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Ein lauer Februarabend in Varese, Flutlicht, 36.145 Zuschauer und zwei Mannschaften, die partout nicht verlieren wollten - das war der 9. Spieltag der 1. Liga Italien zwischen der AS Varese und Partinico Calcio. Am Ende stand ein gerechtes, aber keineswegs langweiliges 2:2 (2:1). Wer behauptet, ein Remis könne keine Emotionen bieten, war an diesem 15. Februar wohl nicht im Stadio Franco Ossola. Partinico begann mit langen Bällen, als wolle man die Erdkrümmung testen. Bereits in der 3. Minute prüfte Knud Hennig den Heimkeeper Toni Sjölund mit einem kernigen Schuss. Es war der Auftakt zu einem Abend, an dem Hennig praktisch überall zu sehen war - mal als Stürmer, mal als wütender Dirigent seiner Mitspieler. Und in der 15. Minute wurde er belohnt: Nach feinem Pass von Lars Vetter versenkte er die Kugel trocken ins linke Eck. 0:1. Trainer Meggi Ryana ballte die Faust, während ihr Kollege Georg Wagner an der Seitenlinie etwas murmelte, das nach "Das ging zu einfach" klang. Doch Varese reagierte wie ein gereizter Vespa-Fahrer. Nur vier Minuten später verwandelte Joseph Schuster eine Vorlage von Alessio Melis zum Ausgleich. Stadionlautsprecher, Trommeln, Jubel - Varese war zurück. "Ich hab’ nur den Fuß hingehalten", grinste Schuster später. "Aber manchmal reicht das eben." Der Treffer gab den Gastgebern Auftrieb, und in der 31. Minute schlug Charles Lujan zu: Nach Zuspiel von Luigi Russo zirkelte er den Ball unhaltbar ins Netz - 2:1. Wagner lächelte zufrieden: "So hatte ich mir das vorgestellt. Nur hätten wir danach vielleicht weiterspielen sollen." Denn nach der Pause wendete sich das Blatt. Partinico hatte mehr Ballbesitz (54 Prozent insgesamt) und nutzte den Raum cleverer. In der 48. Minute kam Roberto Lattarico über rechts, bekam den Ball von Pekka Kallio und traf - 2:2. Der junge Lattarico, gerade einmal 21, rannte jubelnd in Richtung Gästeblock und wurde fast von Hennig über den Haufen gerannt, der ihm als Erster gratulieren wollte. "Ich hab’ ihn gar nicht kommen sehen", lachte Lattarico später. "Aber Knud rennt sogar beim Jubeln Vollgas." Varese warf danach alles nach vorn, blieb offensiv eingestellt, wie es Wagner gerne hat. 17 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache. Doch ob Schuster in der 91. Minute oder Lujan in Serie zwischen der 26. und 34. Minute - der Ball wollte einfach nicht mehr rein. Partinico verteidigte leidenschaftlich, auch wenn ihre Zweikampfquote (47 Prozent) eher an höfliches Zuwinken erinnerte. Aber Torhüter Alfie Heighway hielt, was zu halten war, und wurde vom Publikum der Gäste mit "Alfie! Alfie!"-Rufen gefeiert. In der 55. Minute sah Vareses Linksverteidiger Angelo Carlucci noch Gelb - eine Szene, die Wagners Blutdruck kurzfristig in Champions-League-Höhen trieb. "Ich wollte nur höflich nachfragen", verteidigte sich Carlucci, "ob der Schiri heute was gegen uns hat." Seine Antwort bekam er prompt: Gelbe Karte. Zehn Minuten später durfte er dann duschen - allerdings regulär, nach seiner Auswechslung für William Baskin. Die Partie blieb bis zum Schluss offen, auch wenn beide Teams gegen Ende etwas müde wirkten. Partinico wechselte in der 90. Minute gleich dreimal und brachte frische Beine: die Youngster Paolo Mormanno, Predrag Vasiljevic und Eugenio Spulico. "Wir wollten zeigen, dass wir auch Talente haben, die laufen können", sagte Trainerin Ryana augenzwinkernd. "Und sie sind tatsächlich gelaufen - meistens vom Ball weg." Nach Abpfiff glichen sich die Gesichter: erleichtert, verschwitzt, halb zufrieden. Wagner fasste es gewohnt trocken zusammen: "Wenn du 2:1 führst und so viele Chancen hast, musst du das Spiel gewinnen. Aber wenigstens hat sich keiner verletzt - außer meinem Stolz vielleicht." Ryana hingegen grinste: "Ein Punkt in Varese ist Gold wert. Und Knud hat endlich mal getroffen, ohne vorher fünfmal ins Fangnetz zu schießen." Die Statistik erzählte ihre eigene Geschichte: Varese mit 17 Torschüssen und 46 Prozent Ballbesitz, Partinico mit acht Abschlüssen, aber beeindruckender Effizienz. Beide Teams zeigten, dass sie in dieser Liga nicht nur mitspielen, sondern auch unterhalten können - auf ihre ganz eigene, leicht chaotische Weise. Zum Schluss blieb das Publikum fair, applaudierte beiden Mannschaften, und über dem Stadion hallte das Summen der Flutlichtmasten, als wollten sie sagen: "War doch ganz schön, oder?" Ja, war’s. Ein 2:2, das keiner so schnell vergisst - zumindest nicht Schuster, der beim Rausgehen noch rief: "Beim Rückspiel machen wir’s besser. Vielleicht." 30.08.643990 13:50 |
Sprücheklopfer
Ich werde mir eine Schaf-Farm in Neuseeland kaufen und Schafswurst herstellen, um sie nach Bayern zu exportieren. Nee, mal im Ernst, was für eine blöde Frage ist das? Wie denkt man sich solche Fragen aus? Gibt man sein Hirn schon vor oder erst nach dem Journalistikstudium ab?
Peter Neururer auf die Frage nach seinen Plänen nach dem geschafften Wiederaufstieg in die Bundesliga: