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Augsburg siegt souverän - Patton und Schubert lassen die Puppenkiste tanzen

Ein kalter Januarabend, Flutlicht über der heimischen Arena, 4.283 Zuschauer mit warmer Jacke und kalten Füßen - und ein FC Augsburg, der sich offenbar vorgenommen hatte, das Torverhältnis zu pflegen. Beim 2:0-Sieg über Sondershausen im Rahmen des 8. Spieltags der Regionalliga B bot die Mannschaft eine Demonstration in Sachen Geduld, Ballbesitz und Chancenwucher.

Schon nach zwei Minuten begann das Einbahnstraßen-Fußballstück, das sich über neunzig Minuten erstreckte: Aaron Patton zog ab, als wollte er das Tornetz auf seine Reißfestigkeit prüfen. Es blieb die erste von insgesamt 17 Augsburger Abschlüssen Richtung Gäste-Keeper Luca Baumann - und der einzige Grund, warum es zur Pause 0:0 stand, war eben jener Baumann. "Ich wusste gar nicht, dass ich so viele Bälle halten kann", lachte der 20-Jährige später mit einer Mischung aus Stolz und Erschöpfung.

Sondershausen? Nun, sie waren physisch anwesend. In statistischen Kategorien tauchten sie nur als Ballbesitzverweigerer (30 Prozent) und Torschuss-Vermeider (0, in Worten null) auf. Trainerin Lilo Hesters nahm es mit Galgenhumor: "Wir wollten Augsburg den Ball überlassen - das haben wir perfekt umgesetzt." Mehr Selbstironie war selten.

Die erste Halbzeit endete torlos, aber nicht spannungslos. Die Zuschauer sahen Angriffe im Minutentakt, Flanken von links, Pässe durch die Mitte und Schüsse aus allen Lagen. Besonders der 18-jährige Jesus Huber sorgte mit jugendlichem Übermut für Szenenapplaus. Einmal nahm er eine Hereingabe artistisch volley und drosch den Ball in Richtung Parkdeck - die Fans dankten es ihm mit einem kollektiven "Ooooh".

Nach 47 Minuten brach dann die Erlösung über die frierenden Fans herein. Herbert Weller, ebenfalls erst 18, bediente Patton mustergültig. Der 34-jährige Routinier vollstreckte trocken ins rechte Eck - 1:0. Während Patton jubelnd die Arme ausbreitete, murmelte sein Gegenspieler Jan Schreiner: "Der Mann hat mehr Erfahrung als unsere halbe Mannschaft zusammen." Patton selbst grinste später: "Herbert hat den Ball so serviert, da musste ich nur noch den Fuß hinhalten - na gut, ein bisschen Gefühl war schon dabei."

Augsburg spielte nun befreit auf, kombinierte weiter geduldig. Kay Moser zog die Fäden im Mittelfeld, während Kapitän Michael Hildebrandt hinten alles wegräumte, was sich näherte - und sich dafür in der 85. Minute noch eine gelbe Karte als Souvenir abholte. "Ich wollte nur zeigen, dass ich auch noch da bin", witzelte der 30-Jährige nach Spielschluss.

Kurz darauf fiel die Entscheidung: In der 86. Minute flankte Moser präzise auf den zweiten Pfosten, wo Oscar Schubert lauerte. Der Rechtsaußen nahm Maß und versenkte den Ball humorlos - 2:0, Deckel drauf. "Ich hab’s kommen sehen", sagte Schubert später und grinste breit. "Kay hat den Ball so schön getreten, ich hätte fast vergessen, dass da ein Gegner steht."

Die Schlussphase brachte dann noch zwei Randnotizen: Hildebrandts gelbe Karte und eine unglückliche Szene bei Sondershausen. Der erst 19-jährige Andre Behrendt verletzte sich in der Nachspielzeit und musste für Krzysztof Hajto weichen. Trainerin Hesters wirkte besorgt, lobte aber den Einsatz ihres Teams: "Wir haben gekämpft bis zum Schluss. Leider meistens ohne Ball."

Die Statistiken sprechen eine klare Sprache: 69,6 Prozent Ballbesitz für Augsburg, 17:0 Torschüsse, 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Ein Spiel, das man auch als Lehrstunde in Geduld und Struktur bezeichnen könnte - oder, wie ein Zuschauer beim Bierstand meinte: "Das war wie Schach, nur mit mehr Lärm."

Trainer des FC Augsburg, dessen Name offiziell nicht genannt wurde, zeigte sich nach dem Spiel zufrieden, aber nicht euphorisch: "Wir haben viel kontrolliert, aber zu wenig daraus gemacht. In der Regionalliga musst du solche Spiele früher entscheiden. Trotzdem, Kompliment an die Jungs - und an den gegnerischen Torwart."

Als die Flutlichter erloschen und die letzten Fans den Atem aufwärmten, blieb ein Fazit: Augsburg gewinnt verdient, Sondershausen lernt schmerzhaft - und die Regionalliga B hat wieder einmal gezeigt, dass Statistik manchmal ehrlicher ist als jedes Trainerstatement.

Oder um es in den Worten von Patton zu sagen: "Zwei Tore sind gut, null Gegentore sind besser. Aber ich hätte gern noch ein drittes gemacht - einfach fürs Gefühl."

Ein Abend also, an dem Augsburg die Puppenkiste tanzen ließ - und Sondershausen nur zuschauen durfte, wie die Fäden gezogen wurden.

21.04.643987 07:27
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Andreas Möller
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