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Astur CF dreht das Spiel - Barcelona stolpert über den eigenen Mut

Ein lauer Frühlingsabend in Barcelona, 24.944 Zuschauer im Stadion, und alles schien angerichtet für eine weitere Heimshow von Atletic Barcelona. Trainer Al Bundy, bekannt für seine unerschütterliche Überzeugung, dass Offensive die beste Verteidigung sei, ließ seine Elf von Beginn an stürmen. Und tatsächlich: Bereits in der 8. Minute durfte das heimische Publikum jubeln. Fehmi Topuz, der sonst rechts hinten für Ordnung sorgt, preschte nach vorne, bekam den Ball von Youngster Guillermo Minambres serviert und drosch ihn kompromisslos ins Netz. "Ich dachte, warum sollten nur die Stürmer Spaß haben?", grinste der Rechtsverteidiger später.

Doch wer glaubte, Astur CF würde nun in Ehrfurcht erstarren, wurde bald eines Besseren belehrt. Die Gäste aus dem Norden Spaniens, von Stefan Sühr taktisch diszipliniert eingestellt, zeigten, dass auch sie Offensivgeist besitzen - allerdings mit mehr Geduld und weniger Chaos. Lionel Rocha, der bullige Mittelstürmer, machte den Unterschied. In der 37. Minute nahm er eine butterweiche Vorlage von Bruno Antonio an, drehte sich um die eigene Achse und traf trocken zum 1:1. "Das war so ein Moment, in dem man denkt: Ja, dafür trainiert man", sagte Rocha nach dem Spiel, während er sich ein Eis auf die Schienbeine legte.

Zur Halbzeit war das Spiel völlig offen. Barcelona hatte zwar 47 Prozent Ballbesitz, aber nur sechs Torschüsse - Astur dagegen ganze 18. Das Zahlenverhältnis erzählte schon, wer hier eigentlich den Ton angab. Trotzdem glaubte man im Stadion an das Comeback der Heimelf. Trainer Bundy schien es ähnlich zu sehen: "Wir bleiben offensiv, das wird schon", knurrte er in Richtung seiner Ersatzbank.

Doch das Schicksal hatte andere Pläne. In der 26. Minute musste der junge Martin Flores verletzt raus, nach einem unglücklichen Zusammenprall. "Er hat gesagt, er sieht doppelt - und ich meinte, das sei bei unserer Abwehrleistung vielleicht gar nicht schlecht", witzelte Bundy später sarkastisch. Bartilomiej Sobolewski kam für ihn, aber der Rhythmus war dahin.

Astur CF nutzte das gnadenlos. Immer wieder rollten Angriffe über die Flügel, besonders über den quirlig-schnellen Fabio Conceicao. Keeper Franck Masse im Tor der Katalanen hatte alle Hände voll zu tun, und nur seine Reflexe verhinderten Schlimmeres. Als Fehmi Topuz dann in der 58. Minute Gelb sah, weil er mehr vom Trikot als vom Ball traf, kippte die Stimmung vollends.

Die Entscheidung fiel in der 71. Minute - und sie fiel schön. Bruno Antonio, schon beim Ausgleich der Assistgeber, schickte Spiridon Aldonin auf die Reise. Der Linksaußen ließ sich nicht zweimal bitten, zog aus spitzem Winkel ab - 1:2. Der Jubel im Gästeblock war ohrenbetäubend, irgendwo zwischen Erleichterung und Unglauben. "Ich habe nur die Augen zugemacht und gehofft, dass der Ball reingeht", lachte Aldonin später.

Atletic versuchte in der Schlussphase alles, brachte den 19-jährigen Rafael Vico, der in der 92. Minute tatsächlich noch einmal gefährlich abzog. Doch Astur-Keeper Jerzy Nawalka tauchte blitzschnell ab und rettete den Sieg. "Ich hab den Schuss kommen sehen, bevor er überhaupt geschossen hat", behauptete der Torwart grinsend.

Am Ende blieb Bundy mit verschränkten Armen stehen, während die Gäste feierten. "Wir haben Leidenschaft gezeigt, aber vielleicht zu viel davon in der falschen Zone", murmelte er. Sein Gegenüber Sühr war dagegen sichtlich zufrieden: "Wir wollten mutig sein - und das waren wir. Ich hoffe, meine Jungs merken sich das fürs nächste Mal."

Statistisch betrachtet war der Sieg verdient: Astur CF dominierte mit 53 Prozent Ballbesitz, gewann mehr Zweikämpfe (54 zu 46 Prozent) und schoss dreimal so oft aufs Tor wie der Gegner. Dass Barcelona früh führte, war eher ein Schönheitsfehler in einem ansonsten klaren Drehbuch.

Als das Stadion sich leerte, hörte man einen Fan sagen: "Wenn selbst der Rechtsverteidiger trifft, weißt du, dass wir Probleme haben." Vielleicht bringt das die Lage ganz gut auf den Punkt.

Ein Spiel, das mit Feuer begann und in Frust endete - zumindest für Barcelona. Für Astur CF dagegen war es ein Abend, an dem aus Fleiß plötzlich Glanz wurde. Und irgendwo im nächtlichen Barcelona wird Stefan Sühr wohl noch leise lächeln - nicht zu laut, um Al Bundy nicht zu wecken.

19.07.643993 01:03
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