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AS Varese fegt Udinese mit frühem Feuerwerk vom Platz

Wer am Samstagabend im Stadio Franco Ossola pünktlich kam, hatte alles richtig gemacht. Nach kaum drei Minuten zappelte der Ball bereits im Netz - und es war nicht das letzte Mal in einer ersten Halbzeit, die AS Varese-Trainer Georg Wagner später als "zwanzig Minuten Fußball aus einem Guss" bezeichnete. Am Ende hieß es 4:2 (4:1) gegen den FC Udinese, und die 35.515 Zuschauer gingen bestens unterhalten nach Hause - zumindest die im rot-weißen Lager.

Varese begann mit Volldampf, als hätte jemand den Mannschaftsbus direkt auf den Rasen gelenkt. Joseph Schuster, der bullige Mittelstürmer, brauchte keine Anlaufzeit: Nach Vorlage von Charles Lujan schob er den Ball in der 3. Minute eiskalt an Udineses Keeper Luca Lange vorbei. "Ich dachte, ich träume", grinste Schuster später. "Charles hat mir den Ball serviert wie ein Kellner im Sternerestaurant."

Udinese wirkte überrumpelt, und kaum hatte man sich sortiert, schlug Gerrit Vrooman in der 9. Minute zu - diesmal nach Zuspiel von Dirck Houghtailing. Der Niederländer im Mittelfeldzentrum, sonst eher Taktgeber als Torjäger, drosch den Ball humorlos unter die Latte. 2:0, und die Heimfans sangen bereits vom Europapokal.

Kurz kehrte Hoffnung bei den Gästen ein. Leonardo Iezzi, flink wie ein Wiesel auf dem rechten Flügel, nutzte in der 12. Minute eine Unachtsamkeit, als Andras Kohut ihn steil schickte. Aus spitzem Winkel traf er zum 2:1, und Udinese-Coach Emiliano Dicetutto rief seinen Jungs zu: "Jetzt wacht endlich auf!" Doch Varese hatte an diesem Abend kein Interesse an Spannung.

In der 20. Minute stellte Xabi Barbosa, der rechte Mittelfeldspieler mit dem ewigen Grinsen, den alten Abstand wieder her. Nach Doppelpass mit Vrooman traf er ins lange Eck - 3:1. Und weil’s so schön war, legte Barbosa in der 31. Minute gleich noch einen nach, diesmal nach Vorarbeit von Alessio Melis. Vier Tore in einer halben Stunde: Varese spielte, als gäbe es Punkte für künstlerischen Ausdruck.

"Das war fast zu schnell, um mitzuschreiben", stöhnte ein Journalist auf der Pressetribüne, während der Stadionsprecher noch den letzten Torschützen durchsagte. Udinese sah sich unter Dauerdruck, obwohl die Statistik am Ende fast ausgeglichen war: 49,7 Prozent Ballbesitz für Varese, 50,3 für Udinese - aber was nützt der Ball, wenn man ihn nur spazieren trägt?

Nach der Pause nahm Varese Tempo heraus. Vielleicht zu viel. Udinese, das sich in der Halbzeit neu sortierte und mit Nicolae Buzanszky frischen Wind in den Sturm brachte, kam besser in die Partie. In der 64. Minute zahlte sich der Mut aus: Buzanszky vollendete eine Hereingabe von Enrico Acri zum 4:2. Plötzlich war wieder Zug drin.

"Wir wollten nochmal alles reinwerfen", sagte Dicetutto später. "Aber Varese hat es einfach clever runtergespielt." Tatsächlich stand die Abwehr um Frideborg Lindblom und den eingewechselten Dimas Adao sicher. Nur einmal kam Udinese noch gefährlich vors Tor - Rene Poulin prüfte Keeper Toni Sjölund in der 70. Minute mit einem satten Schuss, doch der Schwede parierte mit einer Hand, als wolle er eine Fliege verscheuchen.

Gelbe Karten gab es auch: Udineses Innenverteidiger Age Fjortoft sah früh Gelb (19.), wohl mehr aus Frust als aus Not. Später traf es Vareses Luigi Russo (81.), der nach einem rustikalen Einsteigen kurz an der Seitenlinie von Trainer Wagner humorvoll angeherrscht wurde: "Luigi, wir führen - kein Wrestling!"

Die Schlussphase gehörte dann der Kontrolle. Varese wechselte durch, brachte Ferrando und Baskin, ließ die Kugel laufen und die Zeit arbeiten. Auf der Tribüne prosteten sich die Fans zu - die vierte Heimparty des Jahres war gesichert.

"Wir haben in der ersten Halbzeit gezeigt, was möglich ist, wenn wir mutig sind", bilanzierte Wagner und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "In der zweiten Halbzeit haben wir dann gezeigt, was passiert, wenn wir satt sind."

Dicetutto sprach von einer "verdienten Lektion", lobte aber den Kampfgeist seiner Mannschaft: "Wir haben 14 Schüsse aufs Tor gehabt, das ist kein Desaster. Nur mussten wir eben sechs davon in den ersten 30 Minuten verteidigen."

Am Ende stand ein verdienter Sieg für Varese, das mit 4:2 den 17. Spieltag der Serie A feurig beschloss. Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen - und vielleicht auch dem Gedanken, dass Fußball manchmal doch ganz einfach ist: früh aufstehen, schnell treffen, und den Rest des Abends genießen.

Georg Wagner lächelte beim Abgang noch einmal in Richtung seiner Bank und sagte halblaut: "Wenn wir immer so anfangen, darf ich bald früher ins Bett." Ironie des Erfolgs - und ein Versprechen für die kommenden Wochen.

01.12.643990 03:03
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