Heraldo de Mexico
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Alacranes Durango dreht das Spiel: Späte Stiche gegen San Luis

Ein Freitagabend in Durango, 52.656 Zuschauer, Flutlicht, Trommeln und das Gefühl, dass hier irgendetwas passieren würde. Und tatsächlich: Die Alacranes Durango haben am 16. Spieltag der 1. Liga Mexico UD San Luis mit 2:1 (0:1) niedergerungen - ein Spiel, das in seiner Dramaturgie fast schon eine Telenovela war. Nur mit mehr Schweiß.

Die Gäste aus San Luis starteten giftig und offensiv - ganz im Sinne ihres Trainers Michael Meyer, der seine Elf auf Angriff trimmen ließ. Schon früh prüfte György Miriuta den Keeper Vincent Antolin, der mit einer Katze auf Koffein verwechselt werden konnte. In der 34. Minute dann die verdiente Führung: Der flinke Pau Futre, Cousin des berühmten Raul auf der Gegenseite, verwertete eine Vorlage des 18-jährigen Wunderkinds Frank Kiefer. "Ich hab einfach gespürt, dass er den Ball genau da hinlegt", grinste Futre nach dem Spiel. Und tatsächlich, es war ein technisch feiner Abschluss - einer, der die 51 Prozent Ballbesitz der Gäste zu diesem Zeitpunkt rechtfertigte.

Durango dagegen wirkte in der ersten Hälfte wie ein Skorpion ohne Stachel - bemüht, aber ungefährlich. Zwei harmlose Schüsse von Humberto Varela und Marcio Jordao waren das Höchste der Gefühle. Trainer Manni Kaltz, bekannt für seine trockenen Kommentare, meinte später: "Wir haben die erste Halbzeit genutzt, um San Luis in Sicherheit zu wiegen. Vielleicht zu gut."

Mit Beginn der zweiten Hälfte stellte Kaltz um, brachte Antonio Bosingwa und ließ offensiver spielen. Und siehe da: Plötzlich war Feuer im Spiel. Raul Futre, der jüngere der beiden Futres auf dem Platz, nahm sich in der 62. Minute ein Herz - und den Ball - und drosch ihn humorlos aus 20 Metern ins Eck. 1:1, das Stadion explodierte. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Futre später verschmitzt zu, "aber wenn’s so reingeht, sag ich natürlich, das war Absicht."

Von da an war Durango der Chef im Ring. San Luis kam zwar zu elf Torschüssen im Spiel, doch die Alacranes hatten nun das Momentum. Der Druck wuchs, das Pressing saß, und die Fans rochen Blut - oder zumindest einen späten Sieg. In der 78. Minute war es dann Abwehrhüne Francisco Gil, der nach einer Ecke von Bjarke Therkildsen hochstieg wie ein Möbelpacker auf Koffein und das 2:1 einköpfte. Ein Innenverteidiger als Matchwinner - Fußball kann so schön absurd sein. "Ich hab’s schon im Flug gerochen, dass der reingeht", sagte Gil später mit breitem Grinsen. "Und nein, das war kein Zufall - das war Physik."

San Luis versuchte noch einmal alles. Kiefer, der blutjunge Stürmer, hatte in der 88. und 90. Minute zwei gute Chancen, doch Antolin im Tor der Alacranes hielt, was zu halten war. "Manchmal ist weniger Nachdenken mehr", sagte der Keeper später, "ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft." Offenbar mit Erfolg.

Statistisch war das Spiel ausgeglichen: 48,8 Prozent Ballbesitz für Durango, 51,2 für San Luis, dazu 9:11 Torschüsse. Und doch stand am Ende ein Ergebnis, das mehr über Moral als über Mathematik erzählt. Kaltz kommentierte süffisant: "Wir sind keine Ballbesitzmannschaft. Wir sind eine Ergebnis-Mannschaft." Meyer dagegen wirkte bedient: "Wir haben kontrolliert, dominiert - und verloren. Das ist Fußball. Oder Folter."

Auf den Tribünen feierten die Fans der Alacranes, als hätten sie soeben die Meisterschaft gewonnen. Ein älterer Herr mit grünem Sombrero rief in Richtung Presseblock: "Schreiben Sie auf, das war der Wendepunkt der Saison!" - Wir haben’s notiert, Don Miguel.

Ob es tatsächlich der Wendepunkt ist, wird sich zeigen. Aber an diesem Abend, unter den hellen Lichtern von Durango, hatte der Skorpion wieder gestochen - spät, giftig und mit einem Lächeln, das man in San Luis noch lange spüren dürfte.

11.07.643987 18:15
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