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ATU Arad hat am Sonntagabend in der 1. Liga Rumäniens ein Fußballfeuerwerk abgebrannt, das die 15.120 Zuschauer im Stadion in Ekstase versetzte - und Stegari Brasov in eine Mischung aus Schockstarre und Ratlosigkeit. Das Endergebnis: 5:0. Schon zur Pause war alles entschieden, und Trainer Mister Zvenson konnte sich entspannt zurücklehnen - falls er das überhaupt kann. "Ich hab’ nach der 30. Minute aufgehört, die Tore zu zählen", grinste Zvenson nach dem Schlusspfiff. "Da dachte ich mir, jetzt lassen wir’s mal gut sein." Seine Mannschaft dachte da offenbar ähnlich, denn nach einer ersten Halbzeit zum Zungeschnalzen schaltete Arad in den Verwaltungsmodus - und Brasov durfte wenigstens mal den Ball anfassen. Dabei sprach die Statistik eigentlich eine andere Sprache: 55 Prozent Ballbesitz für Brasov, 45 für Arad. Nur: Wer den Ball hat, hat ihn nicht automatisch sinnvoll. Während Brasov in Schönheit erstickte, schoss Arad Tore. Und das in einer Geschwindigkeit, dass mancher Zuschauer beim Bierholen gleich zwei Treffer verpasste. Liam Carlsson eröffnete das Spektakel in der 10. Minute nach Vorarbeit von Innenverteidiger Bjarni Norman - eine Kombination, die so absurd klang wie effektiv. Zehn Minuten später war Erland Johnsson zur Stelle, nach einem präzisen Zuspiel von Olaf Vetter. Kaum hatte sich Brasov wieder gesammelt, klingelte es schon wieder: Johnsson schnürte den Doppelpack (21.), diesmal nach Vorlage von Juan Djalo. "Ich hab’ gar nicht so viel gejubelt, weil ich dachte, das war abseits", erzählte Johnsson später lachend. "Aber dann hab ich gesehen, der Linienrichter rennt - und zwar zur Mitte. Da wusste ich: läuft!" Und wie es lief! Nur drei Minuten später (24.) traf Djalo selbst, bedient vom 17-jährigen Alexandru Hagi. Der wiederum setzte in der 38. Minute den Schlusspunkt der ersten Hälfte mit einem herrlichen Schuss ins rechte Eck - nach Vorlage von Norman, der damit zum zweiten Mal als Vorlagengeber glänzte. 5:0 zur Pause - das Spiel war entschieden, Brasov war erledigt. In der Halbzeit soll Brasovs Trainer - der seinen Namen lieber nicht im Protokoll sehen wollte - laut geworden sein. "Was sollen wir machen? Die schießen aus jeder Lage!", habe er gebrüllt, bevor er resigniert hinzufügte: "Und treffen auch noch." Tatsächlich hatte Arad bis zur Pause neun Schüsse aufs Tor, Brasov gerade mal zwei. Die zweite Halbzeit verlief dann deutlich ruhiger. Arad hatte genug getan, Brasov konnte nicht mehr. Zwar sammelten die Gäste noch ein paar harmlose Torschüsse, aber Torhüter Jorge Viqueira im Arad-Kasten blieb weitgehend beschäftigungslos - wenn man vom gelegentlichen Dehnen und Gähnen absieht. Spannung kam höchstens bei den Einwechslungen auf: Der 17-jährige Razvan Csik ersetzte den starken Norman, kurz darauf durfte auch der junge Nicolae Radoi ran. Und als Alexandru Hagi in der 76. Minute vom Platz ging, erhob sich das ganze Stadion. "So viel Applaus hatte ich noch nie", meinte der Teenager schüchtern. "Ich dachte, mein Vater sitzt irgendwo da oben - aber der war gar nicht da." Während Arad die Partie locker austrudeln ließ, versuchte Brasov wenigstens, den Ehrentreffer zu erzwingen. Alberto Collantes traf allerdings nur die Gelbe Karte (93.) - sinnbildlich für einen Abend, an dem bei den Gästen einfach nichts klappte. Am Ende standen 17 Schüsse aufs Tor für Arad und sechs für Brasov. Die Gastgeber gewannen 54 Prozent der Zweikämpfe, obwohl sie weniger Ballbesitz hatten - ein Paradebeispiel für Effizienz. Trainer Zvenson fasste es trocken zusammen: "Wir haben offensiv gespielt, aggressiv, über die Flügel - und einfach Spaß gehabt. Vielleicht sollte man das öfter machen." Brasovs Mannschaftskapitän Malkolm Bengtsson hingegen blickte finster drein: "Manchmal willst du einfach nur, dass der Schiedsrichter pfeift. Heute war so ein Tag." Fazit: ATU Arad zeigte, wie man mit beherztem Offensivfußball und jugendlicher Unbekümmertheit einen Gegner auseinandernimmt. Stegari Brasov dagegen wird sich fragen, wie man trotz mehr Ballbesitz mit 0:5 untergehen kann. Vielleicht hilft’s, wenn man das nächste Mal nicht so schön, sondern einfach besser spielt. Und Mister Zvenson? Der zwinkerte zum Abschied und meinte: "Ich hoffe, der Platzwart hat morgen frei - der Rasen hat heute genug gelitten." Ein Abend, an dem alles passte - außer für Brasov. 10.06.643990 13:18 |
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