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Atletic Barcelona tanzt Ibiza aus - 2:0-Heimsieg mit Stil und Spott

Es war ein lauer Januarabend im Estadi del Mar, aber auf dem Rasen ging es heißer zu als im Sommer auf der Playa d’en Bossa. Atletic Barcelona besiegte Ibiza Eivissa am 7. Spieltag der 2. Liga Spanien mit 2:0 (2:0) - und das Ergebnis schmeichelte den Gästen fast schon. 23:4 Torschüsse, 55 Prozent Ballbesitz und ein Publikum, das die eigene Mannschaft nach Abpfiff feierte, als wäre der Aufstieg schon sicher.

Al Bundy, der Mann mit dem berühmten Dauergrinsen an der Seitenlinie, hatte sein Team wieder einmal perfekt eingestellt. "Wir wollten zeigen, dass wir Fußball spielen können, ohne dabei einzuschlafen", sagte der Coach halb ernst, halb ironisch. Und tatsächlich: Seine Elf kombinierte sich mit leichter Hand durch die Abwehrreihen der Balearen-Gäste, die an diesem Abend eher an eine Strandbar erinnerten als an eine Defensive.

Ibiza begann mutig, ja sogar offensiv. In der 16. Minute prüfte Manfred Baier aus spitzem Winkel Barcelonas Keeper Niels Nolte - der einzige Moment, in dem der Torwart seine Handschuhe wirklich brauchte. Danach übernahm Atletic die Kontrolle. Jake Davonport wirbelte in der Sturmmitte, Pinchas Hasson lauerte auf der linken Seite - und dann kam die 37. Minute: ein schneller Doppelpass über links, Vitorino Couto zieht die Linie entlang, flankt halbhoch in den Strafraum, und Hasson zieht volley ab. Tor. 1:0.

"Ich hab einfach draufgehalten", grinste Hasson später. "Wenn ich zu viel nachdenke, geht der Ball nach Ibiza zurück."

Nur fünf Minuten später folgte der zweite Streich. Pierre Preher tanzte auf der linken Seite gleich zwei Gegenspieler aus, legte quer, und Jay Warriner, der erfahrene Taktgeber im Mittelfeld, wuchtete den Ball aus 18 Metern ins Netz. 2:0 - und der Rest des Spiels war im Prinzip ein Schaulaufen.

Trainer Dario Koller von Ibiza Eivissa sah das naturgemäß anders: "Wir waren nicht schlechter, wir waren nur… also… weniger erfolgreich." Das Publikum grinste, die Statistik nicht: Vier magere Torschüsse, zwei Gelbe Karten (Viana 54. Minute, Baier 73.), und ein Angriff, der sich regelmäßig im eigenen Dribbling verhedderte.

In der zweiten Halbzeit spielte Atletic Barcelona wie eine Katze mit einer müden Maus. Davonport und Hasson vergaben reihenweise Chancen - in der 59., 61., 66., 67. Minute, man hätte fast Mitleid bekommen. Nur Bundy nicht. "Ich wollte den Jungs zeigen, dass Effizienz auch ein schöner Wert ist", scherzte er. Selbst der 18-jährige Rechtsverteidiger Pol del Rio durfte zweimal draufhalten, wurde aber vom starken Ibiza-Keeper Ernst Heinemann entschärft.

Zwischendurch rief Bundy seinem Mittelstürmer zu: "Jake, du darfst auch mal einen reinmachen!" Davonport hob die Hand, grinste - und zirkelte den nächsten Ball knapp vorbei. Humor haben sie, das muss man ihnen lassen.

Ibiza versuchte es noch mit langen Bällen, aber weder Ivica Gavrancic noch Jens Frissyn konnten Nolte ernsthaft in Bedrängnis bringen. In der 79. und 83. Minute sorgte Tim Ackermann mit zwei sehenswerten Schüssen noch einmal für Raunen im Stadion, doch das 3:0 blieb aus.

"Wir haben kontrolliert, aber nicht überheblich gespielt", analysierte Kapitän Warriner nach Schlusspfiff, während er sich ein breites Grinsen nicht verkneifen konnte. "Vielleicht war’s ein bisschen zu viel Spaßfußball am Ende."

23652 Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen. Die Fans skandierten den Namen von Trainer Bundy, der sich mit einem ironischen Salut bedankte. Auf die Frage, ob er nun vom Aufstieg träume, antwortete er trocken: "Ich träume nur davon, dass Jake Davonport mal ein Tor schießt, wenn ich’s ihm sage."

Ibiza-Coach Koller hingegen zog sich mit einem Schulterzucken aus der Affäre. "Wir haben Sonne, sie haben Punkte. Man kann nicht alles haben."

So endete ein Spiel, das nie wirklich offen war, aber dafür beste Unterhaltung bot - mit Spielfreude, Witz und einem Hauch Selbstironie. Atletic Barcelona bleibt in der Spur, Ibiza Eivissa bleibt auf dem Boden - und die Fans gingen heim mit dem Gefühl, dass Fußball manchmal ganz einfach sein kann: Wenn man ihn einfach besser spielt.

Und irgendwo in der Kabine summte Al Bundy vor sich hin - vielleicht keine Hymne, aber sicher den Soundtrack eines gelungenen Abends.

29.03.643987 13:51
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Fußball spielt sich zwischen den Ohren ab. Da war teilweise Brachland, das neu bepflanzt werden musste.
Rainer Bonhof
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