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Astur CF verspielt Führung - Lanzarote CF dreht das Spiel in 15 Minuten

Es war einer dieser Abende, an denen Fußballer lernen, dass 45 gute Minuten eben keine 90 ergeben. Vor 32.038 Zuschauern im Estadio de Asturias führte Astur CF zur Pause verdient mit 1:0 - und stand am Ende doch mit leeren Händen da. Lanzarote CF, das Team von Trainer Meister Leverkusen (ja, der Name ist echt), drehte die Partie nach der Halbzeit mit drei Treffern in 15 furiosen Minuten. Endstand: 2:3 (1:0).

Dabei hatte alles so verheißungsvoll begonnen. In der 24. Minute zirkelte Xavier Da Cru, der 33-jährige Mittelfeldstratege mit der Ruhe eines Schachgroßmeisters, den Ball aus 18 Metern unhaltbar in den Winkel. "Ich hab einfach mal abgezogen, weil Julian (Postiga) so schön rübergelegt hat", grinste Da Cru später, während er sich die Schweißperlen von der Stirn wischte. Der Treffer war das erste Highlight eines Spiels, das bis dahin eher von vorsichtigem Abtasten geprägt war - Lanzarote hatte zwar früh dreimal auf das Tor geschossen, aber Torhüter Pascal Gagne hielt alles fest, was in seine Richtung flog.

Astur CF kontrollierte das Spiel, hatte knapp mehr Ballbesitz (50,9 Prozent), ruhte sich aber vielleicht etwas zu sehr auf dem Vorsprung aus. "Wir wollten in der zweiten Halbzeit nicht nur verwalten", beteuerte Trainer Stefan Sühr, "aber irgendwie haben wir es genau das getan."

Nach dem Seitenwechsel kam Lanzarote wie verwandelt zurück. Drei frische Spieler brachte Leverkusen zur Pause - und traf damit ins Schwarze. Kaum war der Ball wieder im Spiel, legte der eingewechselte Henry Winston perfekt für Jose Almeida auf, der in der 52. Minute zum 1:1 einschob. Nur vier Minuten später wieder Winston, wieder die rechte Seite, wieder Chaos in der Astur-Abwehr - diesmal nutzte Pierre Bisson die Verwirrung und traf zum 1:2.

"Der Junge hat heute gespielt, als wäre er doppelt so alt und halb so nervös", schwärmte Leverkusen über seinen 20-jährigen Mittelstürmer Bisson. Und der legte sogar noch einen drauf: In der 67. Minute vollendete er nach feinem Pass von Ignacio Mendivil zum 1:3. Lanzarote hatte das Spiel nicht nur gedreht, sondern es regelrecht an sich gerissen.

Astur CF warf nun alles nach vorne. Lionel Rocha prüfte den Gäste-Keeper gleich dreimal (75., 77., 84.), aber Vincent Maurice, 21 Jahre jung und mit Nerven aus Stahl, hielt seinen Kasten sauber - bis zur 81. Minute. Da traf Damian Simao nach Vorlage von Bruno Antonio zum 2:3 und ließ das Stadion noch einmal hoffen.

"In dem Moment dachte ich: Jetzt drehen wir das Ding zurück", sagte Simao später mit einem Schulterzucken. "Aber Lanzarote stand danach wie eine Wand. Und wir schossen eher drauflos als gezielt." Zehn Torschüsse hatte Astur insgesamt, Lanzarote ganze dreizehn - und jeder zweite davon roch gefährlich nach Tor.

Die letzten Minuten waren dann mehr Kampf als Kunst. Asturs Arnau Bertran sah in der 58. Minute Gelb, Zoran Kahriman in der 90. ebenfalls - sinnbildlich für die zunehmende Frustration. "Wenn du siehst, wie dir das Spiel entgleitet, willst du wenigstens zeigen, dass du da bist", knurrte Kahriman im Kabinengang.

Trainer Sühr hingegen suchte die Fassung. "Wir haben es selbst verbockt. Lanzarote war nicht besser, aber cleverer. Und sie hatten diesen Bisson - der macht den Unterschied." Auf der anderen Seite grinste Meister Leverkusen breit: "Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen einfach weiterspielen. Und dass sie ruhig mal aufs Tor schießen dürfen. Offenbar haben sie zugehört."

Die Statistik untermauert das Bild: fast ausgeglichener Ballbesitz, aber Lanzarote mit dem Plus an Effizienz. Während Astur im zweiten Durchgang lange nach seinem Rhythmus suchte, spielte Lanzarote frei und mutig - genau das, was man von einer Mannschaft erwartet, die nach Rückstand aufdreht.

Nach dem Abpfiff applaudierten selbst einige Heimfans den Gästen. "So ehrlich muss man sein", meinte ein älterer Herr auf der Tribüne, "die haben’s einfach besser gemacht. Und unser Trainer? Der sollte mal einen Kurs in Pausenansprache belegen."

Ein bisschen sarkastisch, aber nicht ganz falsch. Astur CF hat gezeigt, dass es Fußball spielen kann - aber Lanzarote CF hat gezeigt, dass Fußball manchmal ein Geduldsspiel ist. Erst warten, dann zuschlagen.

Und während die Gäste jubelnd in die Nacht hinausfuhren, blieb den Gastgebern nur der Trost, dass ein 2:3 immer noch besser klingt als ein 0:3. Nur eben nicht in der Tabelle.

12.10.643987 08:05
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