Sverige Fotboll
+++ Sportzeitung für Schweden +++

AK Solna krönt sich zum Pokalsieger nach wildem 3:2 gegen IFK Lulea

Es war ein Pokalfinale, das keiner der 59.000 Zuschauer im Solna-Stadion so schnell vergessen wird. Tore im Minutentakt, ein Offensivfeuerwerk beider Seiten und ein Happy End, das in den Straßen von Stockholm wohl noch bis zum Morgengrauen gefeiert wurde: AK Solna besiegte IFK Lulea mit 3:2 (1:2) - und das nach einem Spiel, das mehr Nerven gekostet hat als ein schwedisches Krimimarathon-Wochenende.

Schon nach 60 Sekunden brach das Stadion in Jubel aus. Sotirios Panagoulias flankte butterweich von rechts, Baltsar Taube rauschte heran und drückte den Ball mit der Entschlossenheit eines Mannes, der seine Kaffeepause verpasst hat, ins Netz. 1:0! "Da dachte ich, das wird ein gemütlicher Abend", grinste Trainer Torsh Maakay später. "Aber dann kam Lulea auf die Idee, auch Fußball zu spielen."

Denn IFK Lulea ließ sich vom frühen Schock nicht beeindrucken. Manuel Valentin, flink wie ein Elch auf Glatteis, traf in der 17. Minute zum Ausgleich. Jesper Bloch hatte den Angriff über links vorbereitet - und plötzlich war das Selbstvertrauen der Nordlichter zurück. Nur 14 Minuten später legte Marek Bencik nach, erneut nach Vorlage von Bloch. 1:2, und Solna wankte.

In der Pause soll Maakay laut Zeugen seine Taktiktafel so bearbeitet haben, dass sie anschließend eher einem expressionistischen Kunstwerk glich. Aber es wirkte. Solna kam mit Wut im Bauch und Offensivdrang aus der Kabine. Filipe Sousa, der Veteran auf der rechten Außenbahn, glich in der 54. Minute aus - nach einem sehenswerten Doppelpass mit Gunborg Söderberg, der sich selbst beinahe noch das Trikot zerriss vor lauter Jubel.

Fünf Minuten später drehte wieder Baltsar Taube auf, der Mann des Abends. Eine Flanke segelte in den Strafraum, Luleas Abwehr erstarrte wie eingefroren, und Taube drückte das Leder zum 3:2 über die Linie. "Ich sah nur den Ball und hörte das Stadion. Den Rest weiß ich nicht mehr", stammelte der Doppeltorschütze nach Abpfiff, während seine Teamkollegen ihn in Konfetti badeten.

Lulea warf danach alles nach vorne - und das ist wörtlich zu verstehen. Innenverteidiger Szabics stürmte plötzlich wie ein Mittelstürmer, Torhüter Macleod machte sich in der 90. Minute bei einer Ecke auf den Weg in den Strafraum, doch Solnas Keeper Urban Brun pflückte die Hereingabe herunter wie ein Apfel im September.

Die Statistik sprach am Ende eine klare Sprache: 18 Torschüsse für Solna, 9 für Lulea, 55 Prozent Ballbesitz für den neuen Pokalsieger. Doch wer das Spiel gesehen hat, weiß: Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte. Es war ein offener Schlagabtausch, in dem beide Teams ihre offensive Ausrichtung nie aufgaben. Lulea-Coach Jonas Miller brachte in der 70. Minute frische Kräfte - Lorenzo Costa und Jake Longfellow - und hoffte auf späte Wirkung. "Wir wollten mit Mut nach vorne spielen", sagte Miller. "Aber Solna hatte einfach diesen Moment, in dem alles klickt."

Auch taktisch war es ein Lehrstück in kontrolliertem Chaos. Beide Mannschaften begannen offensiv, aber während Solna auf sicheres Kombinationsspiel setzte, schoss Lulea buchstäblich aus allen Lagen. Manchmal sah es so aus, als wolle Marek Bencik den Ball direkt vom Mittelkreis in den Himmel jagen.

Die letzten Minuten waren dann ein einziges Zittern. Solna wechselte defensiv - Jose Albinana ersetzte den erschöpften Otto Nelsen, und der junge Eric Abelson kam für Sousa. "Ich hab dem Jungen nur gesagt: Lauf, bis du umfällst", witzelte Maakay. Abelson tat wie befohlen, rannte alles nieder, was in hellblauem Trikot an ihm vorbeikam, und verhinderte so den möglichen Ausgleich.

Als Schiedsrichter Magnus Törnqvist endlich abpfiff, brachen alle Dämme. Die Solna-Spieler tanzten Polka, Trainer Maakay klatschte mit Ordnern ab, und irgendwo in der Kurve erklang ein improvisiertes Lied über Baltsar Taube, das vermutlich noch Jahre später in Fankneipen gesungen wird.

"Ich hab noch nie so ein Finale erlebt", meinte Gunborg Söderberg, noch halb im Rasen kniend. "Wir waren tot, dann lebendig, dann Pokalsieger. Das ist Fußball."

Und so endete ein Abend, der alles hatte: Dramatik, Tore, Emotionen - und einen Helden namens Taube, der in Solna wohl nie wieder für sein Bier bezahlen muss.

Oder, wie es ein Zuschauer nach Spielende formulierte: "Ich kam wegen des Fußballs, blieb wegen des Wahnsinns - und gehe mit einem Lächeln."

07.10.643993 20:42
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Als ich zuletzt Sergio in Eurosport gesehen habe, dachte ich mir auch nur: Das kann er nicht sein, da muss sich einer maskiert haben.
Rainer Calmund
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager