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Aznar trifft früh - Bystrc-Kninicky rettet 1:0 über die Zeit

Es gibt Spiele, die beginnen, bevor der Heimverein überhaupt merkt, dass sie angefangen haben. FK Letohrad gegen den FC Bystrc-Kninicky war so eines. Kaum hatten die 20.000 Zuschauer im Letohrad-Stadion ihre Würstchen vom Grill, da stand es auch schon 0:1 - und das blieb es bis zum Schluss. Ein frühes Tor von Santiago Aznar in der 4. Minute besorgte den Gästen drei Punkte, die sie sich redlich, wenn auch mit einem Hauch Zynismus, verdienten.

Carsten Achenbach, der Trainer der Gäste, grinste nach Spielende in die Kameras: "Wir wollten früh Druck machen - dass es gleich so klappt, war selbst für mich überraschend. Eigentlich hatte ich noch gar nicht Platz genommen." Der Mann hat Humor, und er brauchte ihn auch, denn die restlichen 86 Minuten waren ein Wechselbad aus Chancen, Gelben Karten und Nerven.

Das Spiel begann furios. Hermann Großmann, der robuste Innenverteidiger der Gäste, eroberte in der eigenen Hälfte den Ball, marschierte drei Schritte und spielte einen Pass, der so präzise war, dass man glauben konnte, er hätte ein Lasergerät im Schuh. Santiago Aznar nahm die Kugel rechts im Strafraum an, drehte sich elegant - und schob sie trocken ins linke Eck. 0:1, vierte Minute. Der Letohrad-Keeper Vlasta Hogen sah dem Ball nur hinterher und winkte anschließend frustriert ab, als wolle er sagen: "Na gut, dann halt so."

Danach erwachte auch Letohrad - zumindest kurz. Michal Votava prüfte in der 5. Minute den Gästetorhüter Lewis Giles mit einem satten Schuss, doch der 24-Jährige lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte. "Ich hab ihn nur gespürt, nicht gesehen", lachte Giles später, "aber Hauptsache, er war nicht drin."

Bystrc-Kninicky blieb das gefährlichere Team und hatte insgesamt 13 Schüsse aufs Tor, während Letohrad auf mickrige fünf kam. Der Ballbesitz sprach mit 55 zu 45 Prozent ebenfalls für die Gäste. Besonders auffällig war der unermüdliche Aznar, der gleich fünfmal gefährlich vor dem Tor auftauchte. In der 25. Minute zwang er Hogen zu einer Glanzparade, in der 63. setzte er den Ball aus halbrechter Position ans Außennetz.

Kurz vor der Pause wurde es hitzig: Großmann sah in der 9. Minute Gelb nach einem rustikalen Einsteigen - "Er hat den Ball gespielt", behauptete Trainer Achenbach später, "nur leider war der Ball zu diesem Zeitpunkt schon im Aus." In der Halbzeit nahm er den Innenverteidiger dann vom Feld, wohl um ihn vor Schlimmerem zu bewahren. Für ihn kam der junge Rafael Götz, der sich später seinerseits eine Gelbe Karte abholte.

Letohrad versuchte es in der zweiten Halbzeit mit mehr Offensivgeist, blieb aber harmlos. Günther Bauer, der bullige Mittelstürmer, hatte in der 73. Minute die beste Gelegenheit, als er nach einer Flanke von Ivan Oklestek zum Kopfball kam - knapp drüber. "Ich hab den Wind unterschätzt", meinte Bauer anschließend, "oder der Ball hatte einfach keine Lust."

Trainer Achenbach wechselte klug, brachte frische Beine und ließ sein Team kompakt stehen. Letohrad-Coach - dessen Name an diesem Abend kaum Erwähnung fand - schickte in der 79. Minute Verteidiger Rene Husek aufs Feld, nachdem sich Jan Wagner verletzt hatte. Das Publikum quittierte die Szene mit höflichem Applaus, doch die Stimmung war längst auf dem Gefrierpunkt.

In der Nachspielzeit (95.) versuchte Husek sich als Torjäger, sein Kopfball nach einer Ecke strich knapp am Pfosten vorbei. Es war die letzte Aktion eines Spiels, das in der ersten Viertelstunde entschieden wurde.

"Wir haben gut angefangen und dann aufgehört", fasste Letohrads Kapitän Lukas Chlup trocken zusammen. "Wenn man so früh ein Tor kassiert, fühlt sich jede Minute danach doppelt so lang an."

Achenbach dagegen war zufrieden, auch wenn er sich einen zweiten Treffer gewünscht hätte: "Wir hätten den Sack früher zumachen können. Aber am Ende zählt, dass der Sack überhaupt zu ist."

So entführte Bystrc-Kninicky drei Punkte aus Letohrad - und das mit einer Mischung aus Robustheit, Cleverness und einem frühen Glücksmoment. Für Letohrad bleibt die Erkenntnis, dass man ein Spiel nicht gewinnen kann, wenn man erst in der 80. Minute anfängt, ernsthaft Fußball zu spielen.

Schlusswort? Vielleicht dieses: Wer zu spät aufwacht, verpasst nicht nur den Sonnenaufgang, sondern auch die Punkte.

25.04.643990 07:31
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Wie immer, wenn man Koffer packt, ist das alles nicht so spaßig, Hemden zusammen legen oder Hosen. Vor allem, wenn die eigene Frau nicht dabei ist.
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