Diarios de Futbol
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Aragua FC bezwingt Toronto SC im Elfmeterkrimi - 7:5 nach einem Wahnsinnsspiel

Wer an diesem lauen Februarabend ins Stadion von Maracay kam, ahnte wohl nicht, dass er Zeuge eines kleinen Fußballdramas werden sollte. 63.600 Zuschauer erlebten eine Copa-Libertadores-Qualifikationspartie, die irgendwo zwischen Kunst und Chaos pendelte. Am Ende jubelte Aragua FC - nach 126 nervenaufreibenden Minuten und einem Elfmeterschießen, bei dem selbst die hartgesottensten Fans den Atem anhielten.

Schon die ersten Minuten gaben die Richtung vor: Offensiv, wild, ohne Rücksicht auf taktische Zurückhaltung. Aragua-Coach Claire Werk hatte ihre Mannschaft klar auf Angriff eingestellt. "Wir wollten gleich zeigen, dass der Ball uns gehört - auch wenn Toronto ihn öfter hatte", grinste sie später. Ganz unrecht hatte sie nicht: Zwar hatte Toronto mit 53 Prozent leicht mehr Ballbesitz, doch Aragua feuerte unglaubliche 29 Torschüsse ab, während die Kanadier gerade mal 10 zustande brachten.

Bereits in der 4. Minute brachte Egil Ali das Stadion zum Beben. Nach einem klugen Querpass von Ivan Carracedo schob der Mittelstürmer eiskalt ein - 1:0. Kaum hatten sich die Gäste von dem Schock erholt, klingelte es erneut. Felipe Gomez (11.) verwertete eine Vorlage von Christophe Belanger, und nur eine Minute später traf Carracedo selbst (12.), diesmal nach perfektem Doppelpass mit Gomez. 3:0! Der Torjubel hallte noch durchs Stadion, als Toronto-Trainer Emil Steinberger an der Seitenlinie verzweifelt die Hände hob. "Ich dachte, wir spielen noch beim Aufwärmen", murmelte er später sarkastisch.

Doch Steinbergers Mannen gaben sich nicht auf. Nach der Pause, offenbar mit einem kräftigen Schluck Muttee, kam Toronto zurück. Oliver Carter (49.) brachte die Nordamerikaner mit einem satten Schuss aus 18 Metern wieder ins Spiel. Neun Minuten später traf Harrison Lessard (58.) nach Flanke von Darko Zdravkovic - plötzlich stand es 3:2, und alles war wieder offen.

"Da habe ich kurz überlegt, ob ich mein Herz checken lassen soll", witzelte Araguas Torhüter Johann Cartier später. "Drei Gegentore in einer Halbzeit - das wäre zu viel des Guten gewesen." Es blieb tatsächlich bei zweien, doch von da an war es ein wilder Schlagabtausch: Carracedo mit Schüssen aus der Distanz, Sonntag mit Dribblings, Gomez mit Flanken - und Toronto lauerte auf Konter, als ginge es um den Titel.

In der Verlängerung wurde es dann zäh. Beide Teams kämpften, als stünde das Schicksal ihrer Großmütter auf dem Spiel. Belanger kassierte in der 87. Minute noch Gelb - sinnbildlich für Araguas rustikale Entschlossenheit. Nach 120 Minuten stand es immer noch 3:2, und so musste das Elfmeterschießen entscheiden.

"Ich hasse Elfmeterschießen", sagte Trainerin Werk mit einem Lächeln, das verriet, dass sie es trotzdem liebt. Und das Drama nahm seinen Lauf: Der 19-jährige Javi Yague, frisch eingewechselt, verwandelte den ersten Versuch für Aragua eiskalt. Toronto antwortete - doch dann begann das Zittern. Paulo Tiago scheiterte, Lessard traf nur den Pfosten. Aragua nutzte die Schwächen eiskalt: Egil Ali, Florian Sonntag und Felipe Gomez verwandelten sicher, während Belanger zwischenzeitlich verschoss und das Publikum umso lauter mitfieberte. Als Torontos letzter Schütze Lewis Boissieu traf, war es bereits zu spät - das 7:5 nach Elfmeterschießen stand fest, und das Stadion explodierte.

"Ich wusste, dass Javi treffen würde", sagte Claire Werk später in die Mikrofone. "Er hat beim Training gestern alle Bälle übers Tor gedroschen - das musste ja heute klappen." Der junge Held selbst grinste schüchtern: "Ich habe einfach die Augen zugemacht und gehofft."

Toronto-Coach Steinberger nahm die Niederlage mit Galgenhumor: "Wir haben wohl zu viel gezielt. Vielleicht hätten wir einfach draufhauen sollen wie Aragua."

Statistisch war es übrigens ein kurioses Spiel: Aragua mit weniger Ballbesitz, aber doppelt so vielen Chancen, Toronto effizienter, aber am Ende mit leeren Händen. Beide Teams spielten offensiv, aggressiv, fast trotzig - als wollten sie beweisen, dass Verteidigung ohnehin überbewertet ist.

Und so ging eine Partie zu Ende, die wohl lange in Erinnerung bleiben wird: mit einem jungem Helden, einem nervenstarken Publikum und einer Trainerin, die ihre Mannschaft eher auf Rock’n’Roll als auf Taktik eingestellt hatte.

Oder, wie Egil Ali beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wenn wir so weiterspielen, brauchen wir bald einen Herzspezialisten als Mannschaftsarzt."

Ein passendes Fazit für ein Spiel, das weniger von Ordnung als von Leidenschaft lebte - und uns daran erinnerte, warum wir den Fußball lieben: Weil er manchmal völlig verrückt ist.

10.06.643990 17:13
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