Diarios de Futbol
+++ Sportzeitung für internationale Wettbewerbe +++

Aragua FC scheitert an bissigen Skorpionen

Ein Abend voller Leidenschaft, Pech und ein bisschen südamerikanischem Drama: Aragua FC unterlag im Achtelfinal-Rückspiel der Copa Libertadores vor 79.500 Zuschauern im heimischen Stadion mit 1:2 gegen Alacranes Durango - und verabschiedet sich damit aus dem Wettbewerb. Die Gäste aus Mexiko, ihrem Spitznamen "die Skorpione" alle Ehre machend, stachen zweimal zu: in der 15. Minute durch Rechtsverteidiger Cristobal Enrico und in der 81. durch den wieselflinken Linksverteidiger Ernesto Garcez. Dazwischen hatte Aragua durch Adriano Vico (64.) kurzzeitig Hoffnung geschöpft.

"Wir haben das Spiel kontrolliert, aber sie haben die Tore gemacht - das ist leider immer noch das Ziel dieses Sports", knurrte Aragua-Trainerin Claire Werk mit sarkastischem Lächeln nach dem Abpfiff. Tatsächlich hatte ihr Team mit 50,5 Prozent Ballbesitz die Nase leicht vorn, erspielte sich elf Torschüsse und zeigte vor allem in der zweiten Halbzeit Moral. Doch Durango war eiskalt, schoss fünfzehnmal aufs Tor und nutzte zwei Gelegenheiten mit chirurgischer Präzision.

Der Auftakt verlief für die Hausherren verheißungsvoll: Schon in der zweiten Minute prüfte Innenverteidiger Julian Puerta den mexikanischen Keeper Vincent Antolin mit einem Gewaltschuss - ein Zeichen, dass Aragua nicht nur mauern wollte. Danach übernahm aber Durango das Kommando. Und wie! Nach einem schnellen Gegenstoß über die rechte Seite legte Arnau Pacos auf den nachrückenden Enrico ab, der den Ball humorlos ins lange Eck drosch. 0:1 - und das Stadion wurde still.

In der 25. Minute hatte Florian Sonntag, der auffällig agile Linksaußen Araguas, den Ausgleich auf dem Fuß. "Ich hab ihn voll erwischt - leider auch den Pfosten", meinte er später mit einem bitteren Grinsen. Kurz vor der Pause rettete Torhüter Johann Cartier mit den Fingerspitzen gegen Humberto Varela, der wie ein Stier durch die Abwehr pflügte.

Nach dem Seitenwechsel kam Aragua wütend aus der Kabine. Trainerin Werk hatte offenbar die richtige Ansprache gefunden, oder wie sie schmunzelnd verriet: "Ich habe ihnen gesagt, dass sie sich gefälligst benehmen sollen - und zwar wie Männer, nicht wie Statisten." Das half. Das Team presste höher, gewann mehr Zweikämpfe und belohnte sich schließlich in Minute 64. Nach einer Ecke von Puerta nahm Adriano Vico aus 18 Metern Maß und setzte den Ball mit einem satten Rechtsschuss unter die Latte. 1:1 - das Stadion explodierte.

Doch Durango wäre nicht Durango, wenn sie nicht noch einen Stich parat hätten. Trainer Manni Kaltz, der sich an der Seitenlinie mit seiner typischen Mischung aus Gelassenheit und latentem Wahnsinn gab, brachte frische Beine. "Wir wollten das Spiel auf unsere Art beenden - mit einem Lächeln und einem Tor", sagte er später. Und tatsächlich: In der 81. Minute, als Aragua alles nach vorn warf, konterten die Skorpione über links. Der eingewechselte Ernesto Garcez tauchte plötzlich im Strafraum auf und schob überlegt ein. 1:2 - ein Dolchstoß mitten ins Herz des venezolanischen Abends.

Die letzten Minuten waren ein wilder Ritt. Aragua rannte an, als ginge es um die Ehre der gesamten Liga, doch der Ball wollte nicht mehr über die Linie. Damian Santos, gerade eingewechselt, setzte in der 75. Minute einen Schuss über die Latte, Sonntag traf in der 79. erneut nur den Keeper. Auf der Tribüne schüttelte man ungläubig den Kopf. "Wenn Leidenschaft Tore schießen könnte, hätten wir 5:2 gewonnen", murmelte ein Fan in die Kamera - ein Satz, der wohl in die Vereinschronik eingehen wird.

Am Ende jubelten nur die Gäste. Manni Kaltz herzte seine Spieler, während Claire Werk ihnen mit fester Stimme gratulierte und anschließend in der Kabine verschwand. "Ich bin stolz auf meine Jungs, auch wenn es weh tut", sagte sie später auf der Pressekonferenz. "Wir haben mit Herz gespielt, aber heute hatte das Schicksal die Pfeife im Mund."

Durango zieht damit verdient ins Viertelfinale der Copa Libertadores ein - mit der Abgeklärtheit einer Mannschaft, die genau weiß, wann sie zubeißen muss. Aragua dagegen bleibt die bittere Erkenntnis, dass Schönheit allein im Fußball selten reicht.

Vielleicht war es ein Lehrstück in Effizienz, vielleicht einfach Pech. Oder, wie Florian Sonntag es trocken formulierte: "Manchmal bist du der Skorpion. Und manchmal bist du der, der gestochen wird."

Ein Abend, der weh tat - aber einer, den man so schnell nicht vergisst.

23.10.643987 16:18
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Bei manchen Spielern fehlt etwas, deshalb spielen sie auch bei mir und nicht in Barcelona.
Aleksandar Ristic
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager