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Wer am Samstagabend im mit 40.000 Zuschauern prall gefüllten AstroDome saß, bekam ein Fußballspiel zu sehen, das so amerikanisch war wie ein Actionfilm: laut, dramatisch und mit einem Happy End für die Heimmannschaft. Die Los Angeles Astros schlugen die London Stars mit 2:1 (1:1) und untermauerten damit ihre Ambitionen in der "1. Liga USA". Das Spiel begann mit einem Paukenschlag - zumindest im übertragenen Sinne. Schon nach sechs Minuten prügelte Samuel Lansbury den Ball aus 20 Metern Richtung Tor - "Ich wollte einfach mal sehen, ob der Ball fliegt", grinste er später. Der Londoner Keeper Elliot Mills, gerade mal 18 Jahre jung, bestand seine Bewährungsprobe souverän. Doch die Astros drückten weiter: Arthur Schaelles und Joseph Kinsella testeten mehrfach die Stabilität des Tornetzes - von außen wohlgemerkt. In der 27. Minute war es dann so weit. Cameron Featherstone, der rechte Mittelfeldmotor der Astros, verwandelte einen präzisen Pass von Rechtsverteidiger Roberto Terme zum 1:0. "Ich hab gesehen, dass Roberto die Lücke sieht - und dann hab ich einfach die Augen zugemacht und draufgehalten", lachte Featherstone nach Abpfiff. Trainer Bruno Eusebio dagegen war weniger humorvoll: "Cameron soll die Augen lieber offen halten, aber Hauptsache drin." London reagierte nicht beleidigt, sondern britisch kühl. Die Stars, von Coach Jacqueline Star gewohnt offensiv eingestellt, suchten weiter ihr Glück über die Flügel. In der 40. Minute zahlte sich das aus: Der 19-jährige Freddie Hunt, ein Wirbelwind auf der rechten Seite, schloss nach Vorarbeit von Callum Monroe ab - 1:1. "Ich hatte eigentlich auf William Winston gespielt, aber Freddie ist einfach schneller als mein Gedanke", schmunzelte Monroe. Mit diesem gerechten Remis ging’s in die Pause. Statistisch lag Los Angeles zwar leicht vorn beim Ballbesitz (54,5 Prozent), aber London hatte mit 14 Torschüssen mehr Pfeile im Köcher als der Gastgeber (12). "Wir müssen ruhiger werden", mahnte Eusebio in der Halbzeit. Seine Mannschaft hörte zu - zumindest teilweise. Denn nach dem Seitenwechsel sah man ein Spiel, das weniger nach Schach und mehr nach Schießbude roch. Beide Teams tauschten Angriffe wie Teenager Textnachrichten - häufig, unüberlegt, aber manchmal effektiv. In der 64. Minute dann die Szene, die das Stadion erzittern ließ: Leandro Jorge flankte butterweich von rechts, Corey Hoskins stieg hoch und köpfte den Ball in bester Center-Forward-Manier ins Netz - 2:1 für die Astros! Hoskins erklärte später: "Wir haben das im Training 20-mal geübt - und 19-mal versemmelt. Heute war das eine Mal." Jubel, Konfetti, und irgendwo in den Rängen fiel vermutlich ein Nacho ins Bier. Die London Stars wollten sich nicht geschlagen geben. Trainerin Star, in ihrem glitzernden Mantel an der Seitenlinie kaum zu übersehen, brachte frisches Blut: Der 18-jährige Diego Goncalves kam für Adam Haddock, kurz darauf folgten der junge Ewan Corey und Luke Preston. Doch die Wechsel brachten mehr Gelb als Gold - Goncalves sah in der 85. Minute prompt Gelb nach einem rustikalen Einsteigen. "Er dachte wohl, das wäre Rugby", kommentierte ein Fan trocken. In der Schlussphase wurde es hitzig. Auch Alfie Monroe von den Astros holte sich in der 90. Minute eine Verwarnung ab, nachdem er beim Zeitspiel etwas zu theatralisch die Schuhe binden wollte. "Ich hab wirklich eine Blase gehabt", verteidigte er sich später mit einem Lächeln. Die letzten Minuten waren ein wilder Mix aus Nervosität und Verzweiflung. London warf alles nach vorn, Winston und Markussen feuerten noch zwei gefährliche Abschlüsse ab, doch Keeper Damian de Almeida hielt, was zu halten war - und vielleicht noch ein bisschen mehr. Als der Schlusspfiff ertönte, fielen sich die Astros-Spieler in die Arme, während die Londoner enttäuscht, aber nicht gebrochen vom Platz gingen. Coach Star zeigte sich sportlich: "Wir haben gut gespielt, aber die Astros hatten heute einfach diesen Funken. Vielleicht war’s der Smog." Trainer Eusebio dagegen suchte nach Worten und fand sie schließlich in seiner typischen Mischung aus Pathos und Pragmatismus: "Wir sind keine Sterne, wir sind Astros - wir brennen heller." Ein Satz, der vermutlich schon morgen auf T-Shirts gedruckt wird. Und so endete ein Abend, an dem Fußball in Los Angeles nicht nur gespielt, sondern zelebriert wurde - mit Drama, Talent und einem Schuss Hollywood. 03.08.643987 14:21 |
Sprücheklopfer
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