De Standaard
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Antwerpen triumphiert im Pokalfinale - Lüttich kämpft, stolpert, verliert

59.000 Zuschauer im ausverkauften Stadion von Lüttich erlebten am Dienstagabend ein Pokalfinale, das alles bot, was der neutrale Fan liebt - und was den Anhänger des Club Lüttich in die Verzweiflung treibt. Nach 90 intensiven Minuten setzte sich der FC Antwerpen mit 2:1 (1:1) durch und holte sich den Pokal, während die Gastgeber mit hängenden Köpfen, aber aufrechten Herzen vom Platz gingen.

Es begann schwungvoll: Antwerpen-Coach Fabrillio Fabio hatte seine Mannschaft "balanciert, aber bissig" eingestellt, wie er vor dem Anpfiff in die Kameras grinste. "Wir werden nicht zaubern, wir werden arbeiten." Und das taten sie - gleich in der 18. Minute belohnte sich Antwerpen. Filipe Meira schickte Alexander Saprykin mit einem Steilpass in den Strafraum, und der linke Mittelfeldmann schlenzte den Ball trocken ins lange Eck. 1:0! Lüttichs Keeper Gauthier Van Hoyweghen streckte sich vergeblich - ein Auftakt nach Maß für die Gäste.

Doch Lüttich antwortete, wie man das von einem Team erwartet, das unter Trainer Dan Schmitz offensiv denkt und offensiv lebt. "DEFENSIVE" ist bei Schmitz ein Wort, das vermutlich aus dem Trainingszentrum verbannt wurde. Seine Jungs kombinierten geduldig, mit 49,7 Prozent Ballbesitz fast gleichauf, aber mit neun Torschüssen deutlich aktiver als die Gäste (6). In Minute 39 war es endlich soweit: Anders Uggla spielte einen dieser butterweichen Pässe aus dem zentralen Mittelfeld, Esteban Cunha startete im richtigen Moment - und nagelte den Ball kompromisslos unter die Latte. 1:1, Stadion bebt, Trainer Schmitz fuchtelt jubelnd mit den Armen.

"Ich dachte, der Ball sei schon draußen", lachte Cunha später. "Aber dann habe ich ihn einfach getroffen. So einfach ist Fußball manchmal."

Nach der Pause blieb das Spiel offen, emotional, bisweilen überhitzt. Antwerpen verteidigte clever, kassierte aber in Halbzeit eins bereits zwei Gelbe Karten - beide für Sergio Bosingwa und Rostislaw Krawez, die offenbar beschlossen hatten, das Finale als körperbetontes Seminar zu gestalten. "Ich habe nur den Ball gespielt", behauptete Bosingwa nach dem Spiel mit einem unschuldigen Lächeln. Der Schiedsrichter sah das anders.

Das entscheidende Tor fiel in der 66. Minute, und es war von jener Sorte, die in Pokalgeschichten hängen bleibt: Albin Abelson, der rechte Mittelfeldspieler, fasste sich ein Herz, zog aus gut 20 Metern ab - und der Ball flatterte an Freund und Feind vorbei ins Netz. Van Hoyweghen streckte die Fingerspitzen, aber zu spät. 2:1 für Antwerpen, Jubel, Tränen, Fäuste in der Luft.

Lüttich mühte sich, kämpfte, warf alles nach vorn. Schmitz brachte in der 69. Minute Yannick Dens für den verletzten Nevio Domingos - eine Szene, die den Gastgebern das Herz brach. Domingos musste gestützt vom Feld, Applaus von den Rängen, während Dens energisch auf seinen Platz lief und rief: "Wir holen das noch!" Doch Antwerpen verteidigte mit Geschick und einem Schuss Abgeklärtheit, den man sonst nur von älteren Herren im Schachpark kennt.

In der 73. Minute prüfte Arne De Vooght den Antwerpener Keeper Willimowski mit einem satten Schuss - sensationell pariert. Noch einmal in der 81. Minute donnerte Cunha den Ball knapp vorbei. Das Glück hatte an diesem Abend eindeutig eine rot-weiße Schärpe um.

Nach dem Abpfiff lagen sich die Antwerpener in den Armen. Trainer Fabio grinste breit und erklärte: "Wir haben heute nicht schön gespielt, aber effizient. Schönheit ist was für Galerien. Pokale sind für uns." Schmitz hingegen stapfte mit versteinertem Gesicht in die Kabine, kam später zurück und sagte trocken: "Wenn wir so spielen, gewinnen wir nächstes Jahr. Vorausgesetzt, das Tor steht etwas breiter."

Die Statistiken erzählen die Geschichte nüchtern: 49,7 Prozent Ballbesitz für Lüttich, 50,3 für Antwerpen. Torschüsse 9:6, Zweikampfquote 50,9 zu 49,1 - eine Partie auf Augenhöhe. Nur das Ergebnis, diese kleine gemeine Zahl auf der Anzeigetafel, sprach eine andere Sprache: 1:2.

Als der Pokal an Antwerpen überreicht wurde, hallte aus dem Lütticher Block dennoch Applaus. Vielleicht, weil sie wussten, dass ihre Mannschaft alles gegeben hatte. Vielleicht auch, weil sie ahnten, dass solche Abende das Herz brechen - aber genau deshalb Fußball so verdammt schön machen.

Und während Antwerpen feierte, sagte ein älterer Lüttich-Fan mit einem resignierten Lächeln: "Immerhin haben wir mehr Schüsse gehabt. Nur leider auf die falsche Seite der Statistik."

Ein Satz, der wohl auch in den kommenden Tagen durch die Cafés von Lüttich hallen wird - als bittersüßes Echo eines Finales, das sie nicht so schnell vergessen werden.

25.04.643990 04:49
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Fußball spielt sich zwischen den Ohren ab. Da war teilweise Brachland, das neu bepflanzt werden musste.
Rainer Bonhof
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