Außenseiter
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Aldo Alberti tanzt Plettenberg schwindlig - Cuxhaven siegt 2:1 auswärts

Freitagabend, Flutlicht, 3640 Zuschauer im Plettenberger Stadion - und ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Emotionen und eine Prise Chaos. Am Ende jubelte der FC Cuxhaven über ein 2:1 (1:1) beim TuS Plettenberg, das vor allem einem Mann zu verdanken war: Aldo Alberti, 22 Jahre jung, schnell wie ein Sommersturm an der Nordsee und an diesem Abend doppelt so eiskalt vor dem Tor.

Schon in den ersten Minuten deutete sich an, dass Cuxhaven nichts von einer gemütlichen Busfahrt ins Sauerland hielt. 16 Torschüsse feuerten die Gäste insgesamt ab, während Plettenberg mit sieben Versuchen eher an die Schussstatistik eines Handballspiels erinnerte. Trotzdem gehörten die ersten Jubelschreie den Heimfans - kurz, aber immerhin.

Doch der Reihe nach: Nach einer hektischen Anfangsphase, in der Plettenbergs Silvestre Fernandes in der 9. Minute das Außennetz traf ("Ich dachte, der Ball sei schon drin", grinste er später), übernahm Cuxhaven zunehmend das Kommando. In der 28. Minute war es dann soweit: Paul Stein steckte wunderbar durch, Aldo Alberti zog von rechts nach innen und vollendete trocken ins linke Eck. 0:1, verdient.

Aber die Freude hielt kaum 60 Sekunden. Im direkten Gegenzug schlug TuS-Routinier Joschua Vollmer zurück - eine Direktabnahme nach Flanke des aufgerückten Rechtsverteidigers Eri Stephan, der kurz zuvor noch die Eckfahne umgegrätscht hatte. "Ich habe einfach reingezogen, weil sonst keiner wollte", kommentierte Vollmer trocken. 1:1 - und plötzlich war das Stadion wieder wach.

Bis zur Pause blieb es beim Unentschieden, auch weil Plettenbergs Torhüter Rene Herman zweimal glänzend gegen Alberti und Michel Couture parierte. "Der Junge hat Reflexe, die gehören eigentlich in die Bundesliga", murmelte ein älterer Cuxhavener Fan auf der Tribüne - während Trainer Ralfino Ralfinosi an der Seitenlinie mit den Händen fuchtelte, als wollte er einen Düsenjet dirigieren.

Nach Wiederanpfiff blieb das Bild ähnlich: Plettenberg hatte etwas mehr Ballbesitz (52,6 Prozent), Cuxhaven dafür die klareren Chancen. In der 60. Minute brachte Ralfinosi frische Beine: Jason Hecht kam für den blassen Rutger Groesbeck - und dieser Wechsel sollte sich auszahlen.

Sechs Minuten später kombinierte sich Cuxhaven über rechts durch, Hecht spielte flach in den Strafraum, Alberti lauerte und drückte den Ball aus acht Metern über die Linie. 2:1! Während Alberti jubelnd vor die Gästekurve rutschte, schüttelte Plettenbergs Trainer - dessen Name die Statistik verschluckt hat - nur den Kopf. "Wir haben ihm zweimal dieselbe Lücke angeboten. Das ist wie eine Einladung mit Schleife", knurrte er nach dem Abpfiff.

Plettenberg versuchte in der Schlussphase alles, doch es blieb beim Bemühen. Yannick Bach prüfte Cuxhavens Keeper Ernst Neumann in der 62. Minute, Jason Kunze schlenzte knapp vorbei, und in der 84. Minute donnerte Vollmer den Ball aus 20 Metern in die Wolken - sinnbildlich für die TuS-Offensive an diesem Abend.

Zwischendurch sah Eri Stephan Gelb (77.), nachdem er Alberti am Trikot gezupft hatte. "Wenn er so weiterläuft, bleibt mir ja nichts anderes übrig", verteidigte sich der Verteidiger lachend. Der Schiedsrichter soll trocken geantwortet haben: "Dann üben Sie mal das Laufen."

Cuxhaven stand tief, verteidigte clever und brachte den Sieg über die Zeit. In der Nachspielzeit wechselte Ralfinosi noch Joseph Haddington für den doppelt erfolgreichen Alberti ein - ein Zeichen, dass der Trainer lieber auf Nervenstärke als auf Show setzte.

"Wir wollten zeigen, dass wir auch auswärts mutig sind", erklärte Ralfinosi nach der Partie. "Aber ehrlich: Ohne Aldo hätten wir wohl noch eine Stunde spielen können." Der Matchwinner selbst grinste nur: "Zwei Chancen, zwei Tore - das ist mein Job. Und jetzt will ich erstmal Fischbrötchen."

TuS Plettenberg hingegen muss sich fragen, warum aus 52 Prozent Ballbesitz so wenig Gefährliches entstand. Vielleicht lag es an der fehlenden Durchschlagskraft, vielleicht an Cuxhavens unermüdlichem Pressing - oder einfach an einem dieser Abende, an denen der Fußball seine eigene Logik hat.

Am Ende jubelte jedenfalls der Gast, während die Heimfans sich kopfschüttelnd auf den Heimweg machten. "Wir haben gut gespielt, aber das bringt halt keine Punkte", sagte Vollmer beim Rausgehen. "Vielleicht sollten wir beim nächsten Mal einfach weniger gut spielen."

Ein bitterer, aber ehrlicher Satz - und einer, der diesen Abend in Plettenberg perfekt zusammenfasst.

08.01.643994 09:52
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