Marca
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Aznars spätes Glückstor rettet Villarreal einen mühsamen Arbeitssieg

Ein lauer Freitagabend in Villarreal, 37.148 Zuschauer, Flutlicht, 29. Spieltag der 1. Liga Spanien. Auf dem Papier schien es eine klare Sache: der SC Villarreal, offensiv eingestellt und daheim meist eine Macht, gegen den kleinen, aber zähen Lanzarote CF. Am Ende stand ein knappes 1:0 - und das passte irgendwie perfekt zu diesem zähen Spiel, das phasenweise eher an Schach als an Fußball erinnerte.

Von Beginn an übernahm Villarreal das Kommando, zumindest was die Torschüsse anging. Schon in der ersten Minute prüfte Lionel Aznar den jungen Lanzarote-Keeper Xabier Xuarez - ein Warnschuss, der sich im Laufe des Abends noch wichtig anfühlen sollte. Trainer Heung-Min Son hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt, "wir wollten zeigen, dass wir das Spiel machen", sagte er später. Dass sein Team am Ende 18 Torschüsse zu einem einzigen der Gäste abgab, unterstreicht das. Nur: Es fehlte lange an Präzision, Timing, und - wie Son mit einem trockenen Lächeln ergänzte - "an freundlicher Unterstützung der Torpfosten".

Lanzarote, gecoacht von Meister Leverkusen (ja, das ist wirklich sein Name, und ja, er lächelt jedes Mal, wenn man ihn darauf anspricht), verteidigte klug, diszipliniert und mit erstaunlich viel Geduld. "Wir wussten, dass wir nicht viele Chancen bekommen würden", sagte Leverkusen nach dem Spiel. "Also haben wir beschlossen, gar keine zuzulassen." Dieses Ziel wurde fast erreicht - fast.

Denn in der 85. Minute geschah das, worauf die Fans schon lange gewartet hatten. Wieder war es Lionel Aznar, 34 Jahre alt, mit grauen Schläfen und der Ruhe eines Mannes, der schon alles gesehen hat. Ein flacher Pass aus der Mitte von Tomas Labant, Aznar zieht nach innen, ein Haken, ein Schuss - und diesmal passt alles. 1:0 für Villarreal. Das Stadion explodierte, Aznar lief zur Eckfahne, die Arme weit, als wolle er sagen: "Na endlich."

"Ich dachte schon, ich müsste bis zur Rente warten, bis einer reingeht", grinste Aznar nach Abpfiff. Trainer Son hob die Hände: "Lionel hat heute gezeigt, warum Erfahrung manchmal wichtiger ist als Frische. Er weiß einfach, wann man nicht mehr nachdenken sollte."

Bis dahin war das Spiel ein Geduldsspiel gewesen. Villarreal dominierte zwar optisch, hatte aber Probleme, den tief stehenden Gegner zu knacken. Simone Rose, der junge Mittelstürmer, arbeitete viel, traf aber nur die Werbebande. Matias Menendo versuchte es aus der Distanz, Javi Martins rückte als rechter Verteidiger nach vorne - alles ohne Erfolg. Lanzarotes einzige nennenswerte Szene: Ein Schussversuch von James Young in der 20. Minute, der so weit am Tor vorbeiging, dass der Ball erst Sekunden später wieder auftauchte.

Im Mittelfeld führte Cesar Albacar das Spiel Villarreal an, bis er in der 83. Minute Gelb sah - und sich prompt beschwerte: "Ich habe doch nur guten Tag gesagt!" Der Schiedsrichter blieb unbeeindruckt. Dedrick Comstock hatte schon in der 72. Minute Gelb gesehen, nach einem robusten Einsteigen, das man in England wohl als "fair challenge" bezeichnet hätte.

Kurz vor Schluss dann die Schrecksekunde: Torschütze Labant blieb nach einem Zweikampf liegen, griff sich ans Knie und musste behandelt werden. "Nur ein Krampf", erklärte er später mit einem gequälten Lächeln. "Ich wollte mich eigentlich nur für die Vorlage feiern lassen."

Statistisch gesehen war es ein seltsames Spiel: Lanzarote hatte 57 Prozent Ballbesitz, aber nur einen einzigen Schuss - fast schon ein Weltrekord in Effektivität des Gegenteils. Villarreal dagegen rannte, schoss, kämpfte - und brauchte doch 85 Minuten für ein Tor.

Nach dem Abpfiff standen die beiden Trainer nebeneinander und lachten. "Er hat gewonnen, ich habe überlebt", fasste Lanzarote-Coach Leverkusen zusammen. Son nickte: "Und ich habe endlich wieder einen Grund, meine Stimme zu verlieren."

Für Villarreal war es ein wichtiger Arbeitssieg im Kampf um die oberen Tabellenplätze. Für Lanzarote bleibt die Erkenntnis, dass man mit Disziplin ein Spiel fast bis zum Ende offenhalten kann - und dass fast manchmal einfach nicht reicht.

Ein Fan sagte beim Verlassen des Stadions trocken: "Wenn wir jedes Mal so spielen, können wir uns bald den Herzschrittmacher sparen - weil er schon eingebaut ist."

So bleibt dieses 1:0 ein typischer Fußballabend: das bessere Team gewinnt spät, der Underdog ärgert sich, und alle erzählen am nächsten Tag, dass es spannender war, als es eigentlich hätte sein müssen.

20.12.643987 21:50
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