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Es war ein Abend, der in Portoviejo noch lange nachhallen dürfte. 59.000 Zuschauer im Estadio Reales Tamarindos sahen am 11. Januar 2026 ein Copa-Libertadores-Spiel, das alles bot: hitzige Zweikämpfe, schmerzliche Verletzungen, ein wenig Theatralik - und am Ende einen 2:1-Auswärtserfolg für Aragua FC über UD Portoviejo. "Wenn du zweimal führst, darfst du nicht zittern. Aber wir sind Aragua - Zittern gehört zum Konzept", scherzte Gästetrainerin Claire Werk nach dem Abpfiff und strahlte, als hätte sie gerade eine Opernaufführung gewonnen. Ihre Mannschaft spielte tatsächlich wie auf einer Bühne: laut, leidenschaftlich und mit einem Hang zum Drama. Schon in der zwölften Minute ließ Felipe Gomez die venezolanischen Gäste jubeln. Nach einem langen Ball von Innenverteidiger Julian Puerta tanzte Gomez den überraschten Portoviejo-Keeper Marcos Espriu aus und schob überlegt zum 0:1 ein. "Ich habe einfach instinktiv geschossen", sagte Gomez später - was ungefähr so glaubwürdig klang, wie wenn ein Stürmer behauptet, er habe beim Jubel "nicht nachgedacht". UD Portoviejo brauchte eine Weile, um sich zu sortieren. Trainer Special Agent - ja, er heißt wirklich so - schimpfte an der Seitenlinie, als hätte ihm jemand den Geheimcode zum Abwehrverhalten gestohlen. Seine Elf hatte zwar mit 53 Prozent mehr Ballbesitz, versandete aber im Mittelfeld, wo Ricardo Bujia bis zu seiner Verletzung in der 53. Minute den Takt vorgab. "Ich wollte weitermachen, aber das Knie sagte Nein", seufzte Bujia, der gestützt vom Physio in die Kabine humpelte. Kurios: Genau in der Minute seines Ausscheidens brachte Lazaros Venizelos das Stadion zum Beben. Nach einem präzisen Pass von Diego Makukula traf der Grieche aus spitzem Winkel zum 1:1 (58.). "Ich hörte den Pfiff gar nicht - ich sah nur das Netz wackeln", grinste Venizelos. Das Momentum schien nun auf Seiten der Hausherren. Doch Aragua FC wäre nicht Aragua FC, wenn sie nicht noch eine Wendung parat hätten. In der 69. Minute schlug erneut Julian Puerta einen messerscharfen Pass nach vorn, Jose Perez startete durch, ließ Verteidiger Robert Lockhart stehen und netzte eiskalt zum 1:2 ein. Der Jubel der Gäste erinnerte an eine Karnevalsparade - nur mit mehr Schweiß und weniger Trompeten. Portoviejo warf alles nach vorn, wechselte offensiv: der junge Joel Williamson kam für Venizelos, und die Taktik wurde auf "alles oder nichts" gestellt. Die Statistik verrät: 11 Torschüsse, fast alle in der zweiten Hälfte. Doch Araguas Keeper Johann Cartier hatte einen dieser Tage, an denen selbst eine Kanonenkugel an seinen Handschuhen abprallte. In der 91. Minute versuchte es Lockhart selbst - der Innenverteidiger hatte sich nach vorne geschlichen - doch sein Kopfball ging knapp über die Latte. Danach pfiff der Schiedsrichter ab, und Portoviejos Hoffnung zerplatzte wie ein schlecht verschossener Elfmeter. "Wir haben stark begonnen und stark aufgehört, nur dazwischen war Aragua besser", resümierte Trainer Agent trocken. Seine Spieler nickten - erschöpft, aber nicht gebrochen. "Wenn wir so weiterspielen, holen wir sie im Rückspiel", versprach Makukula, während er sich den Schweiß aus den Augen wischte. Aragua-Coach Werk hingegen zeigte sich diplomatisch: "Portoviejo hat uns alles abverlangt. Aber wir hatten das Quäntchen mehr Wille - und vielleicht ein bisschen Glück." Ihr Grinsen verriet, dass sie genau wusste, wie wichtig dieser Sieg im Libertadores-Kampf war. Ein kleiner Seitenhieb durfte zum Schluss nicht fehlen: Als ein Reporter sie fragte, ob Gomez oder Perez der Mann des Spiels gewesen sei, antwortete Werk: "Ehrlich? Mein Lieblingsspieler war Puerta. Zwei Vorlagen als Innenverteidiger - das ist fast romantisch." Romantisch oder nicht - es war ein Spiel, das den Fußball in seiner schönsten, chaotischsten Form zeigte. UD Portoviejo kämpfte, Aragua FC konterte, und am Ende stand ein Ergebnis, das beide Lager in Bewegung hielt: 1:2. Vielleicht war es kein perfektes Spiel, aber eines, das Geschichten schrieb. Und wenn Trainer Special Agent wirklich ein Geheimagent wäre, würde sein Bericht lauten: Mission unvollendet - aber fortsetzungswürdig. 14.05.643987 16:21 |
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