilen hitzige Verteidigungsarbeit. "Ich hab nur laut geatmet", rechtfertigte er sich später mit einem Schmunzeln.

Meerholz drückte, kam noch zu Abschlüssen durch Geirsson und Putnam, doch Torwart Carlos Coelho hielt den Sieg fest - mit jener Mischung aus Routine und theatralischer Flugshow, die nur ein 34-Jähriger so souverän hinbekommt.

Am Ende stand ein 3:2, das beiden Seiten einiges abverlangte: Dürrenberg hatte das Glück und die Torgefahr, Meerholz die Moral. "Wir haben uns selbst geschlagen", knurrte Gästecoach Schlumpf. "Aber wenigstens war’s unterhaltsam - für die anderen."

Und Daniel Mahler? Der lehnte sich nach Abpfiff entspannt zurück und meinte trocken: "Wenn wir jedes Spiel so spannend gestalten, krieg ich bald einen eigenen Defibrillator vom Verein gestellt."

Ein Sieg, der Bad Dürrenberg in der Tabelle nach oben klettern lässt - und den Zuschauern das gibt, was sie am Fußball lieben: Emotionen, Dramatik und das schöne Gefühl, dass selbst ein Linksverteidiger der Held des Abends sein kann.

12.05.643987 16:15
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