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ATU Arad dreht das Spiel: Jungspunde zähmen Stegari Brasov

Ein kalter Januarabend, Flutlicht über Arad, 17.706 Zuschauer mit heißem Tee und kalten Füßen - und am Ende stand ein Sieg, der so nicht unbedingt in der Drehbuchversion von Mister Zvenson vorgesehen war: ATU Arad besiegt Stegari Brasov mit 2:1 (0:1) und macht damit den 13. Spieltag der 1. Liga Rumänien zu einem Fest für alle Freunde des späten Aufbäumens.

Dabei begann die Partie, als hätten die Gäste aus Brasov den Kaffee doppelt stark bekommen. Schon in der 8. Minute schlenzte Marius Timofte, 32 und offenbar noch immer auf Espresso-Diät, den Ball nach Zuspiel von Alberto Collantes ins linke Eck. Arads Torhüter Lionel Bergantinos streckte sich vergeblich - 0:1, und die Stegari-Fans im Gästeblock sangen, als sei es schon der Siegtreffer.

"Da haben wir geschlafen wie nach dem Weihnachtsbraten", brummte Arad-Coach Mister Zvenson später. Tatsächlich fanden seine Jungs in der ersten Halbzeit kaum Zugriff, obwohl sie mit 15 Torschüssen am Ende deutlich aktiver waren als die Gäste (8). Ballbesitz hin oder her - Brasov hatte mit 56 Prozent zwar mehr vom Spiel, aber weniger Biss im letzten Drittel.

Zur Pause sah man Zvenson wild gestikulierend an der Seitenlinie. "Ich habe ihnen gesagt, dass Flügelangriffe kein theoretisches Konzept sind, sondern etwas, das man auch mal praktizieren darf", grinste er nach Abpfiff. Und siehe da: Nach Wiederanpfiff wurde Arad wach.

In der 53. Minute war es der junge Schwede Liam Carlsson, 24, der eine butterweiche Flanke von Rechtsverteidiger Nicolae Radoi verwertete - Volley, trocken, präzise. 1:1 und ein Stadion, das plötzlich glaubte, dass an diesem Abend noch mehr geht. "Ich hab’ einfach draufgehalten", sagte Carlsson, "und gehofft, dass der Ball sich an die Taktiktafel hält."

Nur drei Minuten später wechselte Zvenson: Humberto Gama kam für Erland Johnsson. Ein Wechsel, der sich als Glücksgriff herausstellen sollte. Gama, quirlig wie ein Duracell-Hase, brachte sofort Leben in die rechte Seite. In der 72. Minute war er dann selbst der Mann des Moments: Nach feinem Pass von Juan Djalo zog er von rechts in den Strafraum, ließ Laurentiu Bindea stehen, und knallte das Leder flach ins lange Eck - 2:1!

Brasov wirkte überrascht, ja fast empört über diesen plötzlichen Realitätsverlust. Trainer Ionel Păun - sonst ein Mann von stoischer Ruhe - schleuderte seine Wasserflasche Richtung Ersatzbank und brüllte: "Wie viele Chancen wollt ihr noch liegenlassen?" Seine Spieler antworteten mit zaghaften Angriffen, aber nichts Zwingendes mehr. In der 73. Minute prüfte Pascal Cloutier noch einmal Bergantinos, doch der Arad-Keeper hielt sicher.

Die Schlussphase gehörte wieder dem Gastgeber, der das Spiel nun erstaunlich abgeklärt herunterspielte. Arads Defensive, in der gleich drei 17-Jährige aufliefen, hielt stand. "Die Jungs sind jung, aber sie beißen", lobte Zvenson. Besonders der eingewechselte Bjarni Norman, der in der 75. Minute den gelbbelasteten Nicolae Coras ersetzte, räumte alles ab, was auch nur ansatzweise nach Angriff roch.

Am Ende feierten die Fans von ATU Arad ihre Mannschaft, als hätte sie gerade die Liga gewonnen. Und irgendwie fühlte es sich auch so an - zumindest für die, die die erste Halbzeit überlebt hatten. "Es war ein Sieg des Mutes", meinte Torschütze Gama. "Und vielleicht auch des Zufalls", ergänzte Carlsson lachend.

Statistisch gesehen war Brasov das kontrolliertere Team, mit mehr Ballbesitz und strukturiertem Passspiel. Doch Arad kompensierte das mit purem Willen, aggressivem Pressing auf den Flügeln und jugendlichem Übermut. 15 Schüsse auf das Tor, ein Treffer schöner als der andere - das reichte, um die Gäste auf die Heimreise mit langem Gesicht zu schicken.

Zum Schluss fasste Mister Zvenson das Geschehen mit jener Mischung aus Ironie und Selbstlob zusammen, für die er in Arad inzwischen Kultstatus genießt: "Wir haben die Taktik eingehalten - nur die erste Halbzeit haben wir vergessen."

Ein Sieg, der Mut macht, ein Publikum, das träumt, und eine Mannschaft, die gezeigt hat, dass Erfahrung manchmal überschätzt wird. Arad tanzt weiter, Brasov schaut verdutzt - und die 1. Liga Rumäniens hat wieder eine kleine Sensation mehr.

07.06.643987 00:25
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