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Primera Division | 32. Spieltag | 12.09.26 | CD Ramonense - CD Alajuela 1:2 Alajuela begann, als hätte Trainer Fritz Brause seinen Spielern vor dem Anpfiff eine besonders starke Tasse Kaffee eingeschenkt. Die Gäste agierten offensiv, lauerten auf Konter und schossen früh aus allen möglichen und einigen eher unmöglichen Lagen. Nach fünf Minuten prüfte Stanislaw Bonew erstmals Ramonenses Torwart Matias Barros, zehn Minuten später versuchte er es erneut. Der 19-Jährige sollte an diesem Abend zwar nicht treffen, aber immerhin dafür sorgen, dass die Heimabwehr keine Zeit hatte, über das Wetter nachzudenken. In der 17. Minute war es dann so weit: Julian Santos nahm Maß und brachte Alajuela mit 1:0 in Führung. Die Vorarbeit kam von Albert Hernando. Santos, der bereits zuvor einen Torschuss abgegeben hatte, bewies dabei jene beneidenswerte Effizienz, die Trainer lieben und gegnerische Torhüter eher als persönliche Beleidigung empfinden. Ramonense ließ sich davon nicht lange beeindrucken. Die Mannschaft von Hans-Jürgen Ringelnatter hatte zwar zunächst Mühe, den offensiven Gästen zu folgen, fand aber zunehmend ins Spiel. In der 27. Minute fiel der Ausgleich: Antonio Tiago traf nach Zuspiel von Jan Janssen zum 1:1. Die Tribünen explodierten, irgendwo flog vermutlich ein Getränk durch die Luft, und ein Zuschauer brüllte seinem Nebenmann zu: "Jetzt bloß nicht wieder anfangen, Fußball zu spielen!" Das war natürlich zu spät. Ramonense hatte plötzlich Oberwasser und kam durch Jorge Vasquez und Jorge Muno zu weiteren Möglichkeiten. Insgesamt brachte die Heimelf sieben Torschüsse zustande. Alajuela war allerdings deutlich gefährlicher und kam auf 14 Abschlüsse. Der Ballbesitz sprach mit 51,1 Prozent knapp für Ramonense - ein statistischer Vorteil, der sich auf dem Rasen ungefähr so überzeugend ausnahm wie ein höflicher Protest gegen einen Platzverweis. Nach der Pause blieb das Bild ähnlich: Ramonense bemühte sich um Kontrolle, Alajuela blieb im Umschaltspiel gefährlich. Die Gäste verteidigten aggressiver, gingen in den Zweikämpfen entschlossener zu Werke und hielten ihre Konteridee konsequent durch. "Wir wollten nicht schön aussehen, sondern gewinnen", sagte Fritz Brause nach dem Spiel sinngemäß. "Das ist uns gelungen. Für die Schönheit kann sich später jemand anderes zuständig fühlen." In der 78. Minute schlug Santos erneut zu. Nach Vorarbeit von Emilio Fernandes traf der Mittelfeldspieler zum 2:1. Ramonense warf danach alles nach vorn, doch die Angriffsbemühungen blieben ohne weiteren Treffer. Louis Young sah in der 92. Minute noch die Gelbe Karte, nachdem Nevio Falk bereits in der 76. Minute verwarnt worden war. Alajuelas Hugo Martins hatte seine Verwarnung schon in der ersten Halbzeit kassiert. "Wir hatten mehr Ball, aber Alajuela hatte die besseren Momente", räumte Hans-Jürgen Ringelnatter ein. "Das ist ungefähr so, als hätte man zu Hause die Fernbedienung, aber der andere bestimmt trotzdem das Programm." So blieb es beim 1:2. Ramonense hatte gekämpft, Alajuela hatte getroffen - und Julian Santos nahm beide Tore mit nach Hause. Viel Gepäck für einen Abend, aber immerhin leicht zu tragen. 12.09.2026 20:39 |
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Andreas Brehme