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Primera Division | 5. Spieltag | 21.09.26 | Aragua FC - Deportivo Zulia 3:2 Dabei begann die Mannschaft von Claire Werk mit einer unmissverständlichen Ansage. Aragua rückte offensiv auf, spielte ausgewogen über das gesamte Feld und suchte bevorzugt die sichere Abschlusschance. Zulia hingegen startete kontrollierter und ohne aktives Pressing. Das klang auf dem Papier nach Vernunft. Auf dem Rasen wirkte es zunächst eher wie eine höfliche Einladung an Aragua, sich einzurichten. Schon nach wenigen Sekunden prüfte Damian Santos das Tor der Gäste. Ousmane Dembélé legte nach, Ramon Hierro versuchte es aus der Innenverteidigung - Aragua hatte nach acht Minuten bereits deutlicher an der Tür geklopft als mancher Besucher am Einlass. Auch Antonio Ramiro und Jorge Godo kamen zu Möglichkeiten. Zulia antwortete durch Vicente Pacos und Enrico Cervicati, blieb insgesamt aber harmloser. In der 44. Minute zahlte sich Arag uas Druck aus. Michael Vogel bereitete vor, Dembélé vollendete zum 1:0. Der linke Angreifer war bereits zuvor auffällig gewesen und belohnte sich kurz vor der Pause für seinen Aufwand. Auf der Tribüne dürfte sich der Dialog ungefähr so angehört haben: "Jetzt bitte einfach ruhig bleiben." - "Das ist Aragua. Ruhig ist hier nur die Anzeigetafel." Eine Einschätzung, die sich später als bemerkenswert sachkundig erweisen sollte. Nach dem Seitenwechsel blieb Aragua offensiv eingestellt, während Zulia weiter auf Ausgewogenheit setzte. In der 56. Minute wechselte Claire Werk im Tor: Johann Cartier machte Platz für den erst 18-jährigen Slawa Krawtschuk. Zwei Minuten später kam Domingo Pere für Ramon Hierro. Die Gäste bekamen nun mehr Ballbesitz und hatten am Ende mit 51,34 Prozent sogar knapp die Nase vorn. Aragua besaß 48,66 Prozent - aber offenbar die besseren Ideen. In der 70. Minute schlug Zulia zurück. Vincent Mascarenhas, erst 18 Jahre alt, traf nach Vorarbeit von Aaron Onnington zum 1:1. Die Freude der Gäste währte allerdings kaum länger als ein durchschnittlicher Trainer monolog. Nur zwei Minuten später stellte Dembélé den alten Abstand wieder her - diesmal nach Zuspiel von Fernando Dominguez. Zwei Tore, große Wirkung, und der Abend hatte endgültig beschlossen, auf Dramatik zu setzen. Zulia gab sich nicht geschlagen. Xavier Jorge erzielte in der 83. Minute das 2:2, vorbereitet von Amaury Domingo. Plötzlich war die Partie wieder offen, obwohl Aragua mit 15:7 Torschüssen deutlich zielstrebiger gewesen war. Die Gelben Karten für Dieter Singer, Dominguez, Jorge, Pere und Vogel passten zum hektischen Schlussakt; gepflegte Abendunterhaltung sieht anders aus. Dann die 90. Minute: Vincent Sousa legte auf, Cristobal Vasquez traf zum 3:2. Werk nahm den Torschützen anschließend vom Feld und brachte Antonio Ramiro. Zulia blieb nur noch der Versuch, den Fußballgott zu einer Verlängerung zu überreden - der hatte jedoch offenbar Feierabend. "Wir haben nicht aufgegeben", könnte Claire Werk nach dem Abpfiff sinngemäß gesagt haben. Emil Freier dürfte aus Sicht von Deportivo Zulia vor allem bedauert haben, dass Ballbesitz keine Tore garantiert. Aragua siegte verdient, aber keineswegs gemütlich. Und Dembélé? Der durfte sich als Mann des Abends feiern lassen. Zu Recht - auch wenn seine Mannschaft den Sieg bis zum Schluss wie ein schlecht verpacktes Geschenk festhalten musste. 21.09.2026 21:00 |
Sprücheklopfer
Für mich gibt es nur 'entweder-oder'. Also entweder voll oder ganz!
Toni Polster