Tuttosport
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Atletico Roma rettet in Unterzahl ein wildes 2:2 gegen Udinese

Roms Abendhimmel glühte noch, als im Stadio Olimpico 31.927 Zuschauer Platz genommen hatten - ein Sonntagabendspiel, das alles versprach, was italienischer Fußball zu bieten hat: Drama, Leidenschaft, und natürlich einen Schiedsrichter, der irgendwann den Überblick verliert. Am Ende trennten sich Atletico Roma und der FC Udinese mit einem 2:2, doch das Ergebnis erzählt nur die halbe Geschichte.

Schon nach wenigen Minuten war klar: Hier will keiner auf Sicherheit spielen. Romas Trainer Georgio Sabani hatte seine Elf offensiv eingestellt, gleich die ersten Minuten gehörten den Hausherren. Sergio Fernan prüfte Udineses Keeper Luca Lange bereits in der ersten Minute - ein Weckruf für die Gäste, die erst einmal tief durchatmen mussten.

In der 19. Minute dann das, was die Tifosi lieben: ein Angriff wie aus dem Lehrbuch. Diego Custodio legte im richtigen Moment auf, Sebastiano De Angelis zog ab - 1:0 für Atletico Roma. Der Jubel im Stadion war so laut, dass man in Trastevere vermutlich die Espressotassen klirren hörte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste De Angelis später. "Wenn ich nachdenke, geht’s meistens schief."

Doch Udinese zeigte, warum man sie nie abschreiben darf. Nur 19 Minuten später bewies der 34-jährige Andras Kohut, dass Erfahrung manchmal mehr zählt als jugendlicher Eifer. Nach Vorlage von Rene Poulin donnerte er den Ball humorlos ins Netz - 1:1, und Trainer Emiliano Dicetutto ballte an der Seitenlinie die Fäuste. "Andras ist wie alter Wein", sagte er nach dem Spiel, "je länger er spielt, desto gefährlicher wird er."

Die zweite Hälfte begann, wie die erste endete: mit einem Paukenschlag. Kaum hatte der Schiedsrichter wieder angepfiffen, zappelte der Ball schon im Netz der Römer. Mattia Tomasi, flankiert von Leonardo Iezzi, drückte in der 47. Minute zum 1:2 ein - ein echter Nackenschlag für Roma. "Wir waren noch beim Espresso in der Kabine", murmelte Verteidiger Marek Labant später halb entschuldigend.

Doch Atletico wäre nicht Atletico, wenn sie nicht mit aller Inbrunst zurückgekommen wären. Sabani gestikulierte wild, brüllte Anweisungen, und seine Mannschaft rannte an. Udinese stellte sich tief, lauerte auf Konter, doch in der 70. Minute fiel das verdiente 2:2: Nicolo Mendicino, der über rechts immer wieder für Unruhe sorgte, traf nach Vorarbeit von Szymon Buncol. "Ich hab nur gehofft, dass er mich sieht", sagte Mendicino, "und Szymon hat mich gesehen - endlich mal!"

Was folgte, war ein wilder Schlagabtausch, in dem beide Teams noch Chancen hatten. Insgesamt verzeichnete Roma 15 Torschüsse, Udinese 14 - ein fast perfektes Gleichgewicht. Der Ballbesitz lag mit 51,7 Prozent leicht bei den Hausherren, doch das half ihnen wenig, als Diamantis Manos in der 84. Minute Rot sah. Ein rustikales Einsteigen gegen Poulin - der Schiedsrichter zögerte keine Sekunde. "Ich hab nur den Ball getroffen", beteuerte Manos, während die Wiederholung etwas anderes zeigte.

In Unterzahl verteidigte Roma mit allem, was sie hatten - und ein wenig Glück. Udineses Tomasi und Bosingwa hätten das Spiel mehrfach entscheiden können, doch Torwart Carles Suarez hielt, was zu halten war. In der 95. Minute setzte Rolando Pugliese den letzten Schuss des Abends knapp übers Tor - und Sabani fiel beinahe in die Coaching-Zone, als der Ball das Tornetz nur streifte.

Nach Abpfiff herrschte eine eigenartige Mischung aus Erleichterung und Frust. "Ein Punkt ist ein Punkt", knurrte Sabani, "aber mit elf Mann hätten wir sie gehabt." Dicetutto dagegen nahm’s sportlich: "Wir haben zweimal geführt, also ist das eher ein verlorener Sieg."

Die Zuschauer jedenfalls hatten ihr Geld nicht umsonst investiert. Ein packendes Spiel, zwei Mannschaften auf Augenhöhe, Emotionen pur - und ein Platzverweis, der wie ein roter Faden durch den Abend lief.

Vielleicht war dieses 2:2 die gerechteste aller Lösungen. Roma rettete sich in Unterzahl mit Herz und Lunge, Udinese verpasste den Lucky Punch knapp. Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne brummte, als er sich seinen Schal überwarf: "War kein Sieg, aber wenigstens kein Ärger zu Hause beim Abendessen."

Und damit schloss sich der Kreis eines typisch italienischen Fußballabends - laut, dramatisch, und am Ende irgendwie doch schön.

19.01.643994 23:06
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Es gibt Phasen, da ist man etwas angespannter. Das ist doch menschlich. Es wäre doch blöd von mir, den Schauspieler zu mimen.
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