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Atletic Barcelona zerlegt Ourense - Vico tanzt, Bundy grinst

Ein warmer Abend im März, 24.570 Zuschauer im Estadi Municipal, und Atletic Barcelona beschloss, Fußball zur Kunstform zu erheben. Mit einem 4:0 (3:0) gegen Deportivo Ourense schossen sich die Katalanen am 4. Spieltag der 2. Liga Spanien nicht nur in die Tabellenregionen der guten Laune, sondern auch in die Herzen der heimischen Fans - sofern die nicht schon nach 20 Minuten heiser waren.

Schon in der 7. Minute begann das Spektakel: Rafael Vico, 20 Jahre jung, die Frisur sitzt so präzise wie sein Schuss, traf nach Vorarbeit von Luke Kinsella zum 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Vico hinterher grinsend zu, "aber der Ball hatte einfach bessere Ideen." Trainer Al Bundy klopfte ihm auf die Schulter und brummte: "Wenn alle meine Flanken so enden, darf er gerne öfter danebenliegen."

Ourense, von Robson Ponte taktisch eigentlich gut geordnet, wirkte danach wie ein Schülerchor im Opernhaus - bemüht, aber fehl am Platz. Nur zwei Minuten nach einem zaghaften Versuch von Nael Navarro (17.) klingelte es erneut. Wieder Vico, diesmal nach herrlicher Vorarbeit von Martin Flores (18.). Der zweite Treffer war eine Demonstration von Tempo, Technik und jugendlicher Unverschämtheit - Vico verzögerte, schaute, hob den Ball über den herausstürzenden Keeper Denic, als wäre es ein Trainingsspiel.

"Wir hatten eigentlich mehr Ballbesitz", schnaufte Ponte später, "aber leider zählt der Ballbesitz nicht auf der Anzeigetafel." Recht hatte er: 54 Prozent Ballkontrolle, aber 0 Prozent Torgefahr. Atletic Barcelona dagegen schaffte es, mit 18 Torschüssen viermal zu treffen - und hätte noch mehr gekonnt, wenn nicht Denic mehrfach mit akrobatischen Paraden Schlimmeres verhindert hätte.

Das 3:0 durch Innenverteidiger Jake Donovan in der 23. Minute war dann endgültig der Beweis, dass alle bei Atletic an diesem Abend Lust auf Tore hatten - auch die, die sonst lieber hinten aufräumen. Nach einem Eckball von Fehmi Topuz stieg Donovan wuchtig hoch, rammte den Ball per Kopf ins Netz und brüllte Richtung Tribüne: "Das war für meine Tochter - sie glaubt sonst, Papa schießt nie!"

Bis zur Pause war Ourense in Schockstarre. Ponte gestikulierte, als wolle er eine Oper dirigieren, aber seine Spieler reagierten kaum. Bundy dagegen blieb cool auf seiner Bank sitzen, kaute Kaugummi und kommentierte lakonisch: "Solange sie nicht rückwärts laufen, ist alles gut."

Nach der Pause schaltete Barcelona einen Gang runter - was bei einer 3:0-Führung verständlich ist. Dennoch gelang Lajos Dumitrescu (55.) mit einem satten Schuss aus 20 Metern das 4:0. Der Mittelfeldmotor hatte zuvor schon einige Male aus der Distanz gezielt, diesmal passte alles: Technik, Timing, und vielleicht auch ein Hauch Selbstvertrauen aus Stahl. "Ich hab’s gespürt, dass der reingeht", sagte Dumitrescu anschließend, "und wenn nicht, hätte Bundy mich vom Platz geholt."

Ourense bemühte sich, wenigstens den Ehrentreffer zu erzielen. Arsenis Halkias prüfte Torwart Franck Masse (59.), Eugenio Grieco traf später (85.) das Außennetz - sinnbildlich für den ganzen Abend. Masse blieb meist beschäftigungslos und wurde in der 75. Minute für den jungen Caio Djalo ausgewechselt, der prompt noch zwei harmlose Schüsse abwehrte und sich anschließend feiern ließ, als hätte er das Champions-League-Finale gewonnen.

Eine kleine Schrecksekunde gab es, als Billy Yeates (83.) nach einem Zweikampf verletzt liegen blieb. Bundy winkte ab: "Er hat mehr Gras im Gesicht als Schmerzen." Nach dem Spiel bestätigte der Klub: nur eine Prellung, kein Grund zur Sorge.

Am Ende war es ein Sieg, der deutlicher nicht hätte ausfallen können. 4:0, drei Tore in der ersten halben Stunde, ein souveräner Auftritt, der zeigte, dass Bundys Mannschaft nach Jahren der Aufbauarbeit endlich wieder Spaß am Fußball hat. Der Trainer selbst fasste es trocken zusammen: "Wir haben offensiv gespielt, defensiv gedacht und zwischendurch sogar gelächelt."

Deportivo Ourense hingegen wird sich fragen, wie man mit mehr Ballbesitz, aber weniger Ideen nach Hause fährt. Ponte versprach Besserung: "Wir haben heute viel gelernt - leider alles von den Falschen."

Und während die Fans noch "Vico, Vico!" riefen, stand der Held des Abends schon mit Eisbeutel in der Kabine und kicherte: "Wenn ich das nächste Mal flanken will, mach ich’s wieder so."

Ein Abend, an dem Fußball leicht aussah - und Ourense schwer tat, mitzuhalten.

16.12.643993 06:37
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